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Unicef-Foto des Jahres 2021 : "Vom Untergang einer Hoffnung"

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Das UN-Kinderhilfswerk hat zum 22. Mal das "Unicef-Foto des Jahres" gekürt. Auf dem ersten Platz landet das Bild eines Mädchens, deren Zuhause von einem Wirbelsturm zerstört wurde.

Ein Mädchen steht am Strand. Ihr Blick ist stark, ihre Haltung aufrecht - und das inmitten tosender Naturgewalt. Das Foto mit dem Titel "Vom Untergang einer Hoffnung" ist vom UN-Kinderhilfswerk als "Unicef-Foto des Jahres 2021" ausgezeichnet worden. Der Preis geht an den indischen Fotografen Supratim Bhattacharjee.

Vom Überleben in immer mehr zerstörter Umwelt

Das Bild halte die Ohmacht und zugleich die Entschlossenheit des Mädchens fest, so Unicef in einer Pressemitteilung. Ein tropischer Wirbelsturm hatte die Wassermassen im indischen Ganges-Delta aufgewühlt. Und riss dann fort, womit die elfjährige Pallavi versucht hatte, ihre fünfköpfige Familie zu versorgen: Einen kleinen Teeausschank auf der Insel Namkhana.

Das Siegerbild zeige den Überlebenskampf von Kindern angesichts fortschreitender Umweltzerstörung und des Klimawandels, erklärt Unicef. Das Kinderhilfswerk zeichnet in diesem Jahr zum 22. Mal Fotograf*innen aus, die schwierige Lebensumstände von Kindern dokumentieren.

Fotograf von Stärke des Mädchens beeindruckt

Am Morgen nach der Zyklon-Katastrophe rannten die Menschen des Dorfes Lakkhipur "hin und her und versuchten, ihr Hab und Gut vor dem Meerwasser zu retten", erzählt Fotograf Bhattacharjee ZDFheute. Auch Pallavis Zuhause stand unter Wasser.

Ihr starkes Gesicht und ihre ruhige Natur inmitten des Chaos brachten mich dazu, sie zu fotografieren.

Das erzählt er über das Mädchen auf dem Foto.

Seit 2009 arbeitet Bhattacharjee in den Sundarbans, einer der größten Mangrovenwälder der Erde. Der Anstieg des Meeresspiegels wirke sich in der tiefliegenden Küstenregion besonders stark aus. Nach Unicef-Schätzung wachsen in Asien und Afrika etwa 530 Millionen Kinder in Überschwemmungsregionen auf. Immer mehr Land verschwindet im Meer.

Ich habe die Angst der Menschen während der Zyklone und Sturmfluten gesehen, genauso wie den Schmerz der Kinder bei den extremen Wetterbedingungen.
Supratim Bhattacharjee, Fotograf

"Ich hoffe, dass diese Menschen in Zukunft etwas Hoffnung finden werden."

Auszeichnungen für vier Projekte aus Deutschland

Der zweite Preis geht an den indischen Fotografen Sourav Das mit seinem Foto "Ein kleiner großer Sieg über die Pandemie". Es erzählt die Geschichte eines Lehrers, der während des Corona-Lockdowns ein ganzes Dorf in ein Freiluftklassenzimmer verwandelt hat.

Schule im Freien mit Häuserwänden als Schultafeln
Quelle: Sourav Das, Indien

Der irakische Fotograf Younes Mohammad wird für seine Serie "Leben mit der Verletzung" über Kinder kriegsverletzter Väter mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Salman Farman Saleh mit seinen  Kindern wurde durch eine Mine verletzt
Quelle: Younes Mohammad, Irak (Agentur MEI)

Neun weitere Foto-Reportagen hob die Jury mit "ehrenvollen Erwähnungen" hervor.
Darunter auch vier Projekte aus Deutschland:

  • Feli und Pepita von Ehrenfeld mit "Lockdown-Gedanken"
  • Gordon Welters mit "Zwei Herzen für Clara"
  • Jörg Volland mit "Für immer verbunden"
  • Toby Binder mit "Arm sein in Duisburg"

Jury zeichnet vor allem einheimische Fotograf*innen aus

Die Corona-Pandemie habe die Arbeit von Fotoreporter*innen weltweit eingeschränkt, stellt Prof. Klaus Honnef, Vorsitzender der Jury in einer Pressemitteilung fest. Trotzdem hätten vor allem einheimische Fotograf*innen bewegende Bilder und Reportagen eingefangen.

"Die Unicef-Foto-des-Jahres-Jury hat zwölf herausragende Foto-Geschichten ausgewählt, die die kleinen Freuden genauso wie die Härten des Aufwachsens heute in den Mittelpunkt stellen", so Honnef.

2021 sei für viele Kinder wie die "Fortsetzung eines düsteren Katastrophenfilms" gewesen, sagt Peter-Matthias Gaede, stellvertretender Unicef-Vorsitzender zu ZDFheute.

Klimakrise, Corona-Pandemie, Kriege und Katastrophen brauen sich zu einem 'perfect storm' zusammen, der Kinder aus armen Familien mit voller Wucht trifft.
Peter-Matthias Gaede, Unicef Deutschland

Um dieser Bedrohung standzuhalten, brauche es eine starke Widerstandskraft.

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