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Kinder aus der Ukraine : Schule ohne Masern-Impfung - aber nur kurz

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Kinder aus der Ukraine können zunächst ohne Nachweis über eine Masern-Impfung Schulen und Kitas in Deutschland besuchen. Doch die Impfung muss schnell nachgeholt werden.

Grundschüler aus der Ukraine in einer Schule für ukrainische Kinder
Viele Kinder aus der Ukraine haben keinen ausreichenden Masern-Impfschutz. In die Schule dürfen sie trotzdem.
Quelle: dpa

Bis Anfang Mai sind laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rund 242.000 Minderjährige aus der Ukraine in Deutschland angekommen. Viele von ihnen sind schulpflichtig oder besuchen eine Kita. Beides geht hierzulande eigentlich nur, wenn das Kind einen vollständigen Impfschutz gegen Masern nachweisen kann.

Doch viele Ukrainer - Erwachsene wie Kinder - sind nicht geimpft. Das betrifft nicht nur die Impfung gegen Masern, sondern unter anderem auch die gegen Polio und Corona.

So hoch ist die Impfquote in der Ukraine:

  • Corona: 34,3 Prozent (Stand 27.02.2022)
  • Masern: 82 Prozent (im Jahr 2020)
  • Poliomyelitis: 84 Prozent (im Jahr 2020)
  • Röteln: 85 Prozent (im Jahr 2020)

Masern-Nachweis muss nachgereicht werden

Trotz oftmals fehlendem Masern-Impfschutz können die ukrainischen Kinder in Deutschland Kitas und Schulen besuchen. Laut der Kultusministerkonferenz wurden in der letzten Aprilwoche bereits rund 87.000 Kinder an Schulen unterrichtet.

Doch es gibt Auflagen: Der Schule muss innerhalb eines Monats, nachdem es der Schülerin oder dem Schüler möglich war, den Impfschutz gegen Masern zu erlangen oder zu vervollständigen, ein Nachweis vorgelegt werden. Auch wer immun gegen Masern ist, weil er schon daran erkrankt war oder wer aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, muss das entsprechend belegen.

Andernfalls ist die Schule verpflichtet, das Gesundheitsamt einzuschalten. Gleiches gilt in Kitas.

Nichtgeimpfte Kinder können vom Besuch des Kindergartens ausgeschlossen werden.
Bundesgesundheitsministerium

Gemeinsam mit der ukrainischen Botschaft führt das Gesundheitsamt Berlin Mitte eine Impfaktion durch. Das Angebot richtet sich an alle Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind.

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Schulpflicht vor Impfpflicht

Bei Schülern ist das anders: Wenn sie sich weigern, sich impfen zu lassen, werden sie nicht von der Schulpflicht befreit. Sie werden auch nicht zwangsgeimpft. Es kann aber ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro gegen die Eltern verhängt werden.

Diese Regeln gelten laut Gesetz gleichermaßen auch für Kinder aus Deutschland ohne Fluchthintergrund, wenn sie neu in Kita oder Schule angemeldet werden.

Viele Geflüchtete aus der Ukraine können nicht anhand von Dokumenten nachweisen, dass ihre Kinder gegen Masern geimpft sind. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, die Impfungen "aus pragmatischen Gründen als nicht durchgeführt" anzusehen und entsprechend zu impfen. Ein "Überimpfen" bewertet die Ständige Impfkommission (Stiko) als unproblematisch:

Von zusätzlich verabreichten Impfstoffdosen geht in der Regel kein erhöhtes Risiko aus.
Ständige Impfkommission

Impfangebote für Geflüchtete aus der Ukraine

Bund und Länder hatten sich Anfang April darauf verständigt, den Geflüchteten niedrigschwellige Impfangebote gegen Masern, Polio, Coronaund andere Krankheiten zu machen. Dafür werden in den Bundesländern die Impfzentren sowie mobile Impfteams eingebunden. Aber auch zahlreiche niedergelassene Ärzte beteiligen sich. Viele Landkreise organisieren zudem spezielle Impfaktionen für die Menschen aus der Ukraine.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) betonte bereits Ende März, dass von den geflohenen ungeimpften Menschen "keine akute Gefahr" für die Bürgerinnen und Bürger ausgehe. Die Impflücken seien da, aber sie gefährdeten die Geflüchteten selbst, nicht die Bevölkerung. Dennoch sei das Ziel, bestehende Impflücken schnell zu schließen.

Die 13 Jahre alte Arina wird von einer medizinischen Mitarbeiterin gegen Corona geimpft, aufgenommen am 30.03.2022 in Weimar

Coronavirus mitten im Krieg - Impfskepsis bei Ukraine-Flüchtlingen 

Nur rund ein Drittel der Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland kommen, ist gegen Corona geimpft. Sie sollen Impfangebote bekommen, doch die Impfskepsis ist groß.

von Anna-Teresa Kiefer
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