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Bundesstiftung Aufarbeitung - Unkenntnis bei Schülern über Deutsche Teilung

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Die Bundesstiftung Aufarbeitung fordert, die deutsche Geschichte nach 1945 in Schulen zum Prüfungsthema zu machen. Viele Schülerinnen hätten zu wenig Kenntnisse dieser Zeit.

Grenzzaun an der Gedenkstätte Point Alpha in Rasdorf. Archiv
Viele Jugendliche wissen nicht mehr, das Deutschland mit einer hochgesicherten Grenze jahrzehnte geteilt war. (Archivbild der Gedenkstätte Point Alpha in Rasdorf)
Quelle: Uwe Zucchi/dpa

Viele Schülerinnen und Schüler wüssten nicht, dass Deutschland einmal geteilt gewesen sei und dass es eine kommunistische Diktatur gegeben habe, sagte die Direktorin der Bundesstifung Aufarbeitung, Anna Kaminsky, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Interesse an dem Thema sei zwar vorhanden, aber keine Kenntnisse darüber.

Wir stellen fest, dass mit jedem neuen Schuljahrgang, der in die siebte, achte, neunte oder zehnte Klasse kommt, erst einmal das Wissen über die Diktatur vermittelt werden muss.
Anna Kaminsky, Direktorin Bundesstifung Aufarbeitung

Lehrer ohne eigene Erfahrungswerte

Hinzu komme eine Lehrergeneration, die kein eigenes Erfahrungswissen aus der Zeit der Teilung mehr habe, sondern erst die Zeit nach 1990 kenne. "Wir bemerken auch hier ein großes Interesse, aber wir sehen auch große Lücken", sagte Kaminsky.

Die Bundesstiftung habe kürzlich für Schleswig-Holstein und Hamburg eine Fortbildung angeboten zum Thema "60 Jahre Mauerbau". Dafür hätten sich Hunderte Lehrerinnen und Lehrer angemeldet.

Ost-West als Bestandteil des Lernens

Die Bundesstiftung setze sich seit Jahren dafür ein, dass die Auseinandersetzung mit der deutschen Nachkriegsgeschichte ein ganz selbstverständlicher Bestandteil im zeitgenössischen Bildungskanon werde.

Denn nur auf der Grundlage von gesichertem Wissen und Fakten ist eine Bewertung der Vergangenheit aber auch von aktuellen Entwicklungen möglich.
Anna Kaminsky, Direktorin Bundesstifung Aufarbeitung

Wenn die Stunden für das Fach Geschichte immer weiter reduziert würden, aber der Unterrichtsstoff der gleiche bleibe oder gar wachse, dann finde ein Auswahlprozess statt - oftmals zu Lasten der jüngeren Geschichte. Deshalb müsse die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts Prüfungsthema sein. "Wenn die Geschichte nach 1945 nicht prüfungsrelevant ist, kann es sein, dass sie der Unterrichtsökonomie zum Opfer fällt und in unseren Schulen nicht mehr stattfindet", warnte sie.

Nach dem Mauerfall manifestierte sich die deutsche Teilung und die Zweistaatlichkeit erschien endgültig .

Beitragslänge:
44 min
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Für Zukunftsgestaltung wichtig, zu wissen woher man kommt

Die Stiftung nutze aktuelle Debatten wie die über "DDR 2.0" oder "Corona-Diktatur", um mit ihren Vermittlungsangeboten anzuknüpfen. Die DDR sei ja in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer Art Vergleichsfolie für das geworden, was den Menschen heute nicht passe.

Grenzzaun an der Gedenkstätte Point Alpha in Rasdorf. Archiv
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Nachrichten | Thema - Die DDR 

Als Gegenentwurf zur Bundesrepublik gedacht, entwickelte sich die DDR nach dem Mauerbau 1961 immer mehr zur Diktatur mit Mauertoten.

"Da wird dann tief in die Symbolkiste der DDR gegriffen, um der Kritik Relevanz zu verleihen", berichtet Kaminsky. "Das ist natürlich eine gute Möglichkeit für uns zu sagen: Ja, dann lasst uns darüber reden: Wie war es in der DDR? Wie ist es heute und was sind die Unterschiede?" Insgesamt sei das eine Sisyphusarbeit, sagt Kaminsky: "Aber es ist eine wichtige Aufgabe, zu wissen, woher wir kommen, was die Grundlagen unseres Landes sind."

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