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Geschätzt 1,6 Milliarden : Stürme sorgen für Milliardenschäden

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Die Stürme der vergangenen Tage gehören laut Experten zu den schadenträchtigsten in Deutschland. Die Unwetterwarnungen wurden am Montagvormittag aufgehoben.

Erst Ylenia, dann Zeynep und jetzt Antonia – Versicherer wird die Sturmserie nach eigenen Schätzungen 1,6 Milliarden Euro an Schäden kosten. Ein vierter Sturm sei nicht in Sicht.

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Die Serie heftiger Stürme über weiten Teilen Deutschlands hat sich in der Nacht fortgesetzt. Sturmtief "Antonia" sorgte erneut für schwere Sturmböen, nachdem in den vergangenen Tagen bereits durch die Orkantiefs "Ylenia" und "Zeynep" reihenweise Bäume umgestürzt und Gebäude beschädigt worden waren.

Für die deutsche Nordseeküste bestand wieder Sturmflutgefahr, hatte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie gewarnt. Bahnreisende müssen sich zum Wochenstart wegen erheblicher Schäden auf Beeinträchtigungen einstellen.

Wetterdienst: Wind bleibt weiter Thema

Der Deutsche Wetterdienst DWD hat seine offiziellen Unwetterwarnungen vor orkanartigen Böen oder Orkanböen für Deutschland am Montagvormittag aufgehoben. "Es wird jedoch weiterhin vor Sturmböen, teils auch schweren Sturmböen in weiten Teilen Deutschlands gewarnt", teilte der DWD mit. "Zudem bestehen nur noch für wenige exponierte Gipfellagen Warnungen vor Orkanböen."

Die Kaltfront von Sturmtief Antonia habe Deutschland südostwärts überquert.
Dahinter bleibe es aber weiterhin sehr windig bis stürmisch, hieß es. Gegen Abend lasse der Wind deutlich nach.

Am Dienstag zeigt sich der Himmel den Prognosen zufolge dann wechselnd bis stark bewölkt. Im Südosten werden langsam nachlassende Regenschauer, im Bergland Schneeschauer erwartet. Anfangs zieht in der Osthälfte, nachmittags auch wieder im Westen und Nordwesten mäßiger bis frischer, in Böen starker bis stürmischer Wind auf. Im Osten und Südosten lassen die Niederschläge dann am Mittwoch nach.

Die Woche startet windig mit gewittrigen Schauern und teils sonnigen Momenten. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 4 und 10 Grad.

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Nordrhein-Westfalen: Hausdächer zerstört

In Nordrhein-Westfalen haben heftige Böen Hausdächer zerstört und Autos beschädigt. In Herdecke südlich von Dortmund flog das Dach eines Mehrfamilienhauses davon und landete auf einem anderen Dach, wie die Feuerwehr mitteilte. Auch das zweite Dach wurde demnach massiv beschädigt. Verletzt wurde dabei niemand, hieß es weiter.

In Solingen fiel ein Baum auf eine Busoberleitung, dadurch wurden etwa 200 Meter der Leitung abgerissen, wie die Polizei berichtete. Auch andernorts kippten Bäume infolge des Sturms um. Dabei seien Autodächer beschädigt worden.

Hamburger Fischmarkt erneut unter Wasser

Der Hamburger Fischmarkt im Stadtteil Altona ist am Montag erneut überschwemmt worden. Nach Angaben des Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verursachte "Antonia" eine Sturmflut - der Wasserstand überschritt das mittlere Hochwasser um etwa 1,5 Meter.

Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle in Hamburg ist während einer Sturmflut überschwemmt.
Von einer Sturmflut wird gesprochen, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft.
Quelle: dpa

Einschränkungen im Bahnverkehr am Montag

Laut Deutscher Bahn (DB) kommt es in vielen Regionen auch am Montag noch zu Verspätungen und Zugausfällen. Demnach verkehren mit Stand vom Montagvormittag keine Fernzüge zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund, Berlin und Rostock/Stralsund, Norddeich Mole/Emden und Köln sowie Siegen und Dortmund. Die großen Städte wie Hamburg, Berlin, Hannover, Köln, Frankfurt, Mannheim, Stuttgart und München seien mit Zügen des Fernverkehrs wieder erreichbar.

