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Kommentar zum Floyd-Prozess - Ein klein wenig Hoffnung

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Dass Derek Chauvin wegen Mordes an George Floyd schuldig gesprochen wurde, macht ein klein wenig Hoffnung. Nicht mehr. Der Weg zu einem gerechten Amerika bleibt weit.

Kommentar - Elmar Theveßen - George Floyd
Es bleibt noch viel zu tun, kommentiert Elmar Theveßen, ZDF-Studioleiter in Washington, das Urteil im Floyd-Prozess.
Quelle: ZDF/Reuters

Das Urteil gegen Derek Chauvin darf nicht überschätzt werden. Hier ist nicht auf einmal Gerechtigkeit ausgebrochen. Es ist bestenfalls ein "kleiner Vorgeschmack" auf ein gerechteres Amerika, so sagt es die 31-jährige Brie Graham vor dem Gerichtsgebäude mit Tränen in den Augen.

"Der Rauch hat sich ein winziges Stück gehoben, dass wir einmal Atem schöpfen können", fährt sie fort. 'Rauch' ist das passende Wort, denn in den USA brennt das Feuer des Rassismus und der Polizeibrutalität weiter.

Der Ex-Polizist und Mörder von George Floyd wurde in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen berichtet aus den USA über das Gerichtsurteil.

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Große Mehrheit dient ehren- und gewissenhaft

Fast jeden Tag werden Menschen Opfer von Gewalt aus der Hand jener, die schlecht ausgebildet, unterbezahlt und im Zustand ständiger Überforderung für Sicherheit und Ordnung sorgen sollen. Nicht falsch verstehen: Eine große Mehrheit der Polizisten dient ehren- und gewissenhaft, ohne die ihnen anvertraute Macht zu missbrauchen. Und das, obwohl sie nicht selten entschlossenen und bewaffneten Kriminellen gegenüberstehen, die eine Bedrohung auch für ihr Leben darstellen.

Aber wenn vielerorts eine acht- bis zehnwöchige Ausbildung, ein Mindestmaß an körperlicher Fitness und die Bereitschaft zum Waffentragen als Mindestanforderung ausreichen, um jungen Menschen eine Waffe in die Hand zu drücken und mit Sonderrechten auszustatten, dann sind immer neue Exzesse der Staatsgewalt garantiert.

"Es waren Tränen der Erleichterung", so ZDF-Korrespondent Benjamin Daniel nach der Urteilsverkündung.

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Gesetzesvorhaben "ein Funke der Hoffnung"

Das nach George Floyd benannte Gesetzesvorhaben im amerikanischen Kongress ist ein Funke der Hoffnung, aber eine echte Polizeireform in den USA ist noch Monate, ja eher sogar Jahre, entfernt - zumal jeder Ort für seine jeweilige Polizeibehörde eigene Regeln aufstellt. Und, seien wir ehrlich, in so mancher Gegend wird Rassismus in der Polizei geduldet, in einigen sogar als Auswahlkriterium geschätzt.

Deshalb bedeutet dieses Urteil noch lange nicht den Durchbruch für mehr Gerechtigkeit in Amerika. Immerhin: Ein weißer Polizeibeamter, der für seine Tat in Handschellen aus dem Saal geführt wird - das ist revolutionär, weil andere Täter bisher fast immer ungeschoren davonkamen. Derek Chauvin wird zur Rechenschaft gezogen, der Rauch hebt sich ein winziges Stück, wie Brie Graham sagte. Amerika schöpft Atem - und ein klein wenig Hoffnung.

George-Floyd-Prozess - Ex-Polizist wegen Mordes schuldig gesprochen 

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd ist das Urteil gefallen. Das US-Gericht sprach den angeklagten weißen Ex-Polizisten schuldig.

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