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Umfrage zu Kindererziehung - Jeder Sechste hält Ohrfeigen für angebracht

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Jeder sechste Bundesbürger ist offenbar bereit, ein Kind zu ohrfeigen. Fast jeder Zweite hält einen "Klaps auf den Hintern" für okay. Das zeigt eine Studie.

Ein Junge versucht sich vor den Schlägen seines Vaters zu schützen
17 Prozent der Befragten einer Studie halten Ohrfeigen in der Kindererziehung für angebracht.
Quelle: Imago

Ungeachtet des seit 20 Jahren geltenden Rechts von Kindern auf gewaltfreie Erziehung halten viele Menschen in Deutschland körperliche Bestrafung offenbar weiter für angebracht. Das ergab eine Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Ulm, des Hilfswerks Unicef und des Deutschen Kinderschutzbunds.

Hälfte findet "Klaps auf den Hintern" okay

Einen "Klaps auf den Hintern" findet demnach rund die Hälfte der Befragten angemessen, eine Ohrfeige ist für rund 17 Prozent in Ordnung. Für die repräsentative Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichen Erziehungsverhalten wurden rund 2.500 Bundesbürger befragt.

Der Anteil der Menschen, die Gewalt in der Erziehung anwenden oder als angebracht ansehen, ist laut der Studie seit dem Jahr 2000 deutlich gesunken. Dennoch blieben vor allem leichte Körperstrafen bei einem erschreckenden Teil der deutschen Bevölkerung weiter verbreitet, kritisierten Unicef und DKSB.

Männer eher für Körperstrafen als Frauen

Von Männern werden sogenannte Körperstrafen eher befürwortet als von Frauen. Auch das Alter ist ein Faktor. Befragte über 60 Jahren hielten zu 65 Prozent den "Klaps auf den Hintern" für angemessen, Befragte unter 31 Jahren stimmten dem zu 45 Prozent zu. Auch Menschen, die selbst Gewalt erfahren haben, akzeptieren stärker Gewalt in der Erziehung.

Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, mahnte:

Gewalt gegen Kinder, ganz gleich in welcher Form, hinterlässt bei Kindern Spuren und untergräbt ihre Würde.

Gerade auch psychische Gewalt bleibe häufig im Verborgenen. Unicef und DKSB forderten mehr Aufklärungskampagnen, die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz und eine bessere Datenlage zu dem Thema.

Laut Unicef erfährt jedes zweite Kind weltweit Gewalt. Im Alltag werde dies jedoch häufig gar nicht bemerkt. Die Organisation fordert deshalb mehr staatliche Hilfsangebote.

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