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Mache ich eine Ausbildung oder studiere ich?

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Berufswahl - Mache ich eine Ausbildung oder studiere ich?

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Viele Schulabgänger stehen vor der schwierigen Wahl: Ausbildung oder Studium? Das heißt auch: mehr Zufriedenheit im Leben oder eher mehr Geld verdienen? Eine Hilfestellung.

Ausbildung zum Tischler
Ausbildung zum Tischler (Archiv): Oder doch lieber studieren? Auch eine Frage des Typs.
Quelle: imago

Der Schulabschluss ist (fast) in der Tasche - und jetzt: eine Ausbildung machen oder studieren? Gute Argumente gibt es für beide Varianten. Die Entscheidung "Ausbildung oder Studium" sollte wohl überlegt sein, finden Professorin Monika Jungbauer-Gans und Dr. Heiko Stüber.

Die beiden Wissenschaftler sind sich einig: Die Gleichung "Je höher der Abschluss, desto höher das Gehalt" geht nicht grundsätzlich auf, trifft aber dennoch für die meisten zu.

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Die Einkommensunterschiede variieren deutlich

"Die Frage, ob man mit einem Studienabschluss im Lauf des Lebens mehr verdienen kann als ohne, muss man bejahen - und zwar obwohl die Ausbildungsdauer mit einem Studium in der Regel länger ist", erklärt Monika Jungbauer-Gans unter Verweis auf Studien.

Außerdem glaubt sie: "Bei dieser Frage spielt auch das Erwerbsverhalten eine große Rolle: Personen mit höheren Abschlüssen sind häufiger erwerbstätig bzw. arbeiten mit einer höheren Wochenstundenzahl."

Dazu ein paar Zahlen:


  • Das durchschnittliche Brutto-Lebensentgelt von Hochschulabsolventen liegt bei 2,37 Millionen Euro.
  • Beschäftigte mit Berufsausbildung haben ein durchschnittliches Brutto-Lebensentgelt von 1,51 Millionen Euro.
  • Das durchschnittliche Brutto-Monatsentgelt von Personen mit einem Master liegt bei 3.858 Euro.
  • Das durchschnittliche Brutto-Monatsentgelt von Personen mit einem Bachelor liegt bei 3.235 Euro.
  • Das durchschnittliche Brutto-Monatsentgelt von Personen mit einem Fortbildungsabschluss liegt bei 3.219 Euro.

Die Einkommensunterschiede zwischen Studium und Lehrausbildung variieren zum Teil deutlich. Während sie im medizinischen Bereich besonders hoch sind, sind sie in der Sozialarbeit dagegen besonders niedrig.

Will ich mehr Theorie oder mehr Praxis?

Auch zwischen den Berufsgruppen selbst gibt es erhebliche Unterschiede:

  • Beschäftigte mit einem Hochschulabschuss im Bereich Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufe haben zum Beispiel ein durchschnittliches Brutto-Lebensentgelt von 2,6 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Für Beschäftige im Bereich Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie liegt es bei 1,6 Millionen Euro.

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Die Verdienstmöglichkeiten sind aber nur ein Faktor von vielen, die eine Rolle spielen sollten, wenn es um Bildung und Beruf geht, betont IAB-Forscher Heiko Stüber: "Individuelle Vorlieben, Neigungen und Fähigkeiten sind hinsichtlich der Lebenszufriedenheit oft wichtiger."

Zudem liege nicht jedem ein Studium, das oft theorielastig sei: "Mehr als jeder vierte Bachelorstudent bricht sein Studium ab", so Stüber. Anderen fehle hingegen das Geschick für eine handwerkliche Ausbildung.

Nicht nur der Uni-Abschluss birgt Aufstiegschancen

Auch hinsichtlich der beruflichen Perspektive gilt: "Ja, aber. Personen mit Studium haben im Durchschnitt zwar höhere Chancen, wenn es um Aufstiegschancen geht", sagt Monika Jungbauer-Gans.

Es gebe jedoch Bereiche, zum Beispiel im Handwerk, in denen Personen mit Ausbildung und entsprechenden Fortbildungen zum Meister der Techniker ebenfalls Führungspositionen übernehmen könnten.

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Zudem sei auf keinen Fall der Umkehrschluss zulässig, dass ein Studium automatisch zu einer Führungsposition führe. "Insbesondere wenn immer mehr ein Studium absolvieren, werden die Anteile unter Akademikern steigen, die nicht auf Führungspositionen kommen", gibt die Soziologin zu bedenken.

Der Schnellcheck: Was spricht für eine Ausbildung, was für ein Studium?

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