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Verdienstorden - Einsatz fürs Kulturleben: Bürger geehrt

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Bundespräsident Steinmeier ehrt 14 Bürgerinnen und Bürger, die sich um das Kulturleben verdient gemacht haben. Kultur sei Grundbedingung für das Gelingen der Demokratie, sagte er.

Berlin - Frank-Walter Steinmeier
Bei der Ordensverleihung zum Tag der Deutschen Einheit stellte Bundespräsident Steinmeier in diesem Jahr die Kultur ins Zentrum.
Quelle: Reuters

Vor dem Tag der Deutschen Einheit hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 14 Frauen und Männer ausgezeichnet, die sich um das Kulturleben in Deutschland besonders verdient gemacht haben.

"Die Pandemie hat uns bewusst gemacht, welche Bedeutung, welchen Wert Kunst und Kultur für uns haben - für das Leben jedes und jeder Einzelnen, aber auch für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie", sagte Steinmeier bei der Verleihung im Schloss Bellevue.

Kultur ist Grundbedingung für das Gelingen der Demokratie.
Frank-Walter Steinmeier

Vor allem Künstler ausgezeichnet

Zu den im Schloss Bellevue Ausgezeichneten zählen der Schauspieler Burghart Klaußner, bekannt durch den Film "Der Staat gegen Fritz Bauer" und der Regisseur Christian Petzold, der unter anderem "Barbara" drehte.

Geehrt wurden auch die Blockflötistin Dorothee Oberlinger, die Schriftstellerin Terézia Mora sowie die Gastronomen lona Scholl und Max Strohe, die in Berlin während der Pandemie für Menschen in systemrelevanten Berufen kochten, sowie der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Nach den Angriffen auf Synagogen zeigt sich der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, besorgt: "Wenn jüdische Gotteshäuser angegriffen werden, handelt es sich nicht um eine Sachbeschädigung, sondern um reinen Antisemitismus."

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Den Verdienstorden erhielten weiter der Fotograf, Autor und Kurator Akinbode Akinbiyi, die Kölner Choreografin und Tänzerin Gerda König, der tschechische Schriftsteller Jaroslav Rudis, die Leiterin der Bremer shakespeare company Renate Heitmann sowie der Dresdner Cellist Jan Vogler und der Mannheimer Fotograf Luigi Toscano, zudem die Magdeburgerin Petra Schubert, die sich in der Pandemie besonders um Bedürftige und Senioren gesorgt hatte.

Alle Ausgezeichneten trügen dazu bei, "dass wir uns in unserer vielfältigen Gesellschaft näherkommen und besser verstehen", sagte Steinmeier. Zentralratspräsident Schuster sei kein Künstler, er habe sich aber "in herausragender Weise für eine politische Kultur der Toleranz eingesetzt, besonders für ein respektvolles Miteinander von Menschen verschiedener Religionen".

Steinmeier: Stärkere Hilfen für Künstler

Angesichts der sozialen Nöte, in die viele Künstler und Freiberufler während der Corona-Pandemie gerieten, sprach sich Steinmeier für stärkere Hilfen aus. Er wertete die Ordensverleihung an die Kulturschaffenden daher auch als Signal.

Wir dürfen nicht zulassen, dass einzelne Zweige unserer Kultur nach der Coronakrise verdorren oder absterben.
Frank-Walter Steinmeier

Das schulde die Gesellschaft nicht nur den Künstlerinnen und Künstlern, sondern auch der Demokratie.

Innenminister Horst Seehofer in der Bundespressekonferenz.

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Vermutete Nähe zur Querdenker-Bewegung

Ursprünglich sollten auch der Musiker und Schauspieler Thomas Rühmann, bekannt aus der Fernsehserie "In aller Freundschaft", sowie der Musiker Tobias Morgenstern, der 1998 gemeinsam mit Rühmann ein Theater im Oderbruch gründete, am Freitag den Verdienstorden erhalten. Beide nahmen nicht an der Verleihung teil.

Laut einer Sprecherin des Bundespräsidenten entschied sich Steinmeier gegen eine Ordensverleihung an Morgenstern, weil "konkrete Hinweise" bekannt geworden seien, dass sich der Künstler der sogenannten Querdenker-Bewegung angeschlossen habe. Die Ordensverleihung an Thomas Rühmann soll später nachgeholt werden. Beide werde der Bundespräsident zudem in Kürze zu einem Gespräch treffen, erklärte die Sprecherin.

Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit zeichnet der Bundespräsident jedes Jahr Männer und Frauen aus, die den Zusammenhalt in Deutschland und Europa stärken.

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