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Tierwohlgerechte Haltung - Künftig weniger Billig-Fleisch bei Aldi

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Der Discounter Aldi will in seinem Sortiment bis 2030 nur noch Fleisch aus tierwohlgerechter Haltung der Stufen drei und vier anbieten. Das hat auch Auswirkungen auf die Preise.

Aldi will tiergerechter werden: Der Discounter hat angekündigt, ab 2030 nur noch Frischfleisch aus den höchsten Haltungsformen zu verkaufen und hofft, dass andere folgen.

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Die Geschäftsleitung von Aldi will nach eigenen Angabe ein "Versprechen" geben und neue Wege beim Verkauf von Frischfleisch einschlagen. Sie plant, bis 2030 Frischfleisch nur noch aus den Tier-Haltungsformen drei und vier (Außenklima- und Bio-Haltung) einzuführen. In diesen Stufen haben die Tiere mehr Raum, mehr Luft und werden mit Futter ohne beziehungsweise mit weniger Gentechnik gefüttert.

Kunden seien bereit

Betroffen sein soll Fleisch von Rind, Schwein, Hähnchen und Pute, ausgenommen sind (internationale) Spezialitäten und Tiefkühlartikel. Die Entwicklungen des Konsumverhaltens sieht Aldi als Unterstützung für die Entscheidung: Laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hätten sich die Deutschen in 2020 häufiger für Bio-Fleisch entschieden als im Vorjahr.

Auch wenn es schwer werde, glaube Aldi daran "das Richtige zu tun: für Tierwohl, für nachhaltiges Wirtschaften, für unsere Kunden und aus Überzeugung", sagt Tobias Heinbockel, Managing Director Aldi Nord und ergänzt mit Blick auf die Preise, dass "ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und Nachhaltigkeit sich keineswegs ausschließen."

Der steigende Umsatz mit nachhaltig erzeugter Ware zeigt, dass unsere Kunden bereit sind für einen Bewusstseinswandel.
Tobias Heinbockel, Managing Director Aldi Nord

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Bessere Bedingungen erhöhen Preise

Schon in diesem Jahr sollen laut Aldi 15 Prozent des Frischfleisch-Umsatzes aus den Haltungsformen drei und vier bestehen. Bis 2025 gibt es kein Fleisch mehr der konventionellen Stufe eins. Bis 2026 sollen 33 Prozent aus den höheren Haltungsformen drei und vier bestehen, bis 2030 dann 100 Prozent.

Auf Nachfrage von ZDFheute erläutert eine Sprecherin von Aldi-Süd zu möglichen Preiserhöhungen, dass die höheren Kosten der Landwirte für bessere Haltungsbedingungen, zu denen auch mehr Platz und frische Luft oder auch Beschäftigungsmaterial für die Tiere zählten, sich auf den Verkaufspreis von Frischfleisch auswirkten.

Frischfleisch der Tierwohl-Haltungsformen kann es daher nicht zum Preis von konventioneller Ware geben.
Nastaran Amirhaji, Sprecherin Aldi Süd

Umstellung erfordert mehr Kapazitäten und Investitionen

Sie ergänzt, wie sich die Preise für Frischfleisch langfristig entwickelten, lasse sich heute nicht verlässlich vorhersagen. "Im Vordergrund steht zunächst der Ausbau der Kapazitäten, um überhaupt ausreichend Ware aus höheren Haltungsformen anbieten zu können."

Die Geschäftsleitung betont, man sei sich der Tragweite dieser Umstellung bewusst. Mehr Tierwohl bedeute auch hohe Investitionen für Landwirte und die Umstellung eines Marktes. Dabei setzt Aldi auch auf Landwirte, Politik und Industrie, um geeignete Rahmenbedingungen zu bieten. Für einen deutlichen Ausbau von Außenklima- und Bio-Haltung seien "verlässliche Perspektiven und Abnahmemengen für Erzeuger und Verarbeiter" notwendig.

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Bauern zurückhaltend bei Aldi-Vorstoß

Der Deutsche Bauernverband reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung von Aldi. "Die Haltungsstufen 3 und 4 sind aktuell eine absolute Marktnische", sagte Präsident Joachim Ruckwied. Aber offensichtlich sei der Lebensmitteleinzelhandel nun bereit, "im Einkauf erhebliche Summen aufzuwenden, um mehr Tierwohl angemessen zu honorieren".

Ohne ein einfacheres Baurecht für Ställe "dürfte aus dieser Idee ohnehin nichts werden", betonte Ruckwied. Die Landwirte müssen viel Geld in den Um- und Neubau von Ställen investieren und klagen über lange Genehmigungsverfahren. Anfang der Woche hatte sich die Große Koalition auf Erleichterungen beim Umbau von Ställen für eine bessere Tierhaltung verständigt.

Greenpeace bewertet Konzept als "Volltreffer"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace lobte hingegen die Entscheidung von Aldi als "Volltreffer" und "ambitionierten Plan". Er zeige der gesamten Branche den Weg auf. Andere Ketten müssten nachziehen, aufgrund des klar kommunizierten Stufenplans erhielten auch die Landwirte und Landwirtinnen die notwendige Planungssicherheit für eine allmähliche Umstellung.

Die frühere Bundesumweltministerin Renate Künast (Grüne) betonte, die Agrarpolitik der CDU werde vom Lebensmittelhandel "überholt".

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