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Stoltenberg zu Utøya-Massaker - "Tod und Gewalt bekamen ein Gesicht"

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Jens Stoltenberg war Ministerpräsident von Norwegen, als Anders Breivik am 22. Juli 2011 ein Massaker auf der Insel Utøya verübte. ZDFheute schildert er, wie er diesen Tag erlebte.

Jens Stoltenberg war Ministerpräsident Norwegens, als Anders Breivik in Oslo eine Bombe zündete und auf Utoya 69 Menschen hinrichtete. Hier erzählt er, wie er den Tag erlebte.

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In Oslo explodiert eine Autobombe, auf einer nahen Insel fallen Schüsse. Zehn Jahre später schwarzer Filz statt NATO-Blau im hauseigenen Fernsehstudio: Auf einem großen Bildschirm hinter Jens Stoltenberg, damals Norwegens Regierungschef, das Bild einer Fähre auf dem Weg zu einer Insel. Der heutige NATO-Generalsekretär erinnert sich:

Utøya war das Paradies meiner Kindheit. Am 22. Juli 2011 wurde sie zur Hölle.
Jens Stoltenberg, 2001 Ministerpräsident von Norwegen

So wie die Opfer des Attentäters, war Stoltenberg in seiner Jugend fast jeden Sommer dort. Auf der Insel, keine Autostunde von Oslo entfernt, hielt die Jugendorganisation der norwegischen Sozialdemokraten Sommercamps ab. Stoltenberg kam auch noch, als er längst Partei und Regierung führte.

Ein Mann sitzt neben einer Frau, er hat den linken Arm um sie gelegt. Sie sitzen auf einem kleinen Felsvorsprung, hinter ihnen ein rotes Gebäude.
Jens Stoltenberg und Gro Harlem Brundtland auf Utøya: Utøya war das Paradies meiner Kindheit. Am 22. Juli 2011 wurde sie zur Hölle.
Quelle: Jens Stoltenberg

Am 22. Juli 2011 hält sich Stoltenberg in der Residenz des Premierministers auf und erhält Nachrichten vom ersten Anschlagsort, dem Regierungssitz in der Innenstadt. Bruchstücke schrecklicher Nachrichten, sie ergeben erst ein Bild, als ein Mitarbeiter in Stoltenbergs Büro tritt.

Ein Mann im kaqrierten Hemd steht vor einem großem Tisch, auf dem Wasserflaschen und Hefter liegen. An der Wand dahinter hängt ein Fernseher.
Jens Stoltenberg am 22. Juli 2011 in seinem Amtssitz in Oslo, kurz, nachdem eine Autobombe in der norwegischen Hauptstadt explodierte.
Er kam in den Raum, und er hatte einen Verband und Blut. Da wurde mir klar, dass die Berichte am Telefon über Menschen, die bei einer Explosion getötet wurden, echt waren.
Jens Stoltenberg

Doch der Terror hört damit nicht auf. Der Attentäter, den Stoltenberg bewusst nicht beim Namen nennt, fährt nach Utøya, gibt sich als Polizist aus und beginnt zu schießen.

Vor zehn Jahren platzierte ein Rechtsextremist zunächst Bomben in Oslo, um dann auf der kleinen Insel Utöya 77 Menschen zu erschießen, die meisten waren Jugendliche. Bis heute sucht Norwegen nach dem richtigen Umgang mit diesen Taten.

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2 min
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Eine Nachricht erscheint auf Stoltenbergs Telefon: "Sie lautete: Monica ist tot, sie wurde getötet. Tod, Gewalt bekamen ein Gesicht, weil ich Monica kannte." Monica Elisabeth Bösei leitete das Lager. "Für alle war sie Mutter Utøya."

Fußball spielen auf Utoya.
Sinnbild für Utoya: Die Jugend trifft sich.
Quelle: Jens Stoltenberg

Stoltenberg ist wichtig: "Am 22. Juli geht es in erster Linie um diejenigen, die ihr Leben und ihre Angehörigen verloren haben." Trotzdem gehe es auch um die ganze Nation. "Die Attentate haben Norwegen und das, was wir sind, stark geprägt."

Die Antwort auf die Herausforderung durch extremistische Attentäter, sagt Stoltenberg, sei damals wie heute:

Wenn sie offene Gesellschaften angreifen, brauchen wir mehr Offenheit.

"Das ist der beste Beweis, dass die Terroristen nicht gewinnen, dass wir, die wir an Freiheit und Demokratie glauben, diesen Kampf gewinnen werden."

Gunnar Krüger ist Korrespondent im ZDF-Studio in Brüssel.

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