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Studie - Kinder sehen täglich 15 Spots für Ungesundes

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15 Werbeanzeigen für ungesunde Lebensmittel sieht ein Kind pro Tag in Fernsehen und Internet. Verbände und Krankenkassen fordern ein Verbot der auf Kinder zugeschnittenen Werbung.

Ein Junge beißt in einen Burger
Übergewicht und Diabetes: Kinderärzte warnen vor den Folgen der Werbeanzeigen.
Quelle: Imago

In Fernsehen und Internet sehen Kinder in Deutschland laut einer wissenschaftlichen Studie pro Tag durchschnittlich 15 Werbespots und -anzeigen für ungesunde Lebensmittel. Das geht aus einer am Donnerstag vorgestellten Untersuchung der Hamburger Universität für die Krankenkasse AOK und die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (Dank) hervor.

Demnach bewerben rund 92 Prozent der Spots, die Kinder beim Medienkonsum via Fernsehen und Internet wahrnehmen, Süßigkeiten oder Fast Food.

Verbände fordern Verbot der Werbung

Die in der Allianz zusammengeschlossenen Fachverbände und die AOK nannten das Ergebnis der Untersuchung "erschreckend" und forderten ein Verbot von auf Kinder zugeschnittene Werbung für ungesunde Lebensmittel. "Die Unternehmen haben den Werbedruck auf Kinder bewusst erhöht", kritisierte die Vizevorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Sigrid Peter.

"Die schädlichen gesundheitlichen Folgen davon sehen wir täglich in unseren Praxen", erklärte die Kinderärztin weiter. "Wir müssen endlich die Ursachen angehen für Übergewicht bei Kindern - und Werbung ist dabei ein wichtiger Faktor." Ihr Verband ist eines der Mitglieder der Allianz, zu der auch der Hausärzteverband, die Deutsche Krebsgesellschaft sowie die Diabetes-Stiftung gehören.

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Auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch forderte ein Verbot von an Kinder gerichtete Werbung für stark zuckerhaltige Snacks und andere ungesunde Lebensmittel. Damit torpediere die Industrie "die Bemühungen vieler Eltern, ihre Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern", erklärte sie. Foodwatch verwies auf ein eigenes juristisches Gutachten. Der Bund könne danach ein solches Verbot verhängen, hieß es.

Lebensmittelwirtschaft: "Verbot macht nicht schlank"

Die Studie ermittelte, wie oft Kinder im Alter zwischen drei und 13 Jahren bei der Mediennutzung pro Tag mit Werbung für ungesunde Lebensmittel in Kontakt geraten. Demnach sehen sie im Schnitt rund zehn entsprechende Werbespots im Fernsehen sowie weitere fünf Werbeanzeigen im Internet. Die Hamburger Wissenschaftler stützten sich auf eigenen Erhebungen sowie Marktforschungsdaten. Diese stammen aus dem Zeitraum von März 2019 bis Februar 2020.

Der Verband der deutschen Lebensmittelwirtschaft kritisierte die Forderungen als irreführend. Übergewicht und Krankheiten würden durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Die Fokussierung auf den Konsum bestimmter einzelner Lebensmittel sei "nicht zielführend", erklärte der Lebensmittelverband Deutschland in Berlin. In einer "ausgewogenen Ernährung" fänden auch diese ihren Platz. Zudem gebe es schon strenge gesetzliche Vorgaben für Werbung für Kinder. Ein Verbot mache Menschen nicht schlank.

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