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Washington Post - Trump soll Reporter abgehört haben

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Trumps Regierung soll heimlich Telefondaten von drei Reportern beschafft haben. Die Journalisten hatten über Russlands Einfluss auf die US-Wahl 2016 berichtet.

US-Präsident Donald Trump am Telefon (Archiv).
Die Regierung um den früheren US-Präsidenten Trump soll sensible Telefondaten von Journalisten abgefangen haben.
Quelle: Susan Walsh/AP/dpa

In der Amtszeit des früheren Präsidenten Donald Trump hat sich die US-Regierung nach einem Bericht der "Washington Post" heimlich Telefondaten von drei Reportern der Zeitung beschafft. Die Journalisten hätten in den ersten Monaten der Trump-Regierung über Russlands Rolle im Wahlkampf 2016 berichtet, schrieb das Blatt.

Das Justizministerium habe damals auch versucht, deren E-Mail-Daten zu bekommen. Der Republikaner Trump hatte sich in der Wahl 2016 gegen die demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton durchgesetzt.

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Sensible Telefondaten im Zeitraum von April bis Ende Juli 2017 aufgetaucht

In separaten Briefen teilte das US-Justizministerium den Journalisten nach dem Machtwechsel im Weißen Haus nun mit, Telefondaten aus dem Zeitraum zwischen dem 15. April und dem 31. Juli 2017 erhalten zu haben.

In den Schreiben seien sowohl dienstliche als auch private Anschlüsse sowie Mobilfunknummern aufgelistet worden. Ein Grund dafür sei nicht genannt worden. Einer der betreffenden Reporter arbeite inzwischen nicht mehr für die "Washington Post".

Washington Post fordert Aufklärung

Chefredakteur Cameron Barr erklärte zu der Bespitzelung:

Wir sind zutiefst beunruhigt über diese Anwendung von Regierungsmacht, um Zugang zu der Kommunikation von Journalisten zu erhalten.
Cameron Barr

Zugleich forderte er vom Ministerium umgehende Aufklärung über die Gründe des Eingriffs in die von der Verfassung geschützte journalistische Tätigkeit.

Auch der Vorsitzende der Organisation Reporters Committee for Freedom of the Press, Bruce Brown, zeigte sich mit Blick auf die Pressefreiheit besorgt:

Wann immer die Regierung versucht, Aufzeichnungen über die Kommunikation von Journalisten zu erhalten, wirft dies ernste Bedenken hinsichtlich des Ersten Verfassungszusatzes auf, weil es in den freien Fluss der Information an die Öffentlichkeit eingreift.
Bruce Brown

Die Organisation rief das Justizministerium auf, genau zu erklären, wann die Daten beschafft worden seien - und warum die Zeitung erst jetzt darüber in Kenntnis gesetzt worden sei.

Trump wetterte immer wieder gegen diverse US-Medien

Bei der Wahl 2016 hatte Russland nach Überzeugung der US-Sicherheitsbehörden zugunsten Trumps interveniert, um Clinton auszubremsen. Ein Sonderermittler untersuchte später mögliche illegale Absprachen zwischen Russland und Trumps Team. Dafür gab es allerdings keine ausreichenden Hinweise. Eine Behinderung der Ermittlungen der Justiz durch Trump wurden dennoch nicht ausgeschlossen.

Nicht nur im Zusammenhang mit der Russland-Affäre gab es in Trumps Amtszeit immer wieder aufsehenerregende Berichte, die oft auch auf nicht genannte Quellen aus der Regierung zurückgingen. Trump tat sie oft als "Fake News" ab und wetterte auf Twitter gegen Medien, die kritisch über ihn berichteten.

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