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Nord- und Ostsee werden wärmer

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Meereswelt verändert sich - Nord- und Ostsee werden wärmer

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Nord- und Ostsee werden immer wärmer. Die Grünen warnen vor dramatischen Veränderungen.

Ein Fischkutter kommt im Hafen von Lübeck-Travemünde an.
Ein Fischkutter kommt im Hafen von Lübeck-Travemünde an - ein Papier zeigt, dass auch die Ostsee immer wärmer wird.
Quelle: Bodo Marks/dpa/Symbolbild/Archivbild

Nord- und Ostsee sind deutlich wärmer geworden. Die Nordsee hat sich im Zeitraum 1969 bis 2017 unter Berücksichtigung der mittleren Oberflächentemperatur um 1,3 Grad Celsius erwärmt. Das geht aus der Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Frage der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Steffi Lemke, hervor.

In der westlichen Ostsee wurde demnach seit 1982 ein Anstieg von mindestens 1,8 Grad gemessen. Wenn dieser sich fortsetze, drohten massive Veränderungen der Meeresumwelt, so Lemke.

Seit 2017 sind fast 45 Prozent der fast 57.000 km2 großen Meeresfläche von Nord- und Ostsee unter Schutz gestellt. Dennoch beklagen Meeresschützer eine Übernutzung der beiden Meere. Denn die Fischerei schädigt die Meeresgebiete massiv.

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Hering und Kabeljau ziehen in kühlere Gewässer

"Nord- und Ostsee erhitzen sich in besorgniserregendem Tempo", sagte Lemke der Deutschen Presse-Agentur. "Hering und Kabeljau fliehen schon heute in kühlere Gewässer, Richtung Arktis. Für die kleine Küstenfischerei ist das genauso dramatisch wie für komplexe ökologische Kreisläufe innerhalb unserer Meere." Auch könnten Algenblüten weiter zunehmen.

Laut Ministerium baut sich in der Nordsee selbst in tieferen Schichten unterhalb von 30 Metern im Frühjahr eine warme Deckschicht zusammen. Die saisonale Erwärmung könne regional und von Jahr zu Jahr variieren.

Insgesamt ergeben die Messungen der Stationen innerhalb der Nordsee für die vergangenen 30 Jahre eine Erwärmung im Bereich zwischen 0,5 und 2 Grad. Für die Deutsche Bucht wurde in der Zeit von 1980 bis 2015 eine Erwärmung um 1,4 Grad an der Wasseroberfläche und um 1,6 Grad in 20 Metern Tiefe gemessen.

Lemke: Wirksame Schutzgebiete nötig

In der Ostsee liegt die Erwärmung im Zeitraum 1980 bis 2015 bei 1,6 Grad an der Oberfläche und bis zu 1,9 Grad in 20 Metern Tiefe. Auch hier gibt es regionale Unterschiede. Überdurchschnittlich stark erwärmt sich das Gebiet "Oder Bank" an der östlichen deutschen Ostseeküste. Dort machten sich wegen der seichten Wassertiefen möglicherweise die zunehmend warmen Sommer besonders bemerkbar.

Lemke forderte wirksamen Klimaschutz:

Wenn wir unsere Meere retten wollen, braucht es endlich auch wirksame Schutzgebiete in denen sich geschützte Arten zurückziehen und erholen können.
Steffi Lemke, Die Grünen

Gesunde Meere könnten auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. "So speichern gesunde Meere riesige Mengen an Kohlenstoff und produzieren gleichzeitig unsere Luft zum Atmen."

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