Sie sind hier:

Global Witness - 2020 mehr als 200 Umweltschützer getötet

Datum:

Im vergangenen Jahr sind laut Global Witness weltweit 227 Umweltschützer getötet worden. Drei Viertel der tödlichen Angriffe wurden in Lateinamerika registriert.

Protestanten demonstrieren vor der kolumbianischen Botschaft gegen die Ermordung von 64 Umweltaktivisten in dem lateinamerikanischen Land.
Der Kampf gegen Raubbau an der Natur wird laut Global Witness immer gefährlicher.
Quelle: Epa (Archiv)

Wer sich für die Natur und die Landrechte indigener Gemeinschaften engagiert, lebt in vielen Teilen der Welt immer gefährlicher. Vor allem Lateinamerika ist ein gefährliches Pflaster für Umweltschützer, berichtet die Nichtregierungsorganisation Global Witness in einer neuen Studie.

Im vergangenen Jahr sind laut Global Witness weltweit 227 Umweltschützer getötet worden. Das waren mehr als vier Morde pro Woche und mehr als jemals zuvor. Drei Viertel der tödlichen Angriffe wurden in Lateinamerika registriert.

Global Witness: Kolumbien am gefährlichsten

In Kolumbien wurden 65 Naturschützer und Umweltaktivisten getötet, in Mexiko 30, auf den Philippinen 29 und in Brasilien 20. Die Organisation geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der getöteten Umweltschützer noch deutlich höher liegt.

Lourdes Castro von der kolumbianischen Nichtregierungsorganisation Somos Defensores sagt:

2020 war das bislang schlimmste Jahr. Die Aggressionen gegen Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten haben stark zugenommen.
Lourdes Castro, Somos Defensores

Immer öfter treiben Gerichte den Klimaschutz voran. Weltweit sind rund 1.000 Umwelt-Klagen anhängig.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Gewalt gegen Indigene hoch

"Am häufigsten geraten Indigene ins Visier, die ihre angestammten Ländereien verteidigen." Hinter den Gewalttaten stecken meist Unternehmen, Bauern und teilweise auch staatliche Akteure sowie kriminelle Banden, paramilitärische Gruppen und Rebellen.

Weltweit standen die meisten Morde an Umweltschützern im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft, gefolgt von Wasser- und Dammbauprojekten und der Landwirtschaft, wie aus dem Bericht von Global Witness hervorgeht.

Madden: Regierungen müssen Aktivisten besser schützen

"Solange die Regierungen den Schutz der Umweltaktivisten nicht ernst nehmen und die Unternehmen nicht anfangen, die Menschen und den Planeten vor den Profit zu stellen, werden sowohl der Klimazusammenbruch als auch die Morde weitergehen", sagt Chris Madden von Global Witness. Und weiter:

Jene, die im Kampf gegen die Klimakrise ihr Leben riskieren (...) tragen eine schwere Last. Das muss aufhören.
Chris Madden, Global Witness

Gewalt durch Paramilitärs und Dissidenten

"Die Regierung nimmt das Problem nicht ernst. Viele der Gewalttaten bleiben deshalb ungesühnt", klagt Luz Coral Hernández vom Mexikanischen Zentrum für Umweltrecht (Cemda).

"Die Gewalt in Kolumbien geht vor allem von ehemaligen Paramilitärs, Dissidenten der Guerillaorganisationen und den staatlichen Sicherheitskräften aus", sagt die Aktivistin Castro.

Bedrohungen und Verleumdungen

Umgerechnet auf die Einwohnerzahl war das gefährlichste Land für Umweltschützer Nicaragua mit zwölf Morden, gefolgt von Honduras und Kolumbien. In Afrika stieg die Zahl der Morde an Umweltschützern von sieben im Jahr 2019 auf 18 im vergangenen Jahr extrem an.

Neben Gewalttaten und Morden haben auch Bedrohungen, Verleumdungskampagnen und juristische Verfahren gegen Umweltschützer zugenommen.

Aktivisten werden im Netz ausgespäht

Nach Einschätzung des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) werden Aktivisten immer häufiger im Internet ausgespäht und bedroht.

Experten sind sich einig, dass gerade angesichts des Klimawandels dem konsequenten Schutz der Natur und dem Erhalt der Ökosysteme auch eine globale Bedeutung zukommt. Deshalb fordern sie einen besseren Schutz der Aktivisten.

Klima

Nachrichten | Thema - Klimawandel: Ursachen und Folgen 

Der Klimawandel zählt zu den Herausforderungen unserer Zeit. Wo liegen Ursachen? Was sind die Folgen der Erderwärmung? Und: Was kann jeder Einzelne zum Klima...

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.