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Bundesverband Musikindustrie - Corona beflügelt Musik-Streaming - Umsatzplus

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Die Corona-Pandemie sorgt in der Musikbranche für gemischte Gefühle: Einerseits steigen durch mehr Streaming die Erlöse, andererseits leiden Künstler weiter unter Konzertausfällen.

Archiv: Ein junger Mann hört mit Kopfhörern Musik von seinem Smartphone.
Das Corona-Jahr bescherte der Musikindustrie höhere Erlöse - auch dank Streaming-Diensten.
Quelle: dpa

Dank großer Zuwächse im Audio-Streaming hat die deutsche Musikindustrie die Folgen der Corona-Pandemie beim Umsatz 2020 gut weggesteckt. "Die Einnahmen aus Tonträgerverkäufen und Erlösen aus dem Streaminggeschäft beliefen sich auf 1,79 Milliarden Euro, das ist ein Plus von neun Prozent gegenüber 2019", teilte der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Donnerstag in Berlin mit.

71,5 Prozent, also fast drei Viertel des Umsatzes, hätten sich aus Online-Musiknutzung ergeben. Nach einem bereits hohen Niveau 2019 mit 55,5 Prozent Marktanteil liege dieser zum Jahresabschluss 2020 sogar bei 63,4 Prozent.

Schließung von Geschäften zu spüren

Bereits Anfang Januar hatte der BVMI mitgeteilt, dass laut Sonderauswertung des Marktforschungsinstituts GfK Entertainment im Vorjahr hierzulande mehr als 139 Milliarden Musik-Streams verzeichnet wurden - fast ein Drittel mehr als 2019 (107 Milliarden) und sogar drei Viertel mehr als 2018 (79,5 Milliarden).

Beim CD-Absatz war die zeitweilige Schließung von Geschäften laut Branchenzahlen deutlich zu spüren: Der Anteil am Gesamtumsatz ging noch einmal um 18 Prozent zurück, bei jetzt 21,6 Prozent ist die CD jedoch weiterhin das zweitstärkste Format des deutschen Musikmarktes. Mit klarem Abstand folgt - erstmals seit langem wieder auf Platz 3 - die Vinylplatte (5,5 Prozent Gesamtmarkt-Anteil), vor den immer unbedeutender werdenden Downloads (4,2 Prozent).

[Lesen Sie hier, wer 2020 die Musik-Charts bestimmte:]

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Deutsche Musik-Charts 2020 - Rapper und Rocker sind an der Spitze 

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Konzerte: "In dramatischem Ausmaß von Lockdowns betroffen"

Der Bundesverband Musikindustrie vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 200 Tonträgerherstellern und Unternehmen, die mehr als 80 Prozent des deutschen Musikmarkts repräsentieren. Die "erhebliche Dynamik im Streaming-Bereich" habe das Digitalgeschäft 2020 um gut ein Fünftel (20,3 Prozent) wachsen lassen.

Die Umsätze mit sogenannten physischen Tonträgern verringerten sich hingegen um mehr als ein Zehntel (11,7 Prozent).

Die "gute Digitalaufstellung unserer Mitgliedsfirmen über die vergangenen Jahre" habe die Corona-Krise gemildert, sagte Verbandschef Florian Drücke am Donnerstag. Dies dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Künstlerinnen und Künstler sowie das Livemusik-Geschäft "bekanntlich in dramatischem Ausmaß von den Lockdowns betroffen und die Spätfolgen der Konzertausfälle innerhalb unserer eng verzahnten Branchenwelt noch nicht absehbar" seien.

Die Kulturbranche zählt zu den großen Verlierern der Pandemie. Die Initiative #AlarmstufeRot zieht nun für den Erhalt des sechst größten Wirtschaftszweiges auf die Straße.

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Unmut über Regelung des Urheberrechts

Erschwerend kommt aus BVMI-Sicht weiterhin Unmut über die Regelung des Urheberrechts hinzu. Denn Kreative und ihre Partner sollten eigentlich "besser an den Umsätzen von User-Upload-Plattformen wie YouTube partizipieren".

Es fehlt in Deutschland leider immer noch der Blick für die Branchenwirklichkeiten in der Kultur- und Kreativwirtschaft - und eben auch dafür, wie mit kreativen Inhalten Geld verdient wird.
Florian Drücke, Bundesverband Musikindustrie

Die Kreativbranche gehöre zu den wachstumsstärksten Wirtschaftszweigen, sei hochgradig digital und spiele eine große Rolle in Europa. "Der Kompromiss im Rahmen der europäischen Urheberrechtsrichtlinie reflektiert das - umso wichtiger wäre es, sie in Deutschland ohne davon abweichende Sonderregelungen umzusetzen", sagte Drücke.

Mit sogenannten Upload-Filtern müssen Plattformen künftig geschützte Inhalte blockieren – gemäß neuem Urheberrechtsgesetz. Doch die Reform ist umstritten.

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