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Tödlicher Schuss am Filmset - Waffenmeisterin reicht Klage ein

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Die Waffenmeisterin des Hollywood-Westerns mit Alec Baldwin wirft dem Requisiteur vor, statt harmloser Attrappen echte Munition geliefert zu haben. Sie hat Klage eingereicht.

Archiv: Eine verrostete Kette hängt am Zaun am Eingang zum Filmset Bonanza Creek Ranch.
Der Todesschuss fiel bei einem Western-Dreh mit Alec Baldwin.
Quelle: dpa

Nach dem tödlichen Schuss auf die Kamerafrau Halyna Hutchins am Set eines Hollywood-Westerns mit Alec Baldwin hat die Waffenmeisterin den Munitionslieferanten verklagt. In der am Mittwoch (Ortszeit) bei einem Gericht im US-Bundesstaat New Mexico eingereichten Zivilklage beschuldigte Hannah Gutierrez-Reed den Lieferanten Seth Kenney, echte Munition mit harmlosen Attrappen vermischt zu haben.

Gutierrez-Reed forderte Schadenersatz in unbekannter Höhe.

Echte Munition statt "Dummy-Munition"?

Die Polizei habe nach der Tragödie sieben echte Patronen entdeckt, erklärte Gutierrez-Reed laut den Gerichtsunterlagen. Gemäß den Sicherheitsvorschriften in der Filmindustrie ist scharfe Munition an Sets verboten.

Kenney habe die Produktion von "Rust" mit Munition beliefert, die "fälschlicherweise als reine Dummy-Munition ausgewiesen wurde", heißt es in der Klageschrift.

Oliver Rasch hat als Waffenmeister für zahlreiche deutsche Filme und Serien gearbeitet. Welche Sicherheitsstandards für Waffen an Filmsets gelten, erklärt er bei ZDFheute live.

Beitragslänge:
14 min
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Vorwurf der Fahrlässigkeit

Auf diese Weise hätten Kenney und seine Firma "eine gefährliche Situation am Filmset geschaffen, ohne dass Hannah Gutierrez-Reed davon wusste", heißt es in der Klageschrift weiter. Diese Fahrlässigkeit habe zu einem "vorhersehbar katastrophalen Ergebnis" geführt.

Kenney hatte den Ermittlern gesagt, dass er der Filmproduktion möglicherweise selbst hergestellte Munition verkauft habe, die eventuell aus recycelten Komponenten hergestellt wurde. Später schloss er diese Möglichkeit in einem Interview mit dem Sender ABC jedoch wieder aus.

Alec Baldwin weist Verantwortung zurück

Bislang hat die Polizei keine strafrechtlichen Vorwürfe erhoben, schließt dies aber für keinen der Beteiligten aus.

Baldwin hatte Anfang Dezember jegliche Verantwortung für Hutchins' Tod zurückgewiesen. Ihm sei gesagt worden, dass die Waffe "kalt" sei, also keine scharfe Munition enthalte, sagte der US-Schauspieler dem Sender ABC News. Er habe die Waffe am Set den Anweisungen entsprechend auf Hutchins gerichtet, aber keinesfalls den Abzug betätigt.

Schauspieler Alec Baldwin. Archivbild

Nach Todesschuss bei Dreh - Weitere Klage gegen Alec Baldwin 

Nach den tödlichen Schüssen am Set ist eine weitere Klage gegen Schauspieler Baldwin eingereicht worden. Skript-Aufsehein Mitchell prangert zu lockere Sicherheitsvorkehrungen an.

Tödlicher Schuss bei Western-Dreh

Bei dem Vorfall während der Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western "Rust" auf einer Filmranch in Santa Fe (New Mexico) war am 21. Oktober Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins (42) tödlich verletzt und Regisseur Joel Souza an der Schulter getroffen worden. Ermittlungen ergaben, dass in dem Colt von Alec Baldwin, der als Hauptdarsteller und Produzent bei dem Film mitwirkt, eine echte Kugel steckte.

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