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Abholzung, Emissionen, Abfall : WHO: Enorme Umweltschäden durch Tabak

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Für den Tabak-Anbau werden massenhaft Bäume abgeholzt, Zigarettenstummel vergiften rund um den Globus die Natur - die WHO will die Industrie nun für Umweltschäden zur Kasse bitten.

Ein voller Aschenbecher mit Zigarettenkippen. Archivbild
Ungefähr 4,5 Billionen Zigarettenkippen verschmutzen jedes Jahr laut WHO Ozeane, Flüsse, Bürgersteige, Parks, Erde und Strände.
Quelle: dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat der Tabakindustrie vorgeworfen, einer der "größten Umweltverschmutzer der Welt" zu sein. In ihrem zum Weltnichtrauchertag am heutigen Dienstag veröffentlichten Bericht forderte die UN-Agentur, die Industrie für die Umweltschäden durch Abholzung, Emissionen und Zigarettenstummel zur Kasse zu bitten.

Hoher Wasserverbrauch, Kohlendioxid-Ausstoß, viele Tote

  • Die Zigarettenhersteller sind demnach für den Verlust von etwa 600 Millionen Bäumen pro Jahr verantwortlich - fünf Prozent der weltweiten Entwaldung.
  • Der Tabakanbau wiederum blockiert demnach 200.000 Hektar Land. Da der größte Teil des Tabaks in ärmeren Ländern angebaut wird, in denen Wasser und Ackerland oft knapp sind, gehen die Tabakkulturen dem Bericht zufolge auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion.
  • Die Produktion der Tabakprodukte verbraucht wiederum 22 Millionen Tonnen Wasser. Dabei enstehen dem Bericht zufolge 84 Millionen Tonnen Kohlendioxid.
  • Der Konsum von Tabak sei derweil für jährlich acht Millionen Tote weltweit verantwortlich.

Die Tabakindustrie macht jährlich Umsätze von mehreren 100 Milliarden Euro. Um die Gewinne stabil zu halten, bringt sie Zigaretten-Alternativen auf den Markt. Neuster Coup: Nikotinbeutel.

Beitragslänge:
28 min
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Zigarettenstummel vergiften Umwelt

Beim Wegwerfen der Zigarettenstummel gelangten "mehr als 7.000 giftige Chemikalien" in die Umwelt. Der WHO-Direktor für Gesundheitsförderung, Rüdiger Krech, sagte, dass jeder der geschätzten 4,5 Billionen Zigarettenstummel, die jedes Jahr in Ozeanen, Flüssen, Gehwegen und Stränden landen, hundert Liter Wasser verschmutzen kann.

Zigarettenfilter, Zigarettenverpackungen und E-Zigaretten tragen zudem erheblich zum Plastikmüll bei. Die WHO betonte, dass es keine Beweise dafür gibt, dass Filter im Vergleich zum Rauchen filterloser Zigaretten einen gesundheitlichen Vorteil bieten. Die UN-Agentur forderte deshalb, Zigarettenfilter als Einwegplastik zu behandeln und ein Verbot in Betracht zu ziehen.

Anteil der Bevölkerung, der raucht (ab 15 Jahren) 2000: 32,7, 2020: 22,3 WHO-Report, bildet geschätzten Tabakkonsum insgesamt ab (Großteil davon wird geraucht), E-Zigaretten wegen fehlender Daten nicht mit gerechnet)

Industrie soll stärker in Pflicht genommen werden

Bis zu einem Viertel aller Tabakbauern erkrankt an der so genannten Grüner-Tabak-Krankheit, einer Vergiftung durch das über die Haut aufgenommene Nikotin. Landwirte, die den ganzen Tag mit Tabakblättern hantieren, nehmen täglich das Äquivalent von 50 Zigaretten Nikotin auf, erklärte Krech.

Besonders besorgniserregend sei dies für die vielen Kinder, die im Tabakanbau tätig sind. "Stellen Sie sich vor, ein 12-Jähriger wäre täglich 50 Zigaretten ausgesetzt", sagte er. Vom Rauchen selbst sterben pro Jahr geschätzt acht Millionen Menschen.

Zum Trocknen aufgehängte Tabakpflanzen
Zum Trocknen aufgehängte Tabakpflanzen.

Der Bericht wies auf die enormen Kosten hin, die bislang vom Steuerzahler getragen werden. Jedes Jahr zahle China beispielsweise rund 2,6 Milliarden Dollar, Indien rund 766 Millionen Dollar, Brasilien und Deutschland jeweils rund 200 Millionen Dollar für die Beseitigung von Tabakabfällen.

Die WHO forderte, dass die Industrie gemäß dem Verursacherprinzip für die Umweltschäden zahlen sollte. Es sei wichtig, dass "die Industrie tatsächlich für das Chaos, das sie verursacht, zahlt", sagte Krech.

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