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"Veganuary" - Ein Monat ohne tierische Produkte

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Einen Monat lang vegan leben - das war die Herausforderung im "Veganuary". Weltweit haben sich mehr als 550.000 Menschen an der Aktion beteiligt - die Gründe: vielfältig.

Schriftzug "Go vegan" auf einer weißen Mauer
Zum Jahresbeginn beteiligten sich 550.000 Menschen weltweit an der Initiative "Veganuary". Dabei stammen rund zehn Prozent der Anmeldungen aus Deutschland.

Seit 2014 versucht die britische Initiative "Veganuary", Menschen auf der ganzen Welt für eine pflanzliche Ernährung zu begeistern. Diese sei, laut Angaben der gemeinnützigen Organisation, eine der effektivsten Maßnahmen, „um die Umwelt zu schützen, Tierleid zu vermeiden, den Klimawandel aufzuhalten und die Gesundheit von Millionen Menschen zu verbessern“.

In Deutschland hat der vegane Januar bereits zum zweiten Mal stattgefunden. Doch hat es tatsächlich einen positiven Effekt auf Umwelt und Gesundheit, 31 Tage lang kein Fleisch und Fisch, keine Milchprodukte oder sonstige Nahrungsmittel tierischen Ursprungs zu essen?

Verbesserung des Wohlbefindens möglich

Markus Keller ist Ernährungswissenschaftler sowie Gründer und Geschäftsführer des Forschungsinstituts für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE). Er glaubt, dass sich ein veganer Januar, je nach gesundheitlicher Ausgangslage, tatsächlich positiv auf Blutwerte und Blutdruck auswirken könnte. Grundsätzlich müsse jedoch festgehalten werden:

Je mehr Risikofaktoren ich bereits habe, umso größere Wirkungen kann ich auch in kurzer Zeit erwarten.
Markus Keller, Ernährungswissenschaftler

Unabhängig von vorheriger Ernährung und Erkrankungen könne allerdings vor allem eine Verbesserung des Körpergefühls eintreten, so der Experte. Dabei betont er den psychischen Effekt, der mit einer veganen Ernährung einhergehe:

Veganuary: Ressourcen schonen

Diese positiven psychischen Auswirkungen seien zwar wissenschaftlich plausibel, jedoch bisher kaum in Studien untersucht und belegt. Die positiven Folgen einer veganen Ernährung auf die Umwelt sind es jedoch. Der Experte stellt klar, dass eine Ernährung mit tierischen Lebensmitteln aufgrund des hohen Ressourcenverbrauchs deutlich umweltbelastender sei. Vor allem mit Blick auf die Treibhausgasemission: Man könnte ungefähr ein Drittel der Teibhausgase im Ernährungsbereich einstellen, wenn das in Deutschland übliche Ernährungsverhalten auf eine vegetarische Ernährung umgestellt werden würde. Bei der Umstellung auf eine vegane Ernährung wäre es sogar die Hälfte.

Fleischkonsum immer noch hoch

Dass vor allem die industrielle Tierhaltung und der Fleischkonsum für den Ausstoß klimaschädlicher Gase verantwortlich sind, berichtet auch der "Fleischatlas 2021", der kürzlich von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz vorgestellt wurde. Auch wenn es darin heißt, dass in Deutschland immer weniger Fleisch gegessen wird, so hat sich der Fleischkonsum weltweit in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Kein Land der Welt verfüge derzeit über eine Strategie, um das zu ändern.  

Der Trend geht zum Fleischersatzprodukt

Aktionen wie der "Veganuary" könnten die Aufmerksamkeit für dieses Thema nun erhöhen. Nicht nur viele prominente Gesichter unterstützen die Kampagne weltweit, sondern auch der Einzelhandel in Deutschland hat den "Veganuary" im Blick. So wurde im Januar mit zahlreichen veganen Fleischersatzprodukten geworben. Diese scheinen, den Ergebnissen des "Fleischatlas 2021" folgend, generell im Trend zu liegen. So wurden in Deutschland 2019 rund 26.600 Tonnen Fleischersatzprodukte verkauft. Im Bericht heißt es:

Der Markt für Fleischersatzprodukte entwickelt sich so dynamisch wie nie zuvor.
Fleischatlas 2021

Fleischkonsum als politisches Thema

Dies spielt besonders für jüngere Menschen eine Rolle. Denn im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung ernähren sich doppelt so viele 15- bis 29-Jährige vegetarisch oder vegan. Das zeigt eine repräsentative Umfrage für den "Fleischatlas 2021“. Über die Hälfte der Befragten gibt darin außerdem an, dass die Politik dafür verantwortlich sei, sich für eine bessere Tierhaltung und klimafreundliche Ernährung einzusetzen.

Der Ernährungswissenschaftler Markus Keller warnt dabei davor, mit erhobenem Zeigefinger vorzugehen. Dennoch ist er der Ansicht, dass die persönliche Verantwortung mehr ins Bewusstsein gerückt werden müsste, denn „das, was ich esse, betrifft nicht nur mich und meine Gesundheit, sondern hat eben auch viele globale Auswirkungen auf Bereiche wie das Klima, die Umwelt oder die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern“.

Tierprodukte aus seinem Alltag zu verbannen, erscheint vielen unvorstellbar. Es trotzdem zumindest den Januar über zu versuchen, dafür wirbt die Organisation „Veganuary“.

Beitragslänge:
2 min
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