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Deutschland im oberen Mittelfeld - Unicef: Drei Viertel der Kinder zufrieden

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Drei Viertel der Kinder in Deutschland sind sehr zufrieden mit ihrem Leben, so eine Unicef-Studie. Aber ein Viertel ist es eben auch nicht.

Kinder auf einem Spielplatz. Symbolbild
Wohlstand ist nicht alles: Deutsche Kinder liegen bei der Zufriedenheit im Vergleich zu anderen Industriestaaten im oberen Mittelfeld, so eine Unicef-Studie.
Quelle: Stephan Schütze/Stadtwerke Menden/dpa

Die Lebenszufriedenheit deutscher Kinder ist einer Unicef-Studie zufolge geringer als in anderen Industrieländern. Demnach geben 75 Prozent der Kinder hierzulande an, mit ihrem Leben sehr zufrieden zu sein. In den Niederlanden sind es 90, in der Schweiz 82, in Frankreich 80, so das Kinderhilfswerk.

Der niedrigste Wert wurde mit 53 Prozent in der Türkei gemessen, gefolgt von Japan und Großbritannien.


Eltern "sorge- und angstgetriebener"

"75 Prozent ist einerseits ein guter Wert, man kann es aber auch umdrehen und sagen: Jedes vierte Kind ist nicht sehr zufrieden", sagte Rudi Tarneden, Sprecher von Unicef Deutschland.

Und das ist im internationalen Vergleich eben gar nicht so gut.
Rudi Tarneden, Unicef Deutschland

Dabei spiele sicherlich mit, dass die Eltern vieler deutscher Kinder stärker sorge- und angstgetrieben seien als in anderen Ländern. "Wenn die Erwachsenen wenig Zuversicht vermitteln, spiegelt sich das in den Einstellungen der Kinder.

Viele finden sich zu dick oder zu dünn

Weiter sagen 72 Prozent der Mädchen und Jungen in Deutschland, es falle ihnen leicht, Freundschaft zu schließen. In Rumänien geben das 83 Prozent an - Deutschland liegt hier im unteren Bereich. Das bedeute, dass die Förderung sozialer Kompetenzen in der Schule größeres Gewicht bekommen müsse, fordert Tarneden.

Neben Estland und Polen gibt es in Deutschland auch die meisten Heranwachsenden, die sich zu dick oder zu dünn finden. Trotz einer langen Phase der Hochkonjunktur sei auch die Kinderarmut in Deutschland relativ konstant geblieben, sagte Tarneden.

Auf Rang 14 im oberen Mittelfeld

Für die Studie wurde das Wohlbefinden von Kindern in 41 Ländern der OECD und der Europäischen Union verglichen. Dabei ging es um mentale und körperliche Gesundheit sowie um soziale und intellektuelle Kompetenzen.

In der Gesamtbewertung am besten wurde in der Studie das Wohlbefinden von Kindern in den Niederlanden, Dänemark, Norwegen, der Schweiz und Finnland eingestuft. Deutschland landete mit dem 14. Platz im oberen Mittelfeld. Am schlechtesten schnitten Chile, Bulgarien und die Vereinigten Staaten ab.

Wohlstand bedeutet nicht automatisch, dass alle Kinder sich gut entwickeln können, sagte Tarneden. "Was wir in den westliche Industriegesellschaften haben, ist eine Vielfalt von kindlichen Lebenslagen.

Die perfekte Familie aus dem Werbefernsehen ist eine Illusion.
Rudi Tarneden, Unicef Deutschland

Viel zu viele Kinder werden abgehängt, auch bei uns."

Die Belastungen durch die Corona-Pandemie sind nach Einschätzung von Unicef vielfach enorm. Vor allem die langen Schulschließungen hätten die mentale und körperliche Gesundheit vieler Kinder gefährdet. Generell gelte, so Tarneden, dass Corona alle sowieso schon vorhandenen Probleme noch einmal verstärke. "Insofern wirkt Corona wie ein gesellschaftlicher Brennspiegel."

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