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Zehn Jahre ohne Steve Jobs - Wie Apple sich seit Jobs Tod verändert hat

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Visionär, Genie, Perfektionist: Vor zehn Jahren starb Steve Jobs. Viele Apple-Fans sahen für die Zukunft des iPhone-Konzerns schwarz. Doch es kam alles ganz anders.

Steve Jobs mit iPhone (Archivbild vom 09.01.2007)
Apple-Mitbegründer Steve Jobs starb 2011 im Alter von 56 Jahren.
Quelle: dpa

Apple ohne Steve Jobs war eigentlich unvorstellbar. Doch vor zehn Jahren, am 5. Oktober 2011, verlor der charismatische Apple-Mitbegründer seinen langen Kampf gegen den Krebs. Jobs wurde nur 56 Jahre alt.

Sechs Wochen zuvor, am 24. August 2011, hatte der Apple-Chef noch seinen Vertrauten Tim Cook als neuen Konzernlenker bestimmt. Diese Entscheidung wunderte viele Beobachter. Cook hatte sich als Logistik- und Produktionsexperte einen Namen gemacht. Er ließ aber nicht im Ansatz das Charisma erkennen, mit dem Jobs regelmäßig die Massen in seinen Bann gezogen hatte.

Für Ellison war Apple ohne Jobs undenkbar

Zu den Skeptikern gehörte damals Larry Ellison, der mit dem Apple-Mitbegründer jahrelang eng befreundet war. Der Chef des Softwareriesen Oracle glaubte, dass Apple ohne Steve Jobs dem Untergang geweiht sei.

In einem TV-Interview zog er eine Parallele zum Jahr 1985, als der Apple-Aufsichtsrat Steve Jobs aus der Firma gedrängt hatte. In den folgenden zwölf Jahren wurde Apple so runtergewirtschaftet, dass das Unternehmen 1997 kurz vor der Pleite stand und Jobs als Retter zurückgeholt wurde.

Steve Jobs ist unersetzlich.
Larry Ellison, Oracle-Chef

Hohe Kundenloyalität bei Apple

Doch es kam nach dem Tod von Jobs ganz anders, als Ellison es befürchtet hatte. Apple verkauft so viele Geräte und Dienstleistungen wie noch nie. Im August 2018 ging der iPhone-Hersteller als erster US-Konzern in die Finanzgeschichte ein, der eine Billionen-Dollar-Bewertung an der Börse schaffte. Nur zwei Jahre später waren es zwei Billionen.

Neben dem Börsenboom hat nach Experten-Einschätzung vor allem die hohe Kundenloyalität zum Aufstieg beigetragen. "Wenn ein neuer Nutzer anfängt, ein Apple-Smartphone zu benutzen, bleibt er in der Regel bei einem Apple-Smartphone", erläutert Jeriel Ong, ein Aktienanalyst der Deutschen Bank.

Cook legt Schwerpunkt auf Umweltschutz

Ein großer Präsentator auf der Bühne ist Tim Cook bis heute nicht. Trotzdem hat er inzwischen eigene Akzente gesetzt, die ihn von seinem Vorgänger deutlich absetzen. Ein Beispiel dafür ist das Thema Umwelt.

Steve Jobs lieferte sich 2008 mit Vertretern von Greenpeace noch hitzige Wortgefechte, als die Umweltschützer ihn aufforderten, in den Apple-Produkten auf bromierte Flammenschutzmittel zu verzichten. Diese sind unter Umständen giftig, in der Umwelt schwer abbaubar und reichern sich in Lebewesen an.

Unter der Regie von Cook verzichtete Apple nicht nur auf die umstrittenen Flammenschutzmittel, sondern auch auf alle anderen Umweltgifte in der Produktion. Außerdem stellte er den Konzern komplett auf erneuerbare Energie um. Dieses ambitionierte Projekt soll nun auch auf die komplette Lieferkette ausgedehnt werden.

Greenpeace lobt Apple für Umweltschutz-Bemühungen

Diese Veränderung wurde auch von Greenpeace registriert:

Seit Tim Cook die Leitung von Apple übernommen hat, hat er den Umweltschutz zu einem wichtigen Bestandteil der Identität des Unternehmens gemacht.
Greenpeace 2017, Report zu Umweltstandards bei Elektronikherstellern

Apple musste sich im Ranking "Greener Electronics" nur dem Smartphone-Anbieter Fairphone geschlagen geben, weil die Geräte der Niederländer leichter zu reparieren sind.

Neben dem Umwelt-Thema versucht sich Apple unter Cook auch stärker im Bereich Datenschutz von der Konkurrenz abzusetzen:

Mit einem neuen Update fragen iPhones beim Öffnen von Apps, ob Tracking zugelassen werden soll. Damit eskaliert ein Streit zwischen Facebook-Chef Zuckerberg und Apple-Chef Cook.

Beitragslänge:
14 min
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Wo bleiben die neuen Produkte?

Das größte Manko der Cook-Ära ist allerdings, dass der Jobs-Nachfolger bislang noch nicht mit einem revolutionären neuen Produkt aufwarten konnte. Sein Vorgänger zauberte regelmäßig ein "One more thing" aus dem Hut, das ganze Branchen umkrempelte: 1999 den iMac, 2001 den iPod und den Musikdienst iTunes, 2007 das revolutionäre iPhone und 2010 das iPad.

Cook-Kritiker verweisen in diesem Zusammenhang auf ein Zitat von Steve Jobs, das in der alten Apple-Firmenzentrale in großen Buchstaben an der Wand geschrieben steht:

Wenn du etwas tust und es sich als ziemlich gut herausstellt, dann solltest du etwas anderes Wunderbares tun und dich nicht zu lange damit aufhalten. Überleg dir einfach, was als Nächstes kommt.
Steve Jobs
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