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Solinger Kindermorde : Mutter zu lebenslanger Haft verurteilt

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Im Prozess um fünf getötete Kinder in Solingen ist die Mutter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte zudem eine besondere Schwere der Schuld fest.

Die Kinder wurden vor einem Jahr tot in der Wohnung entdeckt.

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Vor 14 Monaten werden in einer Wohnung in Solingen die Leichen von fünf Kindern entdeckt. Nun wird die Mutter der getöteten Kinder wegen fünffachen Mordes verurteilt. Das Wuppertaler Landgericht sprach die 28-jährige Deutsche schuldig und stellte die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt.

Gericht: Kinder heimtückisch ermordet

Die Kinder waren zwischen einem und acht Jahre alt. Nur der älteste Sohn der Frau überlebte die Tat. Die Hausfrau habe die fünf Kinder heimtückisch umgebracht, indem sie sie erst betäubte und dann nacheinander ertränkte oder erstickte, hatte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gesagt. Richter Jochen Kötter sprach von einer "Tragödie".

Auslöser der Tat, die bundesweit für Entsetzen gesorgt hatte, war nach Überzeugung der Ermittler ein Foto, das den Ehemann der Frau mit einer neuen Partnerin an seiner Seite zeigte. Per Chat hatte die 28-Jährige ihrem Mann daraufhin angekündigt, dass er seine Kinder nicht wiedersehen werde.

Richter: Szenario der Mutter ist "Quatsch" und "ausgedacht"

Die Leichen der Kinder waren am 3. September vergangenen Jahres zugedeckt in ihren Betten entdeckt worden. Die Angeklagte hatte behauptet, ein Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen, habe sie gefesselt, sie gezwungen, die Chat-Nachrichten zu schreiben, und ihre Kinder getötet.

Die Behauptung der Mutter sei schlicht "Quatsch", urteilte der Richter.

Das ist ein ausgedachtes Szenario, das kann einfach so nicht gewesen sein.
Jochen Kötter, Richter

Er führte eine lange Reihe von Indizien an, die die Version der Mutter nach Überzeugung der Kammer widerlegen. Die Tötung der Kinder, da ist das Gericht überzeugt, fand in einer größeren Chat-Pause statt. Verteidiger Thomas Seifert hatte einen Freispruch beantragt. Es gebe nach wie vor Zweifel an der Täterschaft seiner Mandantin.

Gutachter: Angeklagte voll schuldfähig

Die Gutachter hatten der Angeklagten volle Schuldfähigkeit attestiert. Hinweise auf eine gravierende psychische Störung fanden sie nicht. Narzisstische Persönlichkeitszüge der Angeklagten seien zwar vorhanden, würden aber die Schwere einer Persönlichkeitsstörung nicht erreichen, hieß es. Das Landgericht hat an 20 Prozesstagen mehr als 40 Zeugen gehört.

Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) starben durch die Hand ihrer Mutter, stellte das Gericht nun fest. Die Hausfrau hatte sich anschließend im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen, aber überlebt. Ihr ältester Sohn blieb körperlich unverletzt. Seine Mutter hatte ihn zur Großmutter an den Niederrhein geschickt. Um ihn müsse man sich nun sehr viele Sorgen machen, sagt der Richter.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger kündigten an, gegen das Urteil in Revision zu gehen und vor den Bundesgerichtshof zu ziehen.

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