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Nasa startet zum Mars: Die Suche nach Leben

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"Perseverance" - Nasa startet zum Mars: Die Suche nach Leben

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Großer Aufbruch zum Roten Planeten. Nicht nur die USA, auch viele andere Länder schicken gerade Sonden zum Mars. Aber was macht unseren Nachbarn eigentlich so sexy?

Auf der Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars hat die US-Raumfahrtbehörde ihre bislang ehrgeizigste Mission zum Roten Planeten gestartet. Im Februar soll der unbemannte Roboter „Perseverance“ auf dem Mars landen.

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Viel Geröll, roter Sand, Stürme und Temperaturen von durchschnittlich minus 68 Grad. Kein Ort für gepflegte Urlaube. Und doch war das Interesse am Mars nie so groß: Am 30. Juli startet "Perseverance", ein Rover der US-amerikanischen Nasa in der Größe eines Autos, der sogar eine Flugdrohne mit an Bord hat. 

Alleine ist "Perseverance" nicht. Am 20. Juli hat sich die Sonde "Al-Amal" auf den Weg gemacht, die erste Mars-Mission der Vereinigten Arabischen Emirate. Sie soll den Planeten umkreisen und dabei Wetter und Klima beobachten.

Missionen aus China und Europa

China zog mit dem Start des 240-Kilo-Rovers "Tianwen-1" am 23. Juli nach. Beinahe hätte auch die europäische ESA mit "ExoMars" -  einem Orbiter und ebenfalls einem Rover - mitgespielt. Wegen Corona und technischer Probleme wurde die Mission aber auf 2022 verschoben.

Und 2024 will Japan eine Sonde zum Mond "Phobos" schicken. Nicht zu vergessen: Im Moment umkreisen schon drei US-Sonden und eine aus Indien den Roten Planeten, daneben der europäische "Mars Express" und der europäisch-russische "Trace Gas Orbiter".

Viel los also bei unserem Nachbarn. Aber was macht ihn eigentlich so spannend?

Der Mars ist das Ziel, um im Sonnensystem an anderer Stelle als auf der Erde nach Leben oder Spuren vergangenen Lebens zu suchen.
Ulrich Köhler, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Das sagt Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Schon seit den 70er-Jahren sei bekannt, dass es dort einmal Wasser gegeben haben muss. Der Beweis für Leben allerdings ist noch nicht erbracht worden. Viele Geheimnisse warten darauf, gelüftet zu werden.

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"Minuten des Schreckens"

Vom Mars gehe aber auch deshalb "eine gewisse Faszination aus", weil er zwar recht gut erreichbar ist, sagt Köhler. Die Landung sei aber wegen der unberechenbaren Atmosphäre eine große technische Herausforderung. Bisher hat das nur bei der Nasa geklappt.

"Die Amerikaner sind diesbezüglich allen Raumfahrtnationen weit voraus", sagt Köhler. "Perseverance" sei auch wegen der Landetechnik "absolute Königsklasse". Gescheitert ist in der Vergangenheit aber auch die Nasa bereits. Daher ist der Erfolg keine Selbstverständlichkeit. Nicht umsonst wird die holprige Phase nach dem Eintritt in die Atmosphäre "sieben Minuten des Schreckens" genannt.

Dass es jetzt auch Länder wie China schaffen wollen, hat nicht nur wissenschaftliche Gründe, glaubt Mars-Experte Köhler. "Die Demonstration des Könnens von Raumfahrt auf höchstem Niveau, also über die Erdumlaufbahn hinaus, zum Mond, jetzt zum Mars, ist sicher auch eine Art Machtdemonstration." Also gehe es schon mehr um "Konkurrenz als Kooperation". Dennoch teile auch China seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Regel mit anderen Ländern.

Es hakt beim "Maulwurf"

Das DLR ist übrigens selbst gerade auf dem Mars vertreten. Es ist an der Nasa-Mission "InSight" beteiligt. Die unbewegliche Plattform ist seit November 2018 dort und kann bis zu fünf Meter tief in den Boden bohren. Das DLR-Experiment "HP3" ist eine Geothermie-Sonde, die die Wärmestrahlung im Boden untersuchen soll.

Im Moment hakt es allerdings im wahrsten Sinne des Wortes. Der "Maulwurf" habe sich zwar immerhin schon in den Boden gebohrt, aber "noch nicht so recht entschieden, ob er auch weitermachen will", erklärt Köhler.

Dass auch eine bemannte Mars-Mission nur eine Frage der Zeit sei, davon ist der Wissenschaftler überzeugt: "Was der Mensch machen kann, das macht er auch irgendwann. Und wenn es auf den ersten Blick noch so unvernünftig erscheint." Tatsächlich ist auch das eine Aufgabe aller aktuellen Mars-Missionen: Informationen für den ersten Schritt auf dem Roten Planeten zu sammeln.

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