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Erste Coronavirus-Fälle in Frankreich

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Virus erreicht Europa - Erste Coronavirus-Fälle in Frankreich

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Nun erreicht die neuartige Lungenkrankheit erstmals auch Europa: In Frankreich sind drei Verdachtsfälle des Coronavirus bestätigt worden. Sie werden bereits behandelt.

"Das Virus können wir noch nicht beurteilen bezüglich der Schwere der Erkrankung", sagt Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts. Das neue Virus, das man noch nicht gut kennt, habe genetische Ähnlichkeit mit dem SARS-Virus.

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In Frankreich ist eine dritte Infektion mit dem aus China stammenden neuen Coronavirus bestätigt worden. Es handele sich dabei um einen nahen Verwandten einer der beiden Personen, bei denen die neue Lungenkrankheit zuvor diagnostiziert worden war, teilte das Gesundheitsministerium am späten Freitagabend mit. Alle drei Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten und seien in Krankenhäusern isoliert worden. Zurzeit werde geprüft, mit wem sie noch in Kontakt gewesen sein könnten. Es sind die ersten bestätigten Fälle in Europa.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Infizierter Europa