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Klima-Risiko-Index von Unicef - Klimawandel gefährdet eine Milliarde Kinder

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Nach Unicef-Schätzungen ist fast jedes zweite Kind auf der Welt durch die Folgen der Klimakrise "extrem stark gefährdet". Das UN-Hilfswerk mahnt die Regierungen zum Handeln.

Kinder trinken in Somalia Wasser aus einem Wasserrohr.
Für 920 Millionen Kinder ist laut Unicef die Versorgung mit Trinkwasser nicht gesichert.
Quelle: dpa

Fast die Hälfte aller Kinder auf der Welt ist extrem hohen Risiken durch den Klimawandel ausgesetzt. Das geht aus dem Klima-Risiko-Index hervor, den das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Freitag in New York veröffentlichte.

Demnach gelten nahezu eine Milliarde Mädchen und Jungen in 33 Ländern als "extrem stark gefährdet" durch Naturkatastrophen, Wasserknappheit, sich klimabedingt ausbreitende Krankheiten oder Umweltbelastungen.

"Nie dagewesene Gefahr" für junge Generation

Die globale Klimakrise stelle in ihrem Ausmaß eine noch nie dagewesene Gefahr für die Gesundheit, Ernährung, Bildung und Entwicklung sowie für das Überleben und die Zukunft der heranwachsenden Generation dar, heißt es in dem Bericht.

Obwohl Kinder für den Anstieg der globalen Temperaturen nicht verantwortlich sind, werden sie den höchsten Preis dafür zahlen.
Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore.

Konkret leiden laut Unicef schon heute weltweit rund 820 Millionen Kinder unter Hitzewellen, 400 Millionen Heranwachsende seien durch Wirbelstürme bedroht, außerdem seien 330 Millionen Kinder Überschwemmungen durch Flüsse ausgesetzt. Außerdem seien 240 Millionen Kinder in Küstenregionen von Überflutungen betroffen.

Wasserknappheit betrifft 920 Millionen Kinder

Zu diesen Ereignissen kommen laut Unicef langsam einsetzende Veränderungen hinzu. Schon jetzt litten 920 Millionen Kinder an Wasserknappheit. Auch Infektionskrankheiten wie Malaria oder Dengue, die durch Mücken oder andere Krankheitserreger übertragen werden, nähmen in Folge der Klimaveränderungen zu. Davon seien weltweit derzeit mehr als 600 Millionen Kinder bedroht.

Besonders arme Länder leiden unter den Folgen des Klimawandels. Aber auch in Deutschland kommt es immer häufiger zu Extremwetter.

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Als Konsequenz aus seinen Befunden ruft Unicef die Regierungen auf, "dringend mehr zu tun, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen und insbesondere die Treibhausgas-Emissionen zu verringern". Außerdem müsse mehr in Maßnahmen zur Klimaanpassung und die Bildung im Bereich Klima- und Umweltschutz junger Menschen investiert werden.

Unicef: Junge Menschen in Klimaverhandlungen einbeziehen

Junge Menschen müssten in alle Klimaverhandlungen einbezogen werden, auch auf der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow im Herbst. Weiter forderte Unicef, die wirtschaftliche Wiederbelebung nach der Pandemie müsse umweltfreundlich erfolgen.

Der Bericht "Die Klimakrise ist eine Krise der Kinderrechte" erschien zum dritten Jahrestag der Protestbewegung "Fridays for Future". Mit seinem Klima-Risiko-Index analysiert Unicef nach eigenen Angaben erstmals die weltweiten Auswirkungen des Klimawandels auf Kinder. Für den Bericht wurden aktuelle Daten aus mehr als 160 Staaten, darunter auch Deutschland, ausgewertet.

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