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Die Kehrseite der Superfoods

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Welternährungstag - Die Kehrseite der Superfoods

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Superfoods wie Avocado und Quinoa sind gerade ganz hipp. Aber sie haben Schattenseiten, bei Anbau und Transport zum Beispiel. Eine Auswahl.

Chiasamen, Gojibeeren und Granatapfelkerne auf einem Tisch
Chiasamen, Gojibeeren und Granatapfelkerne auf einem Tisch
Quelle: dpa

Ein Faktencheck zu den Top 4:

Die Avocado

"Lebensmittel auf dem Prüfstand: Avocado – Superfood im Zwielicht": Vier Avocados in Großaufnahme.
Sie sind lecker, reich an Antioxidantien und enthalten konzentrierte Vitamine. Avocados sind heute fester Bestandteil der modernen Küche.
Quelle: ZDF/Victor Peressetchensky

Die Frucht aus den Tropen boomt. Ein Überblick:

  • 2019 wurden rund 91.500 Tonnen Avocados nach Deutschland importiert
  • Zentralamerika und Südafrika sind führende Avocado-Produzenten der Welt
  • die Frucht enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe

Avocados gelten als ein Superlebensmittel. Doch die hohe Nachfrage zerstört die Ökosysteme in den Anbauländern. Etwa durch den enormen Ressourcenverbrauch für den Anbau der Frucht.

  • pro Jahr werden bis zu 4.000 Hektar Wald für Avocado-Plantagen gerodet
  • für ein Kilogramm Avocado werden 1.000 Liter Wasser benötigt

Schließlich legt die Frucht vom Anbauland Mexiko nach Deutschland einen Transportweg von 9.400 Kilometer zurück, wodurch viel CO2 freigesetzt wird. Dazu wird Energie benötigt, um Transportkühlboxen und Container zu kühlen. 

Die Banane

Bananen liefern viel Energie - vor allem bei Sportlern sind sie beliebt.
Bananen liefern viel Energie - vor allem bei Sportlern sind sie beliebt.
Quelle: colourbox

Die "krumme Frucht" ist seit Jahrzehnten bei Jung und Alt beliebt. Doch der Smoothie-Hype treibt die Nachfrage nach Bananen noch weiter an.

  • 2019 exportierte Ecuador - eines der größten Bananen- Anbaugebiete - rund 357.000 Tonnen nach Deutschland
  • Bananen enthalten Vitamine, Mineralien und Fruchtzucker

Fruchtzucker ist vor allem für Sportler interessant, da er im Körper als Reserve zur Verfügung steht und bei Bedarf abgerufen werden kann, um neue Energie zu liefern.

Bananen werden in Monokulturen angebaut. Auf den Plantagen können sich Schimmel, Viren, Insekten und Würmer schnell ausbreiten. Der Schädlingsbefall gefährdet die Ernten, eine Vermarktung ist dann nicht mehr möglich. Daher werden im konventionellen Anbau große Mengen chemische Pflanzenschutzmittel ausgebracht.

Bis zu 50 mal im Jahr fliegen Agrar-Flugzeuge über die Anpflanzungen. Durch den Sprühnebel erkranken die Plantagenarbeiter. Zudem gelangen die Gifte in umliegende Gewässer, wo sie Fische töten und das ökologische Gleichgewicht stören.     

Die Mango

Das Fruchtfleisch der Mango ist aromatisch und gilt als exotische Vitaminbombe.
Mangos: Exotische Vitaminbombe - Gefahr für die Umwelt?
Quelle: epa

Das Fruchtfleisch der Mango ist aromatisch und gilt als exotische Vitaminbombe. In keinem Supermarkt oder Discounter darf sie fehlen.

  • Indien gilt mit einer Produktion von bis zu 15 Millionen Tonnen im Jahr als Hauptproduzent
  • reich an Vitamin C,E,A und Folsäure

Die Inhaltsstoffe helfen dem Körper, Krankheitserreger abzuwehren und unterstützen das Immunsystem. Zudem stimuliert die Glutaminsäure die Nervenzellen und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Das Fruchtfleisch der Mango wird zudem in vielen Nahrungsmitteln eingesetzt.

Allerdings werden auch im Mango-Anbau Pflanzenschutzmittel verwendet, die in Rückstandsanalysen immer wieder nachgewiesen werden. Die chemischen Substanzen gelten allerdings nicht zwangsläufig als gesundheitsschädlich.

Im September 2019 verhängte die EU schärfere Einfuhrkontrollen von Mangos. Der Grund: Mit nur einer einzigen Frucht können Dutzende fremdländische Fruchtfliegen oder Larven in die EU - und damit auch nach Deutschland - eingeschleppt werden.


Die Insekten können sich weiterverbreiten und ganze Ökosysteme zerstören. Auch für die Landwirtschaft gelten die eingeschleppten Fruchtfliegen als biologische Gefahr.  

Die Quinoa

Quinoa-Flakes, Quinoakörner and aufgepufftes Quinoa
Quinoa-Flakes, Quinoakörner and aufgepufftes Quinoa
Quelle: Imago

Einen regelrechten Hype entwickelt das proteinhaltige, glutenfreie Lebensmittel Quinoa. Die Quinoa-Pflanze stammt aus der Andenregion Südamerikas und ist dort bereits seit etwa 6000 Jahren als Grundnahrungsmittel bekannt.

Anders als Mais war die, auch abschätzig als "Inkaweizen" bezeichnete, Pflanze in Europa bis vor wenigen Jahrzehnten nahezu unbekannt. Man unterscheidet:

  • Weiße Quinoa
  • Schwarze Quinoa
  • Rote Quinoa und
  • Gepuffter Quinoa

Häufig werden Mischungen angeboten.

  • Quinoa ist sehr energiereich
  • liefert Energie hauptsächlich aus komplexen Kohlehydraten und ungesättigten Fetten
  • mehr als 95 Prozent der Weltproduktion werden in Peru und Bolivien angebaut, der verbleibende Teil in Ecuador

Quinoa ist nur geschält zum Verzehr geeignet und sollte immer gut abgespült oder gekocht genossen werden um Bitterstoffe aus der Rinde, die die Pflanze zum Schutz vor Insekten entwickelt hat, zu entfernen. Quinoa ist von Natur aus glutenfrei.

Christine Elsner ist Redakteurin in der ZDF-Umweltredaktion.

Superfoods sind voll im Trend. Doch für viele der exotischen Obst- und Gemüsesorten gibt es heimische Alternativen, die das Klima schonen.

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