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Winterblues - Dunkle Tage, schlechte Laune

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Wenn die Tage im Winter kürzer werden, wirkt sich das bei vielen auf die Stimmung aus. Doch warum ist das so? Und was kann man gegen den Winterblues tun?

Eine Person im Profil vor einem baum in grauen Farben
Wenn die Tage kürzer und grauer werden, sorgt das bei vielen Menschen für schlechte Stimmung.
Quelle: dpa

In der Jahreszeit, in der der Eine an Weihnachten, gemütliche Abende zu Hause und den ersten Schnee denkt, würde der Andere am liebsten auswandern. Herbst und Winter mit ihren dunklen Tagen setzen manchen Menschen so zu, dass sie das Haus am liebsten gar nicht mehr verlassen wollen. Werden Tage kürzer und die Dunkelheit länger, fällt manch einer in ein Stimmungstief.  

Winterblues hat biologische Ursachen

Doch warum ist das so? Christine Reif-Leonhard, leitende Oberärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an der Uni-Klinik Frankfurt kennt das Phänomen.

Man fühlt sich weniger schwungvoll, zieht sich zurück und wird melancholisch.
Christine Reif-Leonhard, Leitende Oberärztin Psychiatrie an der Goethe-Uni-Frankfurt

Doch: "Der ,Winterblues‘ ist keine Diagnose." Davon zu unterscheiden sei die Winterdepression, auch saisonale Depression genannt. Der Abfall von Energie und Motivation hängt mit dem steigenden Melatonin-Spiegel zusammen. Melatonin wird auch das "Schlafhormon" genannt, es macht müde. Der Körper bildet es bei Dunkelheit, bei weniger Tageslicht wird es also vermehrt produziert.

Im Gegenzug dazu wird bei Helligkeit vermehrt ein anderes Hormon ausgeschüttet: Serotonin, im Volksmund auch "Glückshormon" genannt. Es macht wach und aktiv. Soweit zur Biologie.

Junge Menschen könnten die Folgen der Pandemie auf ihre psychische Gesundheit noch viele Jahre lang spüren, warnt Unicef. Das sei aber nur "die Spitze des Eisbergs". Ein Überblick.

Beitragslänge:
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Tageslichtlampe kann im Winter helfen

Die gute Nachricht: Man ist dem kalten grauen Wetter nicht hilflos ausgeliefert und kann etwas gegen den Winterblues tun. "Wer sich im Winter oft schlapp fühlt, kann sich zum Beispiel eine Tageslichtlampe besorgen", sagt Ärztin Reif-Leonhard. Man müsse auch nicht regungslos davor sitzen, es reiche, wenn das Licht auf die Netzhaut fällt.

Winterliche Landschaft

Verbraucher | Volle Kanne - Lichttherapie gegen Winterdepressionen 

Der Winter drückt bei vielen auf die Stimmung. Was hilft dagegen?

Reif-Leonhard empfiehlt eine halbe Stunde pro Tag, aber nur bis zum frühen Nachmittag, sonst kann der Schlaf unter der Lichttherapie leiden. Außerdem sollte man schon zu Beginn der dunklen Monate mit der Lichttherapie beginnen, nicht erst im tiefsten Winter.

Soziale Kontakte und Bewegung gegen den Winterblues

Auch Bewegung an der frischen Luft hilft. "Man sollte jede Möglichkeit nutzen, um Licht zu bekommen", sagt Reif-Leonhard. Auch eine gesunde Work-Life-Balance sei wichtig.

Man sollte sich immer ein bis zwei Termine pro Woche reservieren, bei denen man etwas tut, was einem gut tut.
Christine Reif-Leonhard, Leitende Oberärztin Psychiatrie an der Goethe-Uni-Frankfurt

Was das ist, sei natürlich bei jedem unterschiedlich. "Für die einen ist es laut Musik hören, jemand anders geht vielleicht gerne Squash spielen." Auch soziale Kontakte können helfen, den Winterblues klein zu kriegen.

"Das war besonders während Corona ein großes Problem", erzählt die Ärztin. Im Lockdown habe man bei vielen ihrer Patientinnen und Patienten beobachten können, dass sie schnell wieder erkrankten. Aktivitäten, die stimmungsstabilisierend waren, fielen plötzlich weg. Nach dem ersten langen Corona-Winter ist Reif-Leonhard allerdings hoffnungsvoll, dass es nicht noch einmal so kommt. "Ich hoffe, dass es in diesem Jahr besser wird."

Wenn nichts gegen die schlechte Stimmung hilft

Wem aber auch alle Versuche, alleine aus dem Stimmungstief zu kommen nicht helfen, wer keine Energie hat und kaum aus dem Bett kommt, der sollte sich Hilfe holen. "Der Übergang vom Winterblues zur saisonalen Depression kann fließend sein", erklärt Reif-Leonhard.

Trauer wird krankhaft, wenn sie sich nicht mehr durch äußere Einflüsse ändern lässt.
Christine Reif-Leonhard, Leitende Oberärztin Psychiatrie an der Goethe-Uni-Frankfurt

Auch schlechter Schlaf und eine plötzliche Überforderung mit alltäglichen Dingen können Frühsymptome sein. Könne man sich über nichts mehr wirklich freuen und mit nichts ablenken, sollte man am besten erst einmal zum Hausarzt gehen. "Dort kann abgeklärt werden, ob es körperliche Ursachen gibt oder eine psychische Erkrankung vorliegen könnte."

Wer akut Hilfe braucht, kann sich auch bei der Telefonseelsorge melden. Die ist deutschlandweit rund um die Uhr unter der Nummer 0800-1110111 erreichbar. Kontakt aufnehmen kann man auch per Mail und Chat unter online.telefonseelsorge.de.

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