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Folterverdacht - Syrischer Arzt in Hessen festgenommen

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Ein Arzt soll im syrischen Bürgerkrieg in einem Militärgefängnis Insassen gefoltert haben - seit 2015 lebt und praktiziert er in Deutschland. Nun wurde er festgenommen.

Schild der Generalbundesanwalt in Karlsruhe. Symbolbild
Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Quelle: Uli Deck/dpa

Die Bundesanwaltschaft hat einen syrischen Arzt wegen des Verdachts von Folterungen festnehmen lassen. Er soll 2011 im Gefängnis des syrischen Militärgeheimdienstes in der Stadt Homs einen Gefangenen mit einem Plastikrohr geschlagen und den am Boden liegenden Mann getreten haben.

Das Opfer sei später gestorben, die Todesursache sei aber unklar, teilte die Anklagebehörde mit. Die Festnahme erfolgte durch Beamte des Bundeskriminalamts am Freitagabend in Hessen. Der Mann sitzt nun in Untersuchungshaft.

Vorwurf: Arzt soll mit Plastikrohren auf Opfer eingeschlagen haben

Der Verdächtige war nach den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft als Arzt gerufen worden, nachdem das Opfer bei einer Folterung einen epileptischen Anfall erlitten hatte. Einen Tag später verschlechterte sich demnach der Gesundheitszustand des Gefolterten.

Der Verdächtige erschien der Karlsruher Mitteilung zufolge abermals, diesmal in Begleitung eines weiteren Arztes. Beide hätten mit Plastikrohren auf das Opfer eingeschlagen, hieß es.

Einer der Angeklagten, Eyad A. (43, l), sitzt auf der Anklagebank des Oberlandesgerichts hinter Corona-Schutzscheiben, und verbirgt sein Gesicht unter eine Kapuze am 23.04.2020 in Koblenz.

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Vorwurf: Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Der Vorwurf gegen den Verdächtigen, der seit 2015 in Deutschland lebt und als Arzt praktizierte, lautet Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gefährliche Körperverletzung. Der Mann wurde am Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

In Koblenz hat ein Prozess gegen zwei mutmaßliche syrische Folterer begonnen. Der Menschenrechtsanwalt Anwar al-Bunni sieht große Chancen in diesem öffentlichen Prozess.

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