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Fall Madeleine McCann - Verdächtiger mit umfangreicher Strafakte

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Im Vermisstenfall Madeleine McCann steht ein 43-jähriger Deutscher im Fokus der Ermittlungen. Der Tatverdächtige ist mehrfach vorbestraft und sitzt derzeit in Haft.

Das britische Mädchen Madeleine McCann verschwand 2007 spurlos aus einer portugiesischen Ferienanlage. Wegen Mordverdachts wird gegen einen Deutschen ermittelt. Der verbüßt derzeit eine längere Haftstrafe in einer anderen Sache.

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Der Vermisstenfall Madeleine McCann könnte vor der Aufklärung stehen: Der Täter soll ein Deutscher sein. Viele Spuren deuten darauf hin. Aber: Es gibt keine Zeugen und keine Leiche.

"Wir werden niemals die Hoffnung aufgeben, Madeleine lebend zu finden, aber was auch immer herauskommen sollte, wir müssen es wissen, weil wir Frieden finden müssen", sagten Madeleines Eltern.

Verdächtiger ist vorbestraft wegen Sexualstraftaten

Der 43-jährige Verdächtige ist mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft. Er lebte im Zeitraum des Verschwindens an der portugiesischen Algarve. Telefonate, Bewegungsmuster, kriminelle Vergangenheit: Einiges deutet darauf hin, dass er der lange gesuchte Täter sein könnte. Die Ermittler suchen nun nach weiteren Hinweisen aus der Bevölkerung.

Eine aktuelle Haftstrafe hatte der Verdächtige fast zu zwei Dritteln verbüßt. Damit stand die Entscheidung über eine mögliche Freilassung auf Bewährung an. Das geht aus zwei Beschlüssen des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 21. April hervor. Bei den Strafrichtern der Leipziger BGH-Außenstelle ist die Revision des 43-Jährigen in einem anderen Strafverfahren anhängig.

Dabei geht es um die Vergewaltigung einer damals 72-jährigen US-Amerikanerin in Portugal im Jahr 2005. Das Landgericht Braunschweig hatte den Deutschen deshalb am 16. Dezember unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Verdächtiger im Fall Madeleine McCann derzeit in Haft

Derzeit sitzt der Mann in Kiel eine alte Haftstrafe ab, die das Amtsgericht Niebüll bereits 2011 gegen ihn verhängt hatte. Dabei ging es um Handel mit Betäubungsmitteln. Parallel wurde wegen der Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn Untersuchungshaft angeordnet. Von der BGH-Entscheidung wäre mit abhängig, ob diese U-Haft Bestand hat und damit nahtlos die verbüßte Haftstrafe ablöst.

Weil es bei der Revision rechtlich um die Vollstreckung eines europäischen Haftbefehls geht, hat der BGH das Verfahren ausgesetzt und dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgelegt. Das geht aus den veröffentlichten Beschlüssen hervor. Rechnerisch hätte der Mann demnach am 7. Juni zwei Drittel seiner Haft verbüßt. Ein Gericht müsste dann entscheiden, ob er weiter im Gefängnis bleibt. Aufgrund dieses Termins hatte der BGH den EuGH um eine Entscheidung im Eilverfahren gebeten. Diese scheint im Moment noch auszustehen.

Im Fall der seit über 13 Jahren vermissten Madeleine McCann gibt es neue Hinweise. Ein 43-jähriger deutscher Sexualstraftäter steht nun unter Mordverdacht.

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Der SPIEGEL berichtet, dass die Strafakte des Verdächtigen insgesamt 17 Einträge umfasst. Demnach sei unter anderem wegen "Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Körperverletzung, schweren Diebstahls und Trunkenheit im Verkehr" gegen ihn ermittelt worden.

Britische Polizei mit Beschreibung des Verdächtigen

Der britischen Polizei zufolge soll der Verdächtige etwa 1,80 Meter groß sein und zur Tatzeit kurze, blonde Haare gehabt haben. "Er war immer ein bisschen wütend, ist die Straße schnell hoch und runter gefahren und eines Tages, so um 2006, verschwand er ohne ein Wort", berichtete eine Ex-Nachbarin aus Portugal dem britischen Sender Sky News.

Sie half demnach beim Aufräumen der verlassenen Unterkunft. "Es war eklig", sagte die Frau. Überall hätten kaputte Sachen wie Computer herumgelegen. In einem Müllbeutel seien Perücken und seltsame Kleidungsstücke - vielleicht für Kostümierungen - gewesen.

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