Nach Angaben der Bahn waren nach den zurückliegenden Sturmtagen zwischenzeitlich insgesamt mehr als 6.000 Kilometer des Streckennetzes nicht befahrbar. Rund 2.000 Einsatzkräfte seien rund um die Uhr unterwegs, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und Oberleitungen zu reparieren.

Einen aktuellen Überblick über die Einschränkungen im Bahnverkehr für Pendler und Reisende nach Sturmtief "Antonia" finden Sie hier:

Beeinträchtigungen für Pendler - Zugausfälle und Verspätungen nach Sturmtief 

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Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) verlangte von der Deutschen Bahn ein besseres Unwetter-Krisenmanagement. So mahnte er einen gründlicheren und früheren Grünschnitt an, um entlang der elektrifizierten Strecken Baumstürze auf Oberleitungen zu verhindern. Er werde dies noch einmal an DB-Vorstand Ronald Pofalla adressieren, kündigte er am Sonntagabend an.

Fährverbindung Rostock-Gedser verkehrt wieder regelmäßig

Behinderungen gab es auch für Schiffreisende. Nach den sturmbedingten Absagen mehrerer Fahrten auf der Strecke zwischen Rostock und dem dänischen Gedser hat die Reederei Scandlines am Montag den regulären Betrieb aber wieder aufgenommen. Wie das Unternehmen berichtete, haben in beiden Häfen die Fähren gegen 11.15 Uhr abgelegt.

Allerdings könnte es wegen des starken Windes und Niedrigwasser zu Verzögerungen kommen. Auch auf der Strecke zwischen Puttgarden-Rødby fahren die Fähren planmäßig, wie es hieß.

Zoobrücke in Köln gesperrt

Wegen des Unwetters und nach einem Autounfall ist die Zoobrücke in Köln am Sonntag gesperrt worden. Durch den starken Wind hatte sich dort am Abend der leere Anhänger eines Autos aufgeschaukelt, wie ein Polizeisprecher sagte.

Der Fahrer verlor demnach die Kontrolle über seinen Wagen und krachte durch die Mittelleitplanke der Brücke. Die gesperrte Zoobrücke in Köln ist am frühen Montagmorgen wieder für den Verkehr freigegeben worden.

Mindestens sechs Tote durch Stürme

In den vergangenen Tagen waren wegen der Orkantiefs "Ylenia" und zuletzt "Zeynep" mindestens sechs Menschen bei Unfällen in Deutschland gestorben. Tödliche Unfälle gab es auch in mehreren anderen Ländern Europas, etwa in Polen, den Niederlanden, Großbritannien und Belgien.

Umgestürzte Bäume, Flugausfälle und verspätete Züge: Sturmtief Ylenia hat besonders den Norden und Osten Deutschlands getroffen. Unsere Korrespondenten berichten vor Ort.

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Schätzungen: Milliardenschaden nach "Ylenia" und "Zeynep"

Die Zerstörungen durch die heftigen Stürme in Deutschland der vergangenen Tage dürften die Versicherungsbranche Experten zufolge eine Milliardensumme kosten. Der Versicherungsmakler Aon schätzt die versicherten Schäden auf insgesamt 1,6 Milliarden Euro, wie er am Montag in Hamburg mitteilte.

Die auf Versicherungsmathematik spezialisierte Unternehmensberatung Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) in Köln schätzt die Schäden von "Ylenia" und "Zeynep" auf mehr als 1,4 Milliarden Euro.

"Wir gehen davon aus, dass 'Ylena' und 'Zeynep' zu den schadenträchtigsten Stürmen in Deutschland zählen", sagte Aon-Deutschland-Chef Jan-Oliver Thofern. "Die Schäden wären noch höher ausgefallen, wenn die Bäume schon Blätter getragen hätten, die wegen des Segeleffektes noch mehr Bäume zum Umsturz gebracht hätten."

Allein die Feuerwehr in Berlin rückte zu rund 4.000 wetterbedingten Einsätzen zwischen Donnerstagfrüh und Sonntagnachmittag aus. Somit sei es "der einsatzreichste Ausnahmezustand Wetter in der Geschichte der Berliner Feuerwehr" gewesen, teilte die Hauptstadtfeuerwehr mit.

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