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Verkehrsunternehmen für versetzten Schulstart

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Volle Schulbusse - Verkehrsunternehmen für versetzten Schulstart

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Die deutschen Verkehrsunternehmen fordern einen gestaffelten Beginn des Schulunterrichts. Sie wollen damit den Gesundheitsschutz im öffentlichen Nahverkehr stärken.

Kinder stürmen nach Schulende in einen Bus in der Innenstadt in Mainz, aufgenommen am 04.08.2020
Dichtes Gedränge im Schulbus muss nicht sein, finden die deutschen Verkehrsunternehmen
Quelle: dpa

Hygienekonzepte in der Schule, aber nicht auf dem Weg dorthin: Während in der Schule auf Abstands- und Hygieneregeln geachtet wird, drängen sich viele Schülerinnen und Schüler auf dem Weg dorthin in vollen Bussen und Bahnen.

Die deutschen Verkehrsunternehmen fordern deshalb einen gestaffelten Beginn des Schulunterrichts als Maßnahme gegen die Corona-Pandemie.

Beeinträchtigung für Schulbetrieb "minimal"

Dadurch würde das Verkehrsaufkommen in Bussen und Bahnen am Morgen gemindert und der Gesundheitsschutz im öffentlichen Nahverkehr verstärkt, argumentierte der Präsident des Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, in den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Dienstag.

Wenn der Unterricht für die jüngeren Kinder gegen 08.00 Uhr beginnen und für die älteren beispielsweise eine Stunde später starten würde, wäre der Schulbetrieb dadurch "minimal" beeinträchtigt, führte Wortmann aus.

Die Hygieneregeln wurden in Schulen nochmals verschärft. Dabei ist die Rolle der Schulen bei der Verbreitung des Virus bisher nicht eindeutig geklärt.

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Der Effekt auf den Nahverkehr in der Hauptverkehrszeit am Morgen wäre nach seinen Worten "enorm" - die Kapazität und damit der zur Verfügung stehende Platz in den Fahrzeugen würde demnach "sofort um mindestens 20 Prozent steigen".

Politiker kritisieren volle Bahnen

Kritik an fehlenden Hygienekonzepten für den Öffentlichen Verkehr kommt auch aus der Politik. Der Co-Vorsitzende der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat die Zustände in Bussen und Bahnen in Corona-Zeiten kritisiert.

"Die Bahnen sind zu voll, Kontrollen, ob Masken getragen werden, zu selten", sagte er der "Rheinischen Post" mit Blick auf die Deutsche Bahn, deren Eigentümer der Bund ist. Auch er forderte einen schnelleren Takt und wirksame Kontrollen.

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Ansteckungsrisiko für Fahrgäste ungewiss

Der Branchenverband VDV hat in einer Umfrage ermittelt, dass das Infektionsrisiko für Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr gering sei. Bei einer Umfrage unter 94 Mitgliedsunternehmen mit rund 80.000 Beschäftigten seien seit März lediglich 233 Infektionen gemeldet worden, teilte der Verband mit.

Während für die Beschäftigten das Risiko überschaubar scheint, ist die Lage für die Fahrgäste unübersichtlich. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass sich laut dem Robert Koch-Institut (RKI) nur für einen Bruchteil der derzeitigen Infektionsfälle in Deutschland nachvollziehen lässt, wo die Ansteckung wahrscheinlich stattfand.

Verkehrsverband fehlt Unterstützung

Bislang setzen sich die zuständigen Ministerien und Behörden in der Corona-Krise "viel zu selten ernsthaft mit dem wichtigen Thema der Schülerbeförderung auseinander", kritisierte Ingo Wortmann.

Die Planungen enden dort zu oft am Schultor und scheitern an verschiedenen Zuständigkeiten.
Ingo Wortmann

Das löse aber die tatsächlichen Kapazitätsprobleme bei der Schülerbeförderung nicht, sagte Wortmann. In Italien plant die Regierung beispielsweise für öffentliche Transportmittel eine Obergrenze, nach der nur die Hälfte der Plätze besetzt werden darf.

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