Sie sind hier:

Rätseln über die Ursache - Massenhafter Elefanten-Tod in Botsuana

Datum:

Sie sterben rasch und in großer Zahl: Hunderte Elefanten sind bereits tot im Okavango-Delta im Süden Afrikas. Die Dickhäuter kippen um und verenden. Die Gründe dafür sind unklar.

Im afrikanischen Land Botsuana sind hunderte Elefanten aus bisher ungeklärter Ursache verendet. Nur eine Milzbrand-Vergiftung und Wilderei konnten die Wildhüter ausschließen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Ein mysteriöses Elefantensterben im südafrikanischen Safari-Paradies Botsuana lässt Experten rätseln: Was lässt die Tiere im Okavango-Delta sterben, inzwischen schon Hunderte von ihnen?

Immer neue verstörende Bilder von ausgedörrten Kadavern gibt es. "Die Ursache ist auch nach drei Monaten weiterhin ungeklärt", erklärt Heike Henderson von der Artenschutzorganisation Future for Elephants.

Tests auf Milzbrand waren negativ

Fast alle Kadaver lagen im nördlichen Teil des Deltas, nahe dem Dorf Seroga. Die meisten Tiere verendeten in Sichtweite von Wasserlöchern. In Botsuana lebt fast ein Drittel des Elefanten-Bestands Afrikas.

Elefanten sind sehr kontaktfreudige Tiere - wenn es eine Infektion wäre, könnte sich das sehr schnell in der Herde verbreiten.
Sybille Quandt, Großwild-Veterinärin

Nahrungsmangel zumindest könne wegen der ergiebigen Regenfälle in letzter Zeit weitgehend ausgeschlossen werden, so Quandt.

Die örtliche Tierschutzorganisation Elephants Protection Society weist auf ein ähnliches Massensterben vor gut einem Jahr hin. Als Ursache galten damals mit dem Anthrax-Erreger (Milzbrand) verseuchte Böden. Diesmal wurde eine Vergiftung durch Anthrax mit Tests aber ausgeschlossen. Die Bevölkerung wurde aber vorsorglich vor dem Verzehr des Fleisches gewarnt.

Großwildjagd im Ausland - 2019 haben Deutsche 750 Trophäen eingeführt 

Viele Wildtiere - zum Beispiel in Afrika - sind vom Aussterben bedroht. Dennoch dürfen Touristen ihre Trophäen von organisierten Großwildjagden legal nach Deutschland einführen.

Videolänge
11 min
von Christian Esser und Manka Heise

Coronavirus als Ursache unwahrscheinlich

Bislang sind die meisten Todesfälle bei den Elefanten beschränkt auf ein überschaubares Gebiet im nordwestlich gelegenen Okavango-Delta nahe dem zu Namibia gehörenden Caprivi-Streifen. Nun setzen Behörden und Tierschützer in dem sumpfigen Gelände Helikopter und Flugzeuge ein, um die toten Tiere auszumachen.

Einen Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus halten Experten für unwahrscheinlich: Eine meist harmlos verlaufende Infektion mit dem Virus ist bisher vor allem für bestimmte Fleischfresser wie Katzen und Nerze bekannt.

Zudem scheine keine andere Wildtierart von dem Massensterben betroffen zu sein, erklärt Henderson. Dies gelte auch für Tiere, die aus denselben Wasserlöchern trinken, oder Aasfresser wie Löwen, Hyänen oder Geier, die sich von den Elefanten-Kadavern ernähren.

Experten kritisieren Handeln der Regierung

"Ein großes Problem ist, dass sich die Regierung von Botsuana nicht sehr transparent oder kooperativ zeigt", kritisiert Henderson. Hilfsangebote würden von der Regierung nicht angenommen. Einen geplanten Flug mit Journalisten ins Okavango-Delta sagte Botsuanas Regierung am Sonntag kurzfristig ohne weitere Erklärung ab.

Botsuana hat in Afrika eigentlich einen guten Ruf in Sachen Natur- und Tierschutz. Im Vorjahr hatte es aber international Empörung wegen der Aufhebung des Elefantenjagdverbots gegeben.

Während die Zahl der Elefanten in vielen Regionen Afrikas zurückgeht, ist sie in dem Binnenstaat laut offiziellen Angaben von etwa 50.000 im Jahr 1991 auf gut 130.000 Tiere angestiegen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.