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Zweitgrößter Fluss in Südamerika - Regenwald aus dem Takt - Dürre am Rio Paraná

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Teile Südamerikas werden von verheerenden Wetterphänomenen heimgesucht. Besonders um den riesigen Strom Rio Paraná sorgen sich die Menschen.

In Chaco-i, Paraguay, werden Boote über den letzten verfügbaren Wasserreserven des Payagua-Stroms gehalten, der in den Paraguay-Fluss mündet, inmitten einer historischen Dürre, die sich auf den Wasserstand auswirkt.
Historische Dürre in Paraguay: Die Wasserstände sinken rapide, das Land trocknet aus.
Quelle: dpa/jorge saenz

Wie eine große dunkle Mauer rast der Sandsturm auf die Stadt Franca zu. Für ein paar Augenblicke wird es in der Stadt im Bundesstaat Sao Paulo stockdunkel.

Zuerst war es sonnig, aber dann wurde es dunkel und ich dachte es sei Regen. Als ich genauer hinsah, hatte der Staub bereits die gesamte Nachbarschaft erfasst. Es war ein schreckliches Erstickungsgefühl.
Ana Luisa Flausino (32), Augenzeugin

Die anhaltende Dürre hat Teile Südamerikas fest im Griff. Nicht nur Sandstürme im Bundesstaat Sao Paulo besorgen die Menschen, auch die historische Trockenheit des riesigen Rio Paraná – des zweitgrößten südamerikanischen Flusses.

Ein Grund: Abholzung des Regenwaldes

Klimaexpertin Dr. Francis Lacerda vom Institut IPA erkennt in den nächsten Naturphänomenen einen Zusammenhang. Im Gespräch mit ZDFHeute sagt sie:

Sie hängen im Allgemeinen mit der Veränderung des Wasserkreislaufs zusammen.
Dr. Francis Lacerda, Klimaexpertin

Grund dafür sei die seit Jahrzehnten anhaltende und jüngst wieder zunehmende Abholzung des Amazonas-Regenwaldes in Südamerika. Das alles führe dazu, dass das Gleichgewicht der Regenmenge, die auf den Boden fällt und dort bleibt, offenbar aus dem Takt gekommen ist.

Der Klimawandel bringt den Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht - mit gravierenden Folgen. Die Weltwetterorganisation warnt in ihrem neuen Bericht vor einer globalen Wasserkrise.

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Dieses Regenwasser sei aber ganz entscheidend, um den Wasserkreislauf im Gleichgewicht zu halten, damit es in die Atmosphäre zurückgelangt, zu Regenwolken wird und auf die Wälder und die Böden niederfällt.

Schlimmste Dürre seit 1944

Wasser, dass dem Fluss Paraná, der durch die südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien und Paraguay fließt, fehlt und nun für einen historischen Tiefstand sorgt. Zwar gibt es in der Region immer wieder mal Dürren, so schlimm wie in diesem Jahr war es aber seit 1944 nicht mehr. Es scheint an manchen Orten, als würde dem Fluss das Wasser ausgehen.

All das hat Folgen nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Menschen vor Ort. In einigen Ländern liegen im Umfeld des Rio Paraná Wasserkraftwerke, deren Produktion gefährdet ist. Aber auch der Transportsektor, Fischerei und der Tourismus sind in Gefahr. Hydrologe Marcelo Uriburu Quirno sagt:

Der Rio Paraná leidet aufgrund einer intensiven und anhaltenden Dürre in seinem oberen Becken in Brasilien unter einem außergewöhnlich niedrigen Wasserstand.
Marcelo Uriburu Quirno, Hydrologe
brennender Baum, im Hintergrund vom Rauch verhüllte Palmen

Kultur | Kulturzeit - Brasilien, der Regenwald und die Weltgemeinschaft 

Noch immer wüten Waldbrände immensen Ausmaßes in Brasilien. Es sind die schwersten Feuer seit Jahren. Nun sind erste Hilfsmaßnahmen in Gang gesetzt worden.

40 Millionen Menschen betroffen

Experten beziffern die Zahl der Menschen, die von der Wasserversorgung durch den 4.880 Kilometer langen Fluss abhängen auf bis zu 40 Millionen Menschen.

Der Rio Paraná ist das größte und wichtigste Feuchtgebiet mit der größten und wichtigsten Biodiversität Argentiniens.
Carlos Ramonell, Geologe

Argentinien erklärt Wassernotstand

Die Regierungen die betroffenen Länder warnen die Bevölkerung vor den entsprechenden Konsequenzen. Brasiliens Vizepräsident Hamilton Mourão die Energieversorgung des Landes könnte von der Wasserknappheit beeinträchtigt werden, Argentinien erklärte den Wassernotstand.

Damit ist in vielen Teilen auch die Produktion der industriellen Landwirtschaft in Gefahr, ausgerechnet jenem Zweig, der durch den hohen Flächenbedarf eine Ursache für die Regenwaldabholzung in Südamerika ist. Die Konsequenz: Eine Veränderung des Wasserkreislaufs.

Auch Südamerika leidet unter den Einflüssen der globalen Erwärmung, den Folgen des Klimawandels. In Südamerika insgesamt, sehen wir in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit die Gletscher schmelzen.
Klimaexpertin Dr. Francis Lacerda
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