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Trotz Corona-Pandemie - 2020 mehr Treibhausgas-Emissionen denn je

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Nie lag die Konzentration klimaschädlicher Treibhausgase höher. Die Weltorganisation für Meteorologie schlägt Alarm. Auch die Pandemie konnte den Anstieg nicht stoppen.

Kurz vor dem Klimagipfel zieht die Weltwetterorganisation WMO eine ernüchternde Bilanz: Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat trotz Pandemie einen neuen Rekordwert erreicht.

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Das Wirtschaftsleben stand im ersten Corona-Jahr zwar vielerorts wochenlang still, aber den Trend immer dramatischerer Klimaveränderungen hat das nicht aufgehalten.

Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) erreichte 2020 einen Rekordwert, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Montag in Genf berichtete. Und nicht nur das: der Anstieg war demnach stärker als im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2020.

CO2 durch Industrieprozesse

"Die Verlangsamung der Wirtschaftsaktivitäten durch Covid-19 hatte keine erkennbaren Auswirkungen auf die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre oder auf deren Wachstumsraten", berichtete die WMO in der Pressemitteilung zu ihrem jährlichen Treibhausgas-Bulletin. Lediglich die neuen CO2-Emissionen seien vorübergehend zurückgegangen, um 5,6 Prozent im Coronajahr 2020.

Solange es Emissionen gibt, steigt die globale Temperatur weiter an.
Pressemitteilung der WMO

Das produzierte CO2 kann Jahrhunderte in der Atmosphäre bleiben. Es entsteht etwa durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, die Zementproduktion und andere Industrieprozesse sowie im Zuge von Waldzerstörung.

Marke erst 2015 durchbrochen

Der neue Höchstwert des Treibhausgases lag bei 413,2 ppm (Teilchen pro Million Teilchen). Das entspricht 149 Prozent des vorindustriellen Niveaus. Im Jahr davor waren es 410,7 ppm. Diesen Wert passte die WMO nach neuen Analysen von ursprünglich 410,5 ppm an.

Die WMO datiert den Beginn der Industrialisierung für diese Berechnungen auf 1750. Die Marke von 400 ppm war erst 2015 durchbrochen worden. CO2 ist nach Angaben der WMO für etwa 66 Prozent des Erwärmungseffekts verantwortlich.

Alle Treibhausgase zusammen haben schon zu einer durchschnittlichen weltweiten Erwärmung von 1,1 Grad geführt, in Deutschland beträgt sie 1,6 Grad.

Jeder Start einer Rakete ins All hat erhebliche Folgen für die Umwelt: unter anderem schädigt jeder einzelne die Ozonschicht. Den aufkeimenden Weltraum-Tourismus sehen daher viele mit Skepsis.

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Ziele des Pariser Klimaabkommens fraglich

Die WMO hat auch schon CO2-Messungen aus diesem Jahr, die nichts Gutes verheißen: An der Station Mauna Loa auf Hawaii in den USA lag die Konzentration im Juli dieses Jahres bei 416,96 ppm, nach 414,62 ppm im vergangenen Jahr. Die WMO bildet für das Jahresniveau immer einen Mittelwert aus den Messungen mehrerer Stationen.

Wenn nicht deutlich schärfere Klimaschutzmaßnahmen als heute umgesetzt werden, würde die Welt die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht einhalten, die Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen, sagte WMO-Chef Petteri Taalas.

WMO-Chef Taalas: "Keine Zeit zu verlieren"

Das letzte Mal, dass die Erde solche CO2-Konzentrationen erlebte wie heute, sei drei bis fünf Millionen Jahre her. Damals sei die Temperatur zwei bis drei Grad höher gewesen und der Meeresspiegel 10 bis 20 Meter höher. Auf den Zustand vor so langer Zeit können Forscher durch Eisbohrungen in uralte Luftblasen und Analysen von Fossilien schließen.

Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, müsste die Welt etwa 2050 bis 2070 klimaneutral werden. Taalas rief die Länder der Welt auf, bei der Klimakonferenz ab Sonntag in Glasgow (COP26) neue, noch schärfere Klimaschutzmaßnahmen anzukündigen. "Wir haben keine Zeit zu verlieren", sagte er.

Die WMO verweist darauf, dass jetzt schon Ökosysteme, die früher CO2 aufgenommen haben, zu Quellen zusätzlicher CO2-Emissionen geworden sind. Das sei der Fall in Teilen Amazoniens. Auslöser sind große Waldbrände und die Rodung von Wäldern.

CO2 wird zum Wirtschaftsfaktor. In der EU müssen Kraftwerke, Industrie und Luftfahrt ihre CO2-Emissionen mit Zertifikaten ausgleichen. Aber reicht das?

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