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Nach Unfall auf der A3 - Todesursache Baupfusch

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Nach dem tödlichen Unfall mit einer umgestürzten Betonplatte auf der A3 ist nun klar: Unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten waren der Grund für das Unglück.

Ein Betonteil einer Lärmschutzwand liegt auf der Autobahn 3 (A3) auf einem Pkw am 13.11.2020
Bei dem Unfall auf der A3 verlor eine Frau ihr Leben.
Quelle: dpa

Es waren furchtbare Bilder am Freitag, den 13. November, auf der Autobahn 3 im Kölner Osten: Eine fünf Tonnen schwere Stahlbetonplatte am rechten Straßenrand war auf die Fahrbahn gekippt und begrub einen Kleinwagen unter sich. Die 66-jährige Fahrerin war sofort tot.

Baupfusch Grund für den tödlichen Unfall

Jetzt ist klar: Baupfusch ist die Ursache für den Tod der Frau. Das geht aus einem Bericht des NRW-Verkehrsministeriums hervor, der am Mittwoch im Innenausschuss des Landtages vorgestellt und diskutiert werden soll.

"Ursächlich für das Herauskippen der Betonvorsatzschale auf die Fahrbahn der A 3 war das Abreißen der angeschweißten Schrauben, mit denen die Vorsatzschale an ihrem oberen Ende gegen Kippen gesichert war", heißt es in dem Bericht. Es müsse davon ausgegangen werden, "dass es sich bei der mangelhaften Konstruktion um eine absichtlich gewählte Improvisation zur Überbrückung eines Höhenunterschiedes handelt".

Dabei war die sogenannte Betonvorsatzschale zuletzt um September 2013 überprüft worden und der Zustand damals mit "sehr gut" (Note 1,0) bewertet worden. Es seien keine Mängel festgestellt worden. Das lag aber schlichtweg daran, dass die fehlerhafte Befestigung von außen nicht erkennbar war.

Nicht genehmigte Konstruktion

Sechs weitere Elemente der betroffenen, mehr als 200 Meter langen Stützwand, wurden ebenfalls auf diese Art und Weise befestigt, hielten aber bisher den Vibrationen auf der Autobahn stand. Es sei davon auszugehen, dass auch hier "eine nicht genehmigte Konstruktion verbaut wurde", so der Bericht. Die sechs ebenfalls fehlerhaft montierten Lärmschutzelemente werden schnellstmöglich ausgebaut, um eine mögliche Gefährdung auszuschließen. Momentan sind die beiden rechten Fahrspuren der Autobahn aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Offen ist derzeit, wie viele Betonteile auf diese Art und Weise entlang anderer Autobahnen befestigt worden sind. Der zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW muss das jetzt prüfen. Das kann nicht allein anhand der Unterlagen geschehen, sondern muss in jedem Fall vor Ort gesichtet werden. Möglicherweise ist die Dimension aber noch wesentlich größer als bisher angenommen:

Es wird davon ausgegangen, dass auch in anderen Bundesländern ähnliche Bauwerke vorhanden sind, die überprüft werden müssen.
Bericht des NRW-Verkehrsministeriums

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Das Bundesverkehrsministerium werde über die Ergebnisse der laufenden Gutachten informiert. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt derzeit nach Angaben eines Sprechers wegen fahrlässiger Tötung und hat einen Gutachter beauftragt.

"Es wird zu prüfen sein, ob der Tod der Verkehrsteilnehmerin zurückzuführen ist, auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten einer oder mehrere Personen", so Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Die Stützwand war 2007 durch eine Firma aus Gelsenkirchen errichtet worden. Die Lärmschutzfertigteile wurden von einer anderen Firma errichtet. Beide Firmen sind inzwischen insolvent.

Ein Betonteil einer Lärmschutzwand liegt auf der Autobahn A3 auf einem Pkw

Urteil der Behörde -
Betonplatten-Unfall: "Absichtlicher Mangel"
 

Tödlicher Unfall auf der A3: Eine Betonplatte stürzt auf ein Auto. Die Straßenbaubehörde kommt zu dem Schluss, die Montage sei mit Absicht nicht fachgerecht abgelaufen.

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