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Vorwürfe belasten Grammy-Verleihung

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Gegenseitige Beschuldigungen - Vorwürfe belasten Grammy-Verleihung

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Am Sonntag werden in Los Angeles die Grammys verliehen. Doch ein Streit in der Akademie überschattet die Auszeichnung für Musiker. Es geht um Geld und Sex.

Vorbereitungen für die Grammy-Verleihung 2020
Am Sonntag ab 17 Uhr (Ortszeit, 2 Uhr MEZ) werden die Grammys im Staples-Center in Los Angeles verliehen.
Quelle: epa

Starke Stimmen, spektakuläre Bühnenshows und Momente der Rührung machen eine Grammy-Verleihung aus. Auch an diesem Sonntag werden zahlreiche erfolgreiche und aufstrebende Talente wie Lizzo, Billie Eilish und Lil Nas X zu der Gala in Los Angeles erwartet. Doch die diesjährige Verleihung des begehrten US-Filmpreises wird von einem heftigen Konflikt in der Grammy-Akademie überschattet.

Beschwerde auf 44 Seiten bei Gleichstellungsbehörde eingereicht

Deborah Dugan, derzeit suspendierte Chefin der Grammy-Akademie (Bild vom 20.11.2019)
Deborah Dugan war erst seit Anfang August 2019 Chefin der Grammy-Akademie.
Quelle: Reuters

Die erste Frau an der Spitze der Recording Academy, Deborah Dugan, wurde suspendiert und richtet gegen ihren langjährigen Vorgänger explosive Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten bei den Nominierungen bis hin zur Vergewaltigung einer Musikerin. Eigentlich wollte Dugan die Grammy-Akademie in eine neue Ära führen, nachdem dieser immer wieder ein Mangel an Vielfalt und die Bevorzugung weißer, männlicher Mainstream-Künstler vorgeworfen worden war. Doch vor einer Woche wurde sie suspendiert.

Am Dienstag reichte sie eine 44-seitige Beschwerde bei der Gleichstellungsbehörde von Los Angeles ein. Darin legte sie dar, bei ihrer Beurlaubung handele es sich in Wahrheit um einen Racheakt der Akademie, nachdem sie Unregelmäßigkeiten bei den Grammy-Nominierungen und weitere Missstände angeprangert habe. Künstler entschieden demnach über die Nominierungen in ihren eigenen Kategorien mit.

Außerdem sollte Dugan nach eigenen Angaben ihren Vorgänger Neil Portnow, der 17 Jahre an der Spitze der Akademie stand, als Berater einstellen - obwohl dieser eine ausländische Musikerin vergewaltigt habe. Sie selbst sei von einem beratenden Anwalt der Akademie sexuell belästigt worden, führte Dugan aus.

Akademie weist Vorwürfe zurück

Die Recording Akademie weist die Vorwürfe empört zurück und hält ihnen entgegen, Dugan habe ihre Beschwerde erst eingereicht, nachdem ihr selbst Mobbing und die Schaffung einer unerträglichen Arbeitsatmosphäre angelastet worden seien. Ihren Rücktritt habe sie selbst angeboten und dafür von der gemeinnützigen Akademie 22 Millionen Dollar (20 Millionen Euro) Abfindung gefordert. Portnow nannte Dugans Vorwürfe am Mittwoch "lächerlich und unwahr" und "schrecklich schmerzhaft".

Wer auch immer recht hat - Dugans Ambitionen, die Grammys umzukrempeln, liegen zumindest vorerst auf Eis. Sie habe einen "Wandel von innen heraus" herbeiführen wollen, sagte sie am Donnerstag dem US-Fernsehsender ABC.

Frauen dominieren bei Nominierungen

Völlig folgenlos ist Dugans kurze Zeit an der Spitze der Akademie nicht geblieben. Dieses Jahr dominieren Frauen bei den Nominierungen und Mainstream-Künstler wie Taylor Swift stünden nicht so stark im Vordergrund, sagt John Vilanova von der Lehigh University, der die Rolle von weiblichen und nicht-weißen Künstlern bei den Grammys intensiv erforscht hat.

Ein Beispiel ist die schwarze Sängerin und Rapperin Lizzo, die offensiv ihre dralle Figur präsentiert und Feminismus und Stolz auf afroamerikanische Wurzeln propagiert. Sie ist acht Mal nominiert, unter anderem in allen vier Top-Kategorien wie "Album des Jahres". Jeweils sechs Mal nominiert sind die 18-jährige Sängerin Billie Eilish und der afroamerikanische homosexuelle Rapper Lil Nas X. Die relativen Neulinge treten gegen schon lange etablierte Künstler wie Ariana Grande, Beyonce, Lana Del Rey und Ed Sheeran an.

Auch deutsche Künstler nominiert

Auch deutsche Künstler haben in ein paar Kategorien Chancen. So ist Filmkomponist Hans Zimmer ist wegen seiner Musik zu "König der Löwen" in der Auswahl. Dirigent Christian Thielemann ist für seine Aufnahme des Wagner-Werks "Lohengrin" mit dem Festspielorchester Bayreuth für die beste Opernaufnahme nominiert. Und auch die WDR Big Band kann auf einen Grammy hoffen.

Neu im Grammy-Museum:

Es war nicht nur ihre Ausnahmestimme, die Amy Winehouse zur Ikone machte, es war auch ihr unverkennbarer Stil. Ihre Kleider immer eng, auf dem Kopf die Bienenkorb-Frisur. Im Grammy Museum in Los Angeles können Besucher nun ihre Outfits bewundern.

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