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Keine Steuervorteile für Studenten

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Richter bestätigen Regelung - Keine Steuervorteile für Studenten

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Es bleibt dabei: Studenten und andere junge Menschen können die Ausgaben für ihre erste Ausbildung beim Finanzamt nicht als Werbungskosten geltend machen.

Archiv: Studenten verfolgen im Hörsaal im Hauptgebäude der Universitt die Erstsemesterbegrüssung, aufgenommen am 09.11.2017
Studenten in einem Uni-Hörsaal.
Quelle: dpa

Fachbücher, Kopierkosten, Semesterbeiträge oder WG-Zimmer - ein Studium kann ganz schön teuer werden. Einige der Ausgaben können als Werbungskosten von den Steuern abgesetzt werden. Doch das gilt nur für Studenten und Azubis, die bereits ein Studium oder eine Ausbildung abgeschlossen haben. Gegen diese Regelung wurde mehrfach geklagt. Nun bestätigte das Bundesverfassungsgericht, dass das seit 2004 geltende sogenannte Abzugsverbot nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Es gebe dafür sachlich einleuchtende Gründe, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Beschluss.

Wie ist die Regelung?

Laut Einkommenssteuergesetz kann man Aufwendungen für eine Berufsausbildung oder ein Studium nur dann als Werbungskosten geltend machen, wenn man bereits eine Ausbildung oder ein Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Das funktioniert auch, wenn man während des Studiums noch gar keine Steuern zahlt - der Bonus kann dann eingelöst werden, wenn das erste Mal Steuern anfallen.

Einen Höchstbetrag gibt es nicht. Bei Erststudium - oder -ausbildung sieht die Sache anders aus. Hier können Auszubildende oder Studenten die Kosten meist nur als Sonderausgabe absetzen. Das hat zwei Nachteile: Abgesetzt werden können maximal 6.000 Euro - und zwar nur, wenn man schon Steuern zahlt.

Das Wintersemester an den Unis hat bereits begonnen – und so mancher Studierende wird sich fragen, wie das neue Leben nun zu finanzieren ist. Nebenbei jobben? Oder ein Stipendium?

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Gibt es Ausnahmen?

Ja, wenn Berufsausbildung oder Studium "im Rahmen eines Dienstverhältnisses" absolviert werden. Das kann zum Beispiel bei einem Referendariat, einer Lehre oder einem dualen Studium der Fall sein - also meist, wenn man während der Ausbildung ein Gehalt bekommt. Umstritten ist noch, ob ein Masterstudium nach abgeschlossenem Bachelorstudium immer als Zweitausbildung gilt.

Wer hat geklagt?

Vor dem Verfassungsgericht landeten sechs Fälle, die teils viele Jahre zurückliegen. Einer der Kläger hatte internationale Betriebswirtschaftslehre studiert und ein Auslandssemester in Australien gemacht. Er wollte Studiengebühren, Miete, Flug und Verpflegungsmehraufwand in seiner Steuererklärung absetzen. Das Finanzamt lies das nicht zu, weil es sich um ein Erststudium handelte. In einem anderen Fall machte jemand eine Ausbildung zum Berufspiloten und wollte die Kosten (rund 70.000 Euro) als Werbungskosten absetzen. Es gibt Finanzämter, bei denen Piloten dies in der Vergangenheit bereits erfolgreich durchgesetzt hatten.

Wie landeten die Fälle vor dem Verfassungsgericht?

Der Bundesfinanzhof, das höchste deutsche Steuergericht, legte sie 2014 dem Bundesverfassungsgericht vor. Er ist der Meinung, dass Studienkosten auch im Erststudium eine Investition in die eigene Karriere sind und daher zu den Werbungskosten gehören. Sie dienten letztlich "der Erzielung einkommensteuerpflichtiger Einkünfte", argumentiert die Behörde.

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