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Leben auf Pump - Überlastete Erde, aufgebrauchte Ressourcen

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Die Weltbevölkerung lebt auf großem Fuß. Am 29. Juli hat sie rechnerisch alle erneuerbaren Ressourcen für das gesamte Jahr verbraucht. Auch unser Lebensstil trägt dazu bei.

Abholzung im Amazonas-Regenwald
Die Abholzung im brasilianischen Amazonas-Gebiet ist in den vergangenen zwölf Monaten dramatisch gestiegen.
Quelle: imago/ZUMA Wire

Es ist ernüchternd: Der Erdüberlastungstag rückt im Kalenderjahr immer weiter nach vorne.

  • 1970 waren die Ressourcen für Nahrung, Wasser oder Energie erst am 29. Dezember verbraucht.
  • 1990 stellte sich die Überlastung bereits am 11. Oktober ein.
  • 2010 hatten die Menschen am 7. August den Erdüberlastungstag erreicht.

In diesem Jahr lebt die Menschheit bereits ab dem 29. Juli für den Rest des Jahres auf Pump. Das heißt: Alle nachwachsenden Rohstoffe, die die Ökosysteme auf unserer Erde innerhalb eines Jahres produzieren, sind aufgebraucht. Nun wird auf die Reserven zurückgegriffen, die eigentlich den nachfolgenden Generationen vorbehalten sind.     

Corona-Effekt gering

Die Corona-Pandemie hatte im vergangenen Jahr das Wirtschaftsgeschehen gebremst. Weltweit hieß es: weniger Produktion, weniger Handel und weniger Konsum. Das führte zu geringerem Rohstoffabbau sowie vermindertem CO2-Ausstoß. Die Erde konnte sich etwas erholen. Doch das hat sich massiv verändert. Steffen Vogel von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zur frühzeitigen Erdüberlastung 2021:

Wir erleben nun den befürchteten Rebound-Effekt, wachsenden Rohstoffverbrauch und das sprunghafte Wiederansteigen der Emissionen nach dem Höhepunkt der Pandemie.
Stefan Vogel, Germanwatch

Nach Berechnungen von Global Footprint Network treibt die zunehmende Übernutzung der Ressourcen den Anstieg der CO2-Emisionen um 6,6 Prozent gegenüber 2020 in die Höhe. Die Fähigkeit der Wälder, Kohlenstoff zu speichern, ist um 0,5 Prozent gesunken. Verantwortlich dafür ist vor allem die rasante Abholzung des Amazonas-Regenwaldes.

  

Kommentar: Volker Angres zu Umwelt in Zeiten von Corona

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Drei Monate Corona-Kontaktsperre führten auch zu weniger Schadstoffbelastung. Bremst Corona den Klimawandel aus? Nicht unbedingt, erklärt Volker Angres.

von Volker Angres

Ungebremster Rohstoffhunger 

Würden die Ressourcen der Erde zu gleichen Anteilen auf alle Länder gemäß der Zahl ihrer Einwohnerinnen und Einwohner verteilt, hätte Deutschland seinen Anteil im Jahr 2021 bereits Anfang Mai aufgebraucht, so Berechnungen des Global Footprint Network. Die Deutschen leben demnach auf Kosten anderer Länder. Auf die globale Bevölkerung hochgerechnet würde der deutsche Lebensstil fast drei Erden beanspruchen.

Infografik: So viel Erde bräuchten wir

Würden alle Menschen so wirtschaften wie in den USA, bräuchte es sogar fünf Erden. Das hat vielfältige Folgen für die Umwelt. So wurde etwa mehr Kohlendioxid ausgestoßen als Wälder und Ozeane absorbieren können. Die anfallenden Müllberge können nicht so schnell beseitigt werden, so dass beispielsweise die Meere zu Abfallhalden werden. Zudem wird intensiver gefischt als sich die Bestände erholen können. Und es werden mehr Bäume gefällt als nachwachsen.

Verhaltensänderung notwendig

Nachhaltigkeit in Bezug auf Ressourcen heißt: Hin zu einer möglichst hundertprozentigen Kreislaufwirtschaft. Nie mehr nutzen als nachwächst. Materialien dürfen nie zu Müll werden. Konzepte dafür gibt es im Ansatz. Um sie zu unterstützen, braucht es jetzt mutige politische Entscheidungen.

Das gilt auch für den Energiesektor. Hier sind der Verzicht auf fossile Energieträger und der Ausbau der erneuerbaren Energien, also Windkraft und Photovoltaik, die entscheidenden Faktoren.

Vor sieben Jahren haben die Schwestern Melati und Isabel die Aktion "Bye Bye Plastic Bags" gestartet. Mittlerweile ist die Bewegung weltweit aktiv.

Beitragslänge:
2 min
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Aktivistin: Besser umsetzen statt debattieren

Darüber wird seit Jahren geredet. Offenbar fehlen Anreize für die Umsetzung. Marie Heitfeld von Germanwatch fordert:

Um die notwendigen Veränderungen schnell genug zu erreichen, brauchen wir andere Rahmenbedingungen. Nachhaltiges Verhalten muss preiswerter werden.
Marie Heitfeld, Germanwatch

Engere internationale Kooperationen sind notwendig, um die ständige Überlastung des Planeten zu stoppen. Wenn es gelingt, die Ressourcenübernutzung zurückzufahren, kommt damit auch mehr Klimaschutz in Gang.

Der Erdüberlastungstag macht klar: Unser Umgang mit den Ressourcen ist entscheidend. Damit der Erdüberlastungstag wieder später im Jahr notiert werden kann, braucht es viel weitreichendere Konzepte. Und den politischen Willen zur Umsetzung.

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