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So geht es Heimtieren in der Corona-Krise

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Solidarität in Tierheimen - So geht es Heimtieren in der Corona-Krise

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Tiere brauchen Menschen und auch in der Corona-Krise haben sie Glück: Die Solidarität mit den Tierheimen ist groß.

Zwei Hunde schauen durch das Gitter eines Zwingers in einem Tierheim
Für das Wohl der Pfleglinge im Tierheim ist vielerorts gesorgt - nur die Besucher müssen weitgehend draußen bleiben.
Quelle: dpa

Die Türen der Tierheime sind deutschlandweit geschlossen. Eigentlich ein Desaster, denn die Heime sind für ihr wirtschaftliches Überleben auf Spenden angewiesen.

Aber hört man sich in deutschen Tierheimen um, ergibt sich ein Bild der Solidarität und des Miteinanders - trotz Corona-Krise.

Wer darf noch mit den Hunde aus dem Tierheim spazieren gehen und wann?

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Weniger Fundtiere

"Es werden derzeit weniger Fundtiere zu uns gebracht als im Vergleichszeitraum des Vorjahres", freut sich Annette Rost vom Tierheim Berlin. Mit knapp 1.300 Tieren ist es das größte deutsche Tierheim.

Für Rost ist es ein Zeichen, dass die Menschen hierzulande nicht wie oftmals behauptet, aufgrund der Krise ihre Tiere aussetzen, ganz im Gegenteil.

Es zeigt, dass sich die Tierbesitzer besser mit ihren Tieren beschäftigten, da sie jetzt die Zeit für sie haben.
Annette Rost, Tierheim Berlin

Dem stimmt auch ihre Kollegin Tanja Welsch vom Offenburger Tierheim zu: "Mit steigenden Temperaturen steigt bei uns normalerweise auch die Zahl der Fundtiere - aktuell beherbergen wir zwei Fund-Katzen".

logo! war im Tierheim Wiesbaden zu Besuch:

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Vermittlung von Tieren geht weiter

Während im Offenburger Tierheim derzeit keine Vermittlungen stattfinden, sind in Bremen die Zahlen nahezu auf Vorjahresniveau. "Wir vermitteln weiter, aber nur mit Einzelterminen", sagt Gaby Schwab.

Auch im Berliner Tierheim werden "Matching"-Telefonate geführt, bevor es zu einem persönlichen Einzeltermin kommt. "Es ist schön, dass trotz Corona-Krise Tiere aus dem Heim adoptiert werden", betont Annette Rost.

Futterspenden sind wichtig

"Derzeit ist die Spendenbereitschaft noch vorhanden, aber wir gehen davon aus, dass es weniger werden wird, da wir zum zu Hause bleiben raten", erzählt Gaby Schwab.

Unterstützung bekommt das Bremer Tierheim von einer Inhaberin zweier Filialen einer großen Fachhandelskette für Tiernahrung. Das Fazit von Schwab: "Es ist schön, dass Tierheime nicht vergessen werden".

In Offenburg hat man vor einigen Jahren neue Wege beschritten und neben den klassischen Futterspenden-Boxen in den Supermärkten einen Amazon Wunschzettel etabliert. "Darüber erhalten wir Futter, denn die Paketdienste liefern noch", fügt Tanja Welsch hinzu.

Geldspenden statt Sachspenden

Das Berliner Tierheim ruft dazu auf, keine Futter-Spenden beim Tierheim abzugeben. "Die Menschen sollen bitte zu Hause bleiben und sich nicht für uns in Gefahr bringen, wir raten deshalb eher zu finanziellen Spenden, die online getätigt werden können", erklärt Annette Rost. Nach der Krise würden sie sich auch wieder über Sachspenden freuen.

Der deutsche Tierschutzbund als Dachverband der Tierheime versucht einerseits über Geldspenden zu unterstützen: "Wir haben einen Feuerwehr-Fond, aus dem wir schnell und unbürokratisch den Heimen helfen können, die jetzt ganz akut betroffen sind".

Andererseits fordert der Verband auch Staatshilfe: "Wir sehen die Politik in der Pflicht, weil Tierheime Aufgaben für den Staat, für die Gesellschaft übernehmen."

Gemeinsam durch die Krise

Wie groß die Solidarität ist, zeigt sich auch darin, wie viele Menschen sich bei den Heimen melden und temporäre Pflegestellen anbieten. "Leider können wir das nicht annehmen, denn für die Tiere wäre es traumatisierend das neue Heim wieder verlassen und ins Tierheim zurückkehren zu müssen", erklärt Annette Rost. Aber, es sei ein schönes Signal, dass viele an das Wohl der tierischen Heimbewohner denken.

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