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Extremwetter - Historische Regenmengen südlich der Alpen

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Unwetter mit teils extremen Regenmengen haben in Teilen Südeuropas für Überschwemmungen gesorgt. Eine Fortsetzung der Extremwetter-Ereignisse dieses Jahres.

Eine Straßenbrücke, gegen die Hochwasser schlägt
Ein Fluss nahe Savona in Italien. In Ligurien kam es in mehreren Orten zu Überschwemmungen.
Quelle: dpa

Seit dem Wochenende haben Unwetter mit extremen Regenmengen in Teilen Südeuropas für Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen gesorgt. Besonders betroffen waren die Südalpen sowie die französische und italienische Mittelmeerküste.

Verantwortlich ist Tief "Christian", das sich am Wochenende über dem westlichen Mittelmeer gebildet hat und zunächst zu schweren Unwettern in Südfrankreich führte. Vor allem in Marseille standen zahlreiche Straßen unter Wasser.

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Regenwolken in den Alpen, Sommerwetter in Bayern

Da dort in der Woche zuvor auch noch die Müllabfuhr streikte und sich deshalb in den Straßen Berge von nichtabgeholtem Müll stauten, wurde der Abfall - vor allem Getränkedosen und Plastikverpackungen - mit den Wassermassen über einen Fluss an die Strände und ins Meer geschwemmt. 

Tief "Christian" verlagerte sich dann in die Region um Genua. Die Regenwolken stauten sich an den Südalpen, auf den Berggipfeln gab es Föhnsturm und in Bayern Sommerwetter. Vor allem aber regnete es in der Schweiz und Norditalien stundenlang wie aus Kübeln.

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In diesen Regionen sind große Regenmengen zwar nicht ungewöhnlich, aber was da am Montag innerhalb weniger Stunden vom Himmel fiel, war wirklich "epochal", wie es der Deutsche Wetterdienst ausdrückt. In Ligurien fielen verbreitet 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter, an einzelnen Orten noch sehr viel mehr.

Extremwetter und Regen bei Genua

Spitzenreiter ist vermutlich die Station Rossoglione nördlich von Genua, an der unglaubliche 848 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden gemessen wurden, davon allein 700 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 12 Stunden. Das entspricht in etwa der Regenmenge, die in Deutschland durchschnittlich in einem ganzen Jahr fällt.

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Mehr Extremwetter durch Klimawandel

Es ist nicht ganz klar, warum es trotz der gewaltigen Regenfluten in Norditalien nicht zu einer größeren Katastrophe gekommen ist. Vielleicht sind es regionale Besonderheiten, die einen rechtzeitigen Abfluss der Wassermassen ermöglichten, bevor es zu Sturzfluten kam, vielleicht haben die Menschen vor Ort auch einfach nur Glück gehabt.

Tief "Christian" hat sich inzwischen südwärts verlagert und bringt nun in den Regionen rund um die Adria Unwetter und Starkregen. Auch hier sind Überflutungen zu befürchten.

Dieses Extremwetterereignis ist ein weiteres Beispiel für die rasante Dynamik, die - angeheizt vom Klimawandel - derzeit im Wettergeschehen stattfindet. In diesem Jahr gab es schon viele "historische" Ereignisse, wie zum Beispiel die extremen Hitzewellen am Nordkap, im Westen Kanadas und in Griechenland, die langanhaltende Dürre und riesigen Waldbrände in den USA sowie in Südeuropa und nicht zu vergessen die Flutkatastrophe im Ahrtal.  

Berit Bogs arbeitet in der ZDF-Wetterredaktion.

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