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Barmer Studie - Mehr als 1,1 Millionen Alkoholabhängige

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Mehr als eine Million Menschen in Deutschland sind nach Erhebungen der Barmer Krankenkasse alkoholabhängig. Vor allem in ostdeutschen Ländern ist die Rate vergleichsweise hoch.

Alkoholmißbrauch (Symbolbild)
Alkoholabhängig: Männer häufiger betroffen als Frauen (Symbolbild)
Quelle: imago

Mehr als 1,1 Millionen Menschen in Deutschland haben nach einer Auswertung, die dem ZDF vorliegt, eine Alkoholabhängigkeit. Dabei sind vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte betroffen, heißt es in den Erhebungen des Instituts für Gesundheitssystemforschung der Barmer Krankenkasse, über die das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" zuerst berichtete.

Männer häufiger betroffen als Frauen

Demnach diagnostizierten Ärztinnen und Ärzte im vergangenen Jahr in Deutschland bei 820.000 Männern und 329.000 Frauen eine Alkoholabhängigkeit. Unter den 55- bis 60-jährigen Männern waren zuletzt rund 131.000 alkoholabhängig, bei Frauen in derselben Altersgruppe waren es knapp 51.000.

Was tun, wenn der eigene Alkoholkonsum bedenklich ist?

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Im Bundesschnitt liegt der Anteil der Studie zufolge bei 14 Alkoholkranken je 1.000 Personen. In Bremen gibt es mit 22 Betroffenen je 1.000 und in Mecklenburg-Vorpommern mit 21 Betroffenen je 1.000 deutlich mehr alkoholkranke Menschen als im Bundesdurchschnitt.

Bundesländer-Vergleich: Mehr Alkoholkranke in Nord- und Ostdeutschland

In Sachsen seien 19 je 1.000 Personen betroffen, in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen je 17 auf 1.000. Spitzenreiter im Westen sind neben Bremen auch Hamburg mit 18 Betroffenen je 1.000 und Schleswig-Holstein mit 17 Betroffenen.

Es folgen Niedersachen (14), Bayern (13) sowie Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und das Saarland mit je zwölf pro 1.000 Personen. Den geringsten Anteil an Alkoholkranken gab es in Rheinland-Pfalz mit elf je 1.000 Personen.

Soziodemografische Faktoren spielen eine Rolle

"Die massiven regionalen Unterschiede bei der Alkoholabhängigkeit sind rein medizinisch nicht erklärbar. Hier dürften auch soziodemografische Faktoren eine Rolle spielen", sagt die leitenden Barmer-Medizinerin Ursula Marschall.

Alkoholismus manifestiert sich in der Regel über viele Jahre und kommt vor allem in der Generation der Babyboomer der 50er und 60er Jahre vor.
Ursula Marschall

Damals habe Alkohol einen anderen Stellenwert gehabt. Gleichwohl sei die Zahl der Menschen mit der Diagnose Alkoholabhängigkeit in den vergangenen fünf Jahren von 1,09 auf 1,15 Millionen Betroffene gestiegen, wobei es vom Jahr 2019 auf 2020 einen minimalen Rückgang gegeben habe.

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