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Mieten für Studierende steigen - 802 Euro warm für eine 30-Quadratmeter-Bude

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802 Euro warm in München oder 289 Euro in Magdeburg - so klaffen die Mieten für Studierende auseinander. Für sie ist Wohnen teurer geworden, das zeigt der Studentenwohnreport.

 Luis, Medizinstudent an der Medizinischen Hochschule Hannover, sitzt an seinem Schreibtisch in seiner WG, aufgenommen am 19.09.2021 in Hannover
WG-Zimmer in Hannover
Quelle: dpa

Die durchschnittlichen Mieten für studentisches Wohnen in Deutschland sind in 19 von 30 untersuchten Hochschulstädten weiter gestiegen. Dem am Mittwoch vorgestellten Studentenwohnreport des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge liegen die aktuellen Preise im Schnitt um 1,8 Prozent über dem Vorjahr - bei einem ohnehin schon hohen Ausgangsniveau. Die Dynamik habe aber vorerst etwas nachgelassen.

802 Euro Miete in München, 289 Euro in Magedburg

Die teuerste Stadt bleibt demnach München, am günstigsten wohnen Studierende in Magdeburg. Laut dem Report kostet im Jahr 2021 eine 30 Quadratmeter große studentische Musterwohnung in München 802 Euro warm, ein 20 Quadratmeter großes hypothetisches WG-Zimmer 554 Euro. Studierende zahlen in Magdeburg eine Warmmiete von 289 Euro für eine Wohnung und 204 Euro für ein Zimmer.

Hinter Spitzenreiter München zahlen Studierende die höchsten Mieten in Stuttgart, Köln und Frankfurt. Berlin folgt auf Platz fünf. In der Bundeshauptstadt zahlen die Studierenden im Schnitt 650 Euro für die Wohnung und 420 Euro für das WG-Zimmer.

Mietpreise für Wohnungen sind auch ein großes Wahlkampfthema. Denn rund die Hälfte der Bevölkerung wohnt hierzulande zur Miete.

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Neben Magdeburg wohnen Studierende auch in Leipzig und Greifswald vergleichsweise günstig. Für den Bafög-Wohnzuschlag von maximal 325 Euro könnten sich Studierende demnach einzig in Magdeburg die Musterwohnung leisten.

Tübingen und Heidelberg im Mittelfeld

Im Mittelfeld liegen laut dem Report die Universitätsstädte Tübingen und Heidelberg - hier zahlen die Studierenden 506 beziehungsweise 500 Euro für die Musterwohnung und 343 beziehungsweise 337 Euro für das WG-Zimmer.

Im Durchschnitt der untersuchten Hochschulstädte zahlen Studierende aktuell 515 Euro für eine 30 Quadratmeter große Wohnung und 325 Euro für ein 20 Quadratmeter großes WG-Zimmer.

Studierende in Heidelberg haben genug von hohen Mieten – und bauen deshalb einfach ihr eigenes Wohnheim.

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MLP-Chef: Wohnraum für Studierende ausbauen

Für den Report analysierte das IW Daten zum Mietmarkt für studentisches Wohnen. Bei den hypothetischen Wohnungen wurde dabei eine Lage in direkter Umgebung zur nächstgelegenen Hochschule unterstellt.

MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg mahnte, mehr Wohnraum für Studierende zu schaffen. Nachdem viele Studienanfänger und -anfängerinnen ihren Uni-Start aufgrund der Corona-Pandemie verschoben hätten, drohe jetzt mehr Konkurrenz auf dem studentischen Wohnungsmarkt.

Es wird höchste Zeit, für mehr bezahlbaren Wohnraum für die Studierenden zu sorgen - dafür muss die Politik nun dringend einen Rahmen setzen.
MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg

In Stuttgart und Karlsruhe sinken Mietpreise

Spitzenreiter bei den Steigerungen der durchschnittlichen Mieten ist dem Report zufolge Freiburg mit einem Plus von 5,9 Prozent. Dahinter folgen Berlin (5,4 Prozent) und Konstanz (4,2 Prozent). In neun Städten seien die Preise weitgehend gleich geblieben, beziehungsweise geringfügig gesunken.

Spürbar günstiger sei studentisches Wohnen in Stuttgart und Karlsruhe geworden, wo die Preise um 2,6 Prozent beziehungsweise um 1,4 Prozent sanken. Die Mietpreise würden hier jedoch weiterhin auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau liegen.

Im Wahlkampf der Parteien vor der Bundestagswahl spielten Studierende aber kaum eine Rolle, erklärte IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

Insgesamt zeigt der Blick in die Wahlprogramme: Die Parteien schenken den Bedürfnissen und Nöten der Studierenden am Wohnungsmarkt viel zu wenig Beachtung.
IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer

Die Politik solle den Ausbau der Angebote fördern und gleichzeitig die bisher noch weniger gefragten Hochschulstandorte attraktiver gestalten, "um Entlastung an anderen zu schaffen".

Die Mieten in Deutschland steigen seit 15 Jahren immer weiter. Längst ist das nicht nur in den Großstädten so, sondern auch auf dem Land gehen die Preise jetzt durch die Decke. Welche Ideen und Konzepte gibt es, Wohnen wieder bezahlbar zu machen?

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