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UN-Welternährungsbericht : Zahl der Hungernden nimmt drastisch zu

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Die Corona-Pandemie, Kriege und die Folgen des Klimawandels erschweren die Bekämpfung von Hunger. Die Zahl der Unterernährten ist laut UN-Bericht deutlich gestiegen.

Archiv: Hungernde Menschen am 08.06.2021 in Madagaskar
Hungersnot in Afrika - weltweit ist die Zahl der mangelernährten Menschen auf 828 Millionen gestiegen.
Quelle: dpa

Bis zu 828 Millionen Menschen sind von Hunger betroffen, also fast zehn Prozent der Weltbevölkerung. Das geht aus dem UN-Bericht "Lage der Nahrungssicherheit und Ernährung in der Welt" hervor, der am Mittwoch in New York veröffentlicht wurde. Die Zahlen steigen bereits seit einigen Jahren – allein seit Beginn der Corona-Pandemie um 150 Millionen Menschen.

"Die Pandemie beschäftigt uns noch immer und der Krieg in der Ukraine verschärft die weltweite Krise", so der Direktor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), Qu Dongyu.

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Selbstgesetzte Ziele werden vermutlich verfehlt

Demnach ist die Weltgemeinschaft ihrem 2015 gefassten Ziel, den Hunger bis 2030 global zu beenden, keinen Schritt nähergekommen. Aktuell gehen die UN davon aus, dass bis dahin immer noch acht Prozent der Weltbevölkerung von Hunger betroffen sein wird.

Das entspricht der Größenordnung von 2015. Trifft die Prognose ein, wäre nach Ablauf der gesetzten Frist keine Verbesserung verzeichnet worden.

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Frauen von Mangelernährung besonders betroffen

Bei mehr als einem Fünftel aller Kleinkinder wurden 2020 Wachstumsstörungen infolge einer Mangelernährung dokumentiert. Kinder aus ärmeren Haushalten seien dabei anfälliger für eine Unterernährung, Kinder aus wohlhabenderen Haushalten seien eher übergewichtig.

Frauen sind in jeder Region häufiger von einer Mangelernährung betroffen als Männer. Diese kann verschiedene Krankheiten nach sich ziehen. So war 2019 fast ein Drittel der Frauen zwischen 15 und 49 von Blutarmut betroffen. Besonders gefährdet sind Frauen aus ländlichen Gegenden, mit weniger finanziellen Mitteln und fehlender Bildung.

Derzeit seien 345 Millionen Menschen akut von Hunger bedroht, so Martin Frick, Direktor des UN-Welternährungsprogramms WFP Deutschland. Dabei seien neben Pandemie und Klimawandel vor allem Kriege der Haupttreiber für die weltweite Ernährungskrise.

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Fast 3,1 Milliarden Menschen konnten sich 2020 keine gesunde Ernährung leisten. Die Inflation und die steigenden Lebensmittelpreise werden dieses Problem verschärfen. "Es braucht nationale Kontrollsysteme, die eine ausgewogene Ernährung garantieren. Nahrung muss gesund sein - für die Menschen und den Planeten", so der Chef der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dabei müsse vor allem eine salz- und zuckerhaltige Ernährung vermieden werden, ebenso die große Menge an tierischen Produkten.

Weniger finanzielle Ressourcen

Der UN-Bericht zeigt, dass die aktuellen politischen Maßnahmen nicht zu einer Verringerung des Hungers und der mangelhaften Nahrungsmittelversorgung beitragen. Zwischen 2013 und 2018 flossen im Schnitt fast 630 Milliarden US-Dollar (604 Milliarden Euro) der staatlichen Hilfen in die Nahrungsmittelproduktion. Ein großer Teil davon wirkte laut UN-Bericht aber wettbewerbsverzerrend, erreichte viele Produzenten nicht, bewirkte Umweltschäden oder förderte die falschen Erzeugnisse.

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Der Präsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung Gilbert F. Houngbo plädiert daher für eine Transformation der Ernährungs- und Landwirtschaftssysteme. Entscheidend sei dabei die effiziente Umverteilung bestehender Ressourcen. Denn durch die aktuelle Wirtschaftsentwicklung, stehen weltweit weniger finanzielle Mittel zur Verfügung.

Aufgabe der Politik sei es, das Verbraucherverhalten zu verändern und soziale Härten abzufedern.

Wir müssen nach langfristigen Lösungen suchen, um auf die nächste Krise besser vorbereitet zu sein. Wir müssen eine wachsende Gesellschaft auf einem wärmer werdenden Planeten versorgen.
Gilbert F. Houngbo, Präsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung
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