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Mutter von Jacob Blake: Protestiert friedlich

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Schüsse auf Afroamerikaner - Mutter von Jacob Blake: Protestiert friedlich

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Die Mutter des in den USA durch Polizeischüsse schwer verletzten Afroamerikaners Jacob Blake hat zu friedlichen Protesten aufgerufen - auch im Sinne ihres Sohnes.

Im US-Bundesstaat Wisconsin ist erneut ein schwarzer US-Bürger Opfer von Polizeigewalt geworden. Demonstrationen halten die Stadt und ganz Amerika nun in Atem.

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Nach den Polizeischüssen auf den Afroamerikaner Jacob Blake im US-Bundesstaat Wisconsin gab es landesweite Prosteste in Städten wie Los Angeles, New York und Seattle. Die Mutter des schwerverletzten Familienvaters rief unterdessen zu friedlichen Protesten auf.

Polizisten hatten dem 29-jährigen Blake am Sonntag sieben Mal aus nächster Nähe in den Rücken geschossen, als er in sein Auto einsteigen wollte. Die genauen Hintergründe des auf einem Handyvideo festgehaltenen Vorfalls sind unklar. Die beteiligten Beamten wurden suspendiert, die Kriminalpolizei ermittelt.

US-Bundespolizisten in Portland.

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Mutter von Jacob Blake: Protestiert friedlich

Julia Jackson, die Mutter von Jacob Blake, sagte während einer Pressekonferenz, sie habe in Kenosha "viele Schäden" gesehen und forderte die Demonstranten zu friedlichen Aktivitäten auf. In der Stadt Kenosha im Bundesstaat Wisconsin war es zwei Nächte in Folge zu Ausschreitungen gekommen.

Diese Vorfälle spiegelten "nicht das wider, was mein Sohn und meine Familie sind", sagte Jackson weiter und sprach damit auch im Namen ihres Sohnes:

Wenn Jacob wüsste, was an Gewalt und Zerstörung passiert, wäre er sehr unerfreut.
Julia Jackson, Mutter von Jacob Blake

Mit ergreifenden Worten forderte sie zudem das Ende von Rassismus in den USA: "Ich wende mich an alle, egal ob weiß, schwarz, japanisch, rot, braun. Niemand ist dem anderen überlegen", sagte Julia Jackson in Kenosha. "Wir brauchen Heilung", so ihre Botschaft.

Blakes Schwester: Kein Mitleid, sondern Wandel

Harte Worte kamen von Blakes Schwester Letetra Widman: "Ich bin nicht traurig. Ich bin wütend und erschöpft. Ich habe nicht geweint. Ich habe vor Jahren aufgehört zu weinen." Sie wolle kein Mitleid: "Ich will Wandel", so Widman. Sie sagte weiter:

Ich sehe seit Jahren, wie die Polizei Menschen, die wie ich aussehen, ermordet.
Letetra Widman, Schwester Jacob Blakes

Blakes Vater warf der Polizei einen "sinnlosen Mordversuch" vor. "Sie haben sieben Mal auf meinen Sohn geschossen, als ob er nichts zählt. Aber mein Sohn zählt. Er ist ein Mensch." Blakes Familie erklärte, der 29-Jährige sei von der Hüfte abwärts gelähmt und werde womöglich nie wieder laufen können.

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Nach Angaben seiner Anwälte durchschlugen Kugeln Blakes Wirbelsäule, seinen Magen, seine Leber und einen Arm. "Die jetzige medizinische Diagnose ist, dass er gelähmt ist", sagte der Menschenrechtsanwalt Ben Crump.

Es wird ein Wunder nötig sein, damit Jacob Blake junior jemals wieder laufen wird.
Ben Crump, Menschenrechtsanwalt

Der neue Fall von Polizeigewalt drei Monate nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat für weit verbreitete Empörung gesorgt. Nach den Polizeischüssen lieferten sich Demonstranten und Sicherheitskräfte in Kenosha zwei Abende in Folge Auseinandersetzungen. Fahrzeuge wurden in Brand gesetzt und Gebäude beschädigt.

Marsch in Washington geplant

Für Freitag ist in der Hauptstadt Washington ein großer Marsch gegen Polizeigewalt gegen Schwarze geplant. Er findet am Jahrestag der berühmten Rede "I Have a Dream" ("Ich habe einen Traum") des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King statt. King hielt die Rede am 28. August 1963.

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