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Kapitol-Attacke : Trumps Ex-Stabschef Meadows droht Anklage

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Trump-Anhänger hatten am 6. Januar das Kapitol in Washington erstürmt. Weil Ex-Stabschef Meadows nicht zur Aufklärung der Ereignisse aussagen will, könnte bald eine Anklage drohen.

Mark Meadows, damaliger Stabschef im Weißen Haus. Archivbild
Mark Meadows, ehemaliger Stabschef im Weißen Haus. Archivbild
Quelle: Patrick Semansky/AP/dpa/Archivbild

Der Ausschuss zur Aufarbeitung des Angriffs auf das US-Kapitol hat den Weg für strafrechtliche Schritte gegen den Stabschef des damaligen Präsidenten Donald Trump bereitet. Das Gremium nahm am Montagabend (Ortszeit) einstimmig einen Bericht an, der Mark Meadows Missachtung des Kongresses vorwirft.

Ex-Stabschef Mark Meadows als wichtiger Zeuge

Im nächsten Schritt muss das Plenum des Repräsentantenhauses abstimmen. Dort haben die Demokraten von US-Präsident Joe Biden eine knappe Mehrheit. Falls sich die Abgeordneten dem Ausschussvotum anschließen sollten, ginge das Verfahren ans Justizministerium, das Meadows letztlich anklagen könnte.

Meadows gilt als wichtiger Zeuge. Er sei in einer "einzigartigen Position, um wichtige Informationen über die Ereignisse des 6. Januar 2021" bereitzustellen, hieß es in dem Bericht.

Berichte über Handlungsaufforderungen an Meadows

Die Abgeordnete Liz Cheney berichtete in der Anhörung unter Berufung auf Sprachnachrichten, die Meadows dem Ausschuss zur Verfügung gestellt hat, ihn hätten zur Zeit der Erstürmung des Kapitols zahlreiche Appelle erreicht, den Präsidenten zum Einschreiten zu bewegen. Neben prominenten Moderatoren des konservativen Senders Fox News habe ihn auch ein Sohn des Präsidenten, Donald Trump Junior, angefleht zu Handeln.

Er muss diesen Scheiß verurteilen. Sofort.
Donald Trump Junior an Meadows

Es folgten weitere Nachrichten, in denen der Sohn unter anderem geschrieben habe, der Präsident müsse umgehend vor die Kameras treten und sich an die Nation wenden. "Es ist zu weit gegangen und außer Kontrolle geraten", schrieb Trump Junior demnach weiter. Die Republikanerin Cheney kommentierte:

Doch es vergingen Stunden ohne das nötige Handeln des Präsidenten.
Liz Cheney, Abgeordnete

Fünf Menschen starben bei Kapitol-Erstürmung

Anhänger Trumps hatten am 6. Januar den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Der Angriff auf das Herz der US-Demokratie, bei dem viele Abgeordnete und Senatoren um ihr Leben fürchteten, erschütterte die USA.

Trump musste sich wegen der Attacke einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er seine Anhänger zuvor in einer Rede aufgestachelt hatte. Am Ende wurde er aber freigesprochen.

Untersuchungsausschuss mit offenen Fragen an Meadows

In dem 51-seitigen Bericht legt der Ausschuss nun mehrere Fragen an Meadows dar. Diese basieren unter anderem auf Tausenden Seiten an Dokumenten, darunter E-Mails und SMS-Nachrichten, die Meadows dem Gremium übergeben hat.

Die Abgeordneten wollten etwa mehr zu einer Mail des 62-Jährigen wissen, in der es heißt, die Nationalgarde werde am 6. Januar anwesend sein, um "Pro-Trump-Leute zu schützen". Außerdem soll Meadows Nachrichten mit einem Organisator der Kundgebung vom 6. Januar ausgetauscht und ihm Ratschläge gegeben haben.

Ein US-Gericht hat die Herausgabe von Akten zur Aufarbeitung der Kapitol-Attacke genehmigt. Ex-US-Präsident Trump, dessen Anhänger das Kapitol stürmten, wollte das verhindern.

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Ausschuss droht mit strafrechtlichen Schritten

Meadows hatte in der vergangenen Woche erklärt, er wolle doch nicht mit dem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses zusammenarbeiten. Eine erste Vorladung des Gremiums hatte er zuvor bereits missachtet, woraufhin ihm der Ausschuss mit strafrechtlichen Schritten drohte. Ende November legte Meadows dem Ausschuss dann schließlich Unterlagen, Emails und SMS-Nachrichten vor und kündigte an, zu einer Befragung zu erscheinen.

Schließlich machte er aber eine erneute Kehrtwende und erschien doch nicht. Meadows Anwalt argumentiert, die von dem Ausschuss verlangten Informationen seien möglicherweise vertraulich und Meadows als einstiger ranghoher Mitarbeiter des Präsidenten könne daher nicht zur Aussage gezwungen werden.

Mit einer ähnlichen Argumentation hatte sich auch Trumps einstiger Chefstratege Steve Bannon einer Zusammenarbeit mit dem Gremium widersetzt. Ihm wurde daraufhin vom Repräsentantenhaus Missachtung des Kongresses vorgeworfen. Bannon wurde vom Justizministerium angeklagt und muss sich nun vor Gericht verantworten.

Demonstranten vor dem Kapitol am 06.01.2021

Eine Chronik in Tweets - Das passierte im US-Kongress 

In Washington stürmten Trump-Anhänger das Kongressgebäude, die Nationalgarde wurde gerufen. Vier Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. So lief die Eskalation ab.

von Nils Metzger
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