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Katalog für Bundesregierung - Umweltverbände fordern Stopp der Plastikflut

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Immer mehr Plastikmüll schwimmt im Meer. Umweltverbände sehen als Ausweg nur ein Verbot von Einwegverpackungen. Dazu haben sie 15 Forderungen an die Bundesregierung gestellt.

Müll auf Mallorca, aufgenommen am 17.01.2013
Irgendwie die Plastikflut aus Einwegverpackungen in den Griff kriegen: Müll wird in Mallorca auf einer Deponie entladen.
Quelle: dpa

Umweltschützer fordern zur Eindämmung der Plastikflut ein Ende von Einwegverpackungen und eine drastische Reduzierung der Kunststoffproduktion. "Die Zukunft der Verpackungsindustrie gehört dem Mehrweg", sagte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser bei der Vorstellung eines Forderungskataloges mehrerer Verbände an die Bundesregierung. Ziel müsse sein, die Plastikflut zu stoppen.

Verbot von Einwegverpackungen gefordert

Kaiser sprach von einer globalen Plastikkrise. Osteuropa und Südostasien seien mittlerweile die Müllkippe für Plastikabfälle nicht nur aus Deutschland. Eine Lösung sei nur möglich, "wenn alle Länder ihren Müll zu Hause behalten".

Mehr zur Bekämpfung der Plastikflut sehen Sie im Video:

Kaufen, öffnen, wegschmeißen. Verpackungen verursachen gigantische Mengen Plastikmüll. Jeder Deutsche produziert 220 Kilo Verpackungsmüll im Jahr. Damit sind wir Spitzenreiter in Europa.

Beitragslänge:
30 min
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Dazu brauche es auch Anreize für nachhaltiges Produktdesign wie steuerliche Vorteile für Produkte, die repariert und mehrfach genutzt werden können. "Wollen wir die Plastikkrise an der Wurzel packen, müssen Verpackungen idealerweise wiederverwendbar, zumindest aber vollständig recycelbar sein. Andere gehören verboten", sagte Kaiser.

Deutschland sei Europameister beim Verpackungsmüll, hieß es. Zu den elf Initiatoren des Aufrufes "Wege aus der Plastikkrise" gehören neben dem BUND, Greenpeace und der Deutschen Umwelthilfe etwa die Deutsche Meeresstiftung, der Bundesverband Meeresmüll und die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung.

Wollen wir die Plastikkrise an der Wurzel packen, müssen Verpackungen idealerweise wiederverwendbar, zumindest aber vollständig recycelbar sein. Andere gehören verboten.

Mehrwegquote soll durchgesetzt werden

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, forderte, die Mehrwegquote von 70 Prozent für Getränkeverpackungen konsequent durchzusetzen. Dafür sollten Sanktionsmaßnahmen wie eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einweg erwogen werden. Zudem sollte es verbindliche Mehrwegquoten für Verkaufs-, Transport- und Versandverpackungen geben. Resch spricht sich auch für eine Besteuerung von Erdöl sowie Erdgas zur Herstellung von Kunststoffen aus.

Die Plastikflut in Deutschland

Laut Umweltbundesamt fielen 2016 in Deutschland mehr als 220 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf an. Davon sind etwa 40 Kilogramm Kunststoffe, hieß es. Mehr als 400 Millionen Tonnen beträgt die globale Kunststoffproduktion jährlich, steht in dem 50-seitigen Forderungskatalog.

Schätzungen gehen von einem Anstieg auf 600 Millionen Tonnen bis 2025 aus. Durch unsachgemäße Entsorgung gelangten rund 35 Millionen Tonnen an Kunststoffen in die Umwelt, davon fünf bis 13 Millionen Tonnen in die Weltmeere.

Wie Plastikmüll richtig entsorgt werden kann, sehen SIe im Video:

Wohin gehört der Plastikmüll: Gelber Sack oder Restmüll?

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5 min
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