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Die Rückkehr der deutschen Solarbranche?

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Sinkende Produktionskosten - Die Rückkehr der deutschen Solarbranche?

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Die deutsche Solarproduktion gilt als tot. Doch Andreas Bett ist sich da nicht so sicher. Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin makro erklärt er, warum sich der Wind dreht.

Solaranlage im US-Bundesstaat New Mexico am 13.11.2017 in Albuquerque (USA)
Quelle: dpa

Die einst stolze deutsche Solarindustrie mit Unternehmen wie Solarworld oder Q-Cells ist längst Geschichte - von chinesischen Firmen im hartem Preiskampf aus dem Spiel genommen. Seither dominieren asiatische Produzenten den Markt von Solarzellen und -modulen. Doch neuerdings mehren sich Pläne, wieder eine Produktion in Deutschland aufzubauen.

Die Kostenstruktur in der Produktion scheint den europäischen Standort wieder attraktiver zu machen und die Vorteile Chinas zu reduzieren. Auch die Abhängigkeit von langen Lieferketten spielt eine Rolle. Doch ist die Sache mehr als ein Hirngespinst?

makro: Im Sport sagt man: "They never come back!" Warum sollte es in der Solarindustrie anders sein?

Andreas Bett: Auch beim Sport gilt keine Aussage zu 100 Prozent - und manche kommen zurück. Für die Solarenergie besteht eine gute Chance, dass dies passiert, auch wenn es kein Selbstläufer werden wird. Die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren geändert.

Insbesondere durch Entwicklungen in der chinesischen Massenproduktion Chinas für einen hohen Durchsatz in der Produktion - übrigens zum großen Teil aufbauend auf europäischer Technologie - sind die Herstellungskosten massiv gesunken. In den letzten fünf Jahren mehr als 60 Prozent.

Der Automatisierungsgrad wurde deutlich erhöht. Unsere kürzlich am Fraunhofer ISE veröffentlichte Studie zeigt, dass der Personalkostenanteil nur noch sehr klein ist. Andererseits sind die Logistikkosten für den Transport eines Moduls nach Europa gleich geblieben.

Sie waren vor Jahren in der Gesamtstruktur vernachlässigbar klein, tragen heute aber bis zu zehn Prozent der Kosten eines Fotovoltaik-Moduls bei. Damit lohnt sich eine lokale Produktion.

Vor 20 Jahren trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz" in Kraft, das einen Solarboom in Deutschland auslöste.

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makro: Seit rund zehn Jahren dominiert China den Markt. Chinesische Firmen produzieren nicht nur billig - sie forschen auch. Gibt es in Deutschland überhaupt noch einen Technologievorsprung?

Bett: Es ist richtig, dass in China die Fotovoltaik als strategisches Element der Energiepolitik gesehen wird und dadurch eine gezielte Industriepolitik zum Aufbau der Produktion durchgeführt wurde. Diese wurde auch begleitet durch den Aufbau einer Forschungsinfrastruktur. Auch dort ist China schnell und risikobereit.

Dennoch haben wir bei der Forschung hier in Europa noch einen deutlichen Vorsprung. Die höchsten Wirkungsgrade und beste Performance von Komponenten werden in unseren Labors erzielt.

Am Beispiel Meyer Burger und REC sieht man, dass beide Solar-Firmen eine Zellarchitektur produzieren möchten, die höhere Wirkungsgrade erzielen kann. Diese Zellarchitektur wurde in Deutschland entwickelt.

makro: Bisher hat noch jede Branche gegen chinesisches Preisdumping den Kürzeren gezogen, weil chinesische Firmen mit staatlicher Rückendeckung unterhalb ihrer Produktionskosten operieren können. Warum sollte es diesmal anders sein?

Bett: Die Marktdominanz der chinesischen Hersteller wird nicht so leicht zu brechen sein, und die Gefahr, dass Preisdumping erfolgt, ist sicherlich gegeben. Allerdings sind heute die Kunden sensibilisiert. Dadurch, dass die PV so billig geworden ist, wird nun mehr Wert auf Qualität und Zuverlässigkeit gelegt.

Das macht sich auch bei den Lieferketten bemerkbar. Die Abnehmer der PV-Module sind sogar bereit, auch etwas mehr bezahlen, wenn die Qualität hoch ist, und Vertrauen in die Geschäftsbeziehung besteht.

Zudem sind für kleinere Anlagen auf dem Dach anteilig die Modulkosten heute sehr gering, die Installationskosten überwiegen. Dies reduziert naturgemäß den Preisvorteil von Billigprodukten.

Das Interview führte Carsten Meyer, Redakteur beim Wirtschaftsmagazin makro.

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