UN-Statistik: Lebensqualität sinkt weltweit

    Statistik zur Lebensqualität:Die Welt leidet unter "schmerzlichen Zeiten"

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    Der "Index der menschlichen Entwicklung" der UN soll seit 1990 eine breitere Diskussion zur Lebensqualität weltweit anstoßen. Die neusten Ergebnisse sind besorgniserregend.

    Archiv: Ein Junge legt einen Pflug an, den er und seine Familie von der Organisation Welthungerhilfe bekommen haben. Aufgenommen am 21.11.2019, in Nyamlell, Südsudan
    Die Lebensqualität sinkt weltweit, der Pessimissmus der Menschen nimmt zu.
    Quelle: dpa

    Die Lebensverhältnisse der Menschen haben sich im Jahr 2021 in neun von zehn Ländern verschlechtert. Das geht aus dem "Index der menschlichen Entwicklung" (HDI) der UN-Entwicklungsagentur UNDP hervor.
    Zum zweiten Mal in Folge sei der globale Index-Wert zurückgegangen, beklagte die UNDP bei der Präsentation des an diesem Donnerstag veröffentlichten Berichts. "Wir können unsere Umstände ewig in Statistiken umschreiben", sagt UNDP-Leiter Achim Steiner.

    Die harte Frage, der wir uns stellen müssen, lautet: Woran liegt es, dass wir nicht handeln?

    Achim Steiner, Leiter der UN-Entwicklungsagentur UNDP

    Laut dem neuen Ranking ist die Schweiz mit einem Index-Wert von 0,962 das höchstentwickelte Land der Welt, nahezu gleichauf mit Norwegen und Island. Deutschland kommt auf 0,942, belegt Rang neun und verliert damit im Vergleich zu 2015 fünf Plätze.

    Ranking-Leiter: "Wir leben in schmerzlichen Zeiten"

    Bei der Erstauflage 1990 hatten die Vereinigten Staaten noch geführt, sie kommen jetzt nur noch auf Rang 21. Auf den hintersten Plätzen der 191 untersuchten Staaten liegen Niger, Tschad und Südsudan. UNDP-Leiter Achim Steiner sagt:

    Wir leben in sehr schmerzlichen Zeiten, egal ob es um eine Welt unter Wasser, ohne Wasser, in Flammen oder inmitten einer Pandemie geht.

    Achim Steiner, Leiter der UN-Entwicklungsagentur UNDP

    "Die Welt taumelt von Krise zu Krise, gefangen im Kreislauf des Feuerlöschens, ohne dass die Wurzeln unserer Probleme angefasst werden", warnte die UNDP. Außerdem beobachteten die Statistiker weltweit wachsenden Pessimismus: Sechs von sieben Menschen gäben an, sich unsicher zu fühlen, ein Drittel sagte, dass sie anderen nicht vertrauen.

    Kein Fortschritt mit fossilen Brennstoffen

    Fortschritt sei aber beispielsweise dank neuer Computertechnologien, Wissenschaft oder neuer Getreidesorten möglich, so Steiner weiter. In Kenia könne dank ausgiebiger Anstoßinvestitionen inzwischen 90 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
    Gesellschaften, die fossile Brennstoffe finanzierten, machten einen Fehler, sagte er. In die Berechnung des seit 1990 erscheinenden Indexes zu den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen fließen Kriterien wie Lebenserwartung, Einkommen und Dauer der Schulbildung ein. Ein so flächendeckender Rückgang wie 2021 ist laut Steiner noch nie vorgekommen - selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor rund zehn Jahren sei nur in rund einem von zehn Ländern der Index zurückgegangen.

    Daten-Überblick
    :Vom fossilen zum Ökostrom

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    von Moritz Zajonz und Kathrin Wolff
    Foto von Kohle von einem Tagebau vor einem Windrad, darübergelegt ein Liniendiagramm vom Stromanteil von Wind- und Solarkraft.
    Grafiken
    Quelle: dpa