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Zunahme extremer Stürme - Filipinos verzweifeln angesichts Klimakrise

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Die Klimakrise bedroht vor allem den globalen Süden, Naturkatastrophen nehmen immer weiter zu. Viele junge Filipinos haben deswegen Angst, doch sie wollen kämpfen.

Ein HAus wird von einem Taifun weggeschwemmt (Archivbild, 2013)
Von Taifun Haiyan weggeschwemmtes Haus an der philippinischen Küste
Quelle: AP

92 Prozent der jungen Filipinas und Filipinos haben Angst vor der Zukunft. Der Grund: Das Land gehört zu denjenigen, die die Klimakrise am deutlichsten spüren. In einer von der medizinischen Zeitschrift "The Lancet" veröffentlichten internationalen Studie sprechen Jugendliche von 16 bis 25 Jahren von Furcht, Frust, Verzweiflung und Wut.

Im Schnitt 20 Taifune fegen jedes Jahr über die Philippinen, Wetterextreme nehmen schon länger deutlich zu. Und es dürfte noch schlimmer kommen: Laut aktuellem UN-Klimabericht bewegt sich die Erderwärmung Richtung 2,7 Grad.

Opfer des Klimawandels: der globale Süden

Der junge Klimaaktivist Jefferson Estela kritisiert die immer gleichen Muster:

Schlagzeilen über die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen, die auftauchen und dann verschwinden, Menschen, die winzige Änderungen ihres Lebensstils vornehmen, und andere, die aufgeben.
Klimaaktivist Jefferson Estela

Unzählige Male haben Estelas Landsleute erfahren müssen, dass sie als Bewohner des globalen Südens den Preis für die Klimakrise zahlen. Eine, wie sie es beschrieben, "apokalyptische Szenerie" haben sie vor acht Jahren durchlitten: Im November 2013 raste der Taifun "Haiyan" über die Philippinen hinweg - einer der stärksten je gemessenen Wirbelstürme. Mindestens 6.300 Menschen starben, Millionen weitere verloren Häuser, Einkommen und Lebensgrundlage.

"Carbon Majors" rechtlich mit für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich - ein Meilenstein

Weil auf die Zerstörung keine Konsequenzen folgten, ging die Bevölkerung zur Gegenwehr über: 2015 riefen Taifun-Überlebende, Fischer, Umweltschützer und andere die philippinische Menschenrechtskommission mit einer Petition auf, den Beitrag von Konzernen zur Klimakrise zu prüfen. Genannt wurden unter anderem BP, Chevron, Exxon, Shell und Total.

Nach Anhörungen in Manila, London und New York befand die Kommission 2019, dass die 47 "Carbon Majors" rechtlich mit für Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang mit der Klimakrise verantwortlich gemacht werden könnten. Damit habe erstmals ein Menschenrechtsgremium so entschieden und auf diese Weise ein "Leuchtfeuer der Hoffnung" erzeugt, urteilte Amnesty International.

Der neue Weltklimabericht zeigt die drastischen Folgen der menschengemachten Erwärmung der Erde. ZDFheute live spricht über die Bedeutung und wie unser Klima noch zu retten ist.

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34 min
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Die am meisten darunter leiden, tragen am wenigsten dazu bei.
Exekutivdirektor von Greenpeace Südostasien, Yeb Saño

Die Organisation hat die philippinische Petition mit initiiert. Die Verursacher zur Verantwortung zu ziehen, sei "ein Akt der Gerechtigkeit". Rückenwind gibt ein Urteil aus den Niederlanden: Im Mai hatte ein Gericht in Den Haag entschieden, der Shell-Konzern müsse den CO2-Ausstoß bis 2030 um 45 Prozent (netto) im Vergleich zu 2019 senken. Im Juli bestätigte Shell, in Berufung zu gehen.

nano vom 22. April: Das letzte Jahrzehnt war das wärmste je gemessene. 2020 war eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Lässt sich die Entwicklung aufhalten?

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28 min
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Kritik an autokratischem Machthaber

Auf den Philippinen steht auch die eigene Regierung in der Kritik: Im April hob Staatschef Rodrigo Duterte ein neun Jahre altes Moratorium für die Inbetriebnahme neuer Bergbauprojekte auf, um angesichts der von Covid-19 gebeutelten Wirtschaft Geld in die Staatskasse spülen. Die Initiative "Alyansa Tigil Mina" kritisiert die Kehrtwende Dutertes, der bei Amtsantritt vor fünf Jahren behauptet hatte, die Zerstörung der Wälder stoppen zu wollen.

Laut der in "The Lancet" publizierten Studie fühlen sich 68 Prozent der jungen Generation auf den Philippinen von den Regierenden im Stich gelassen.

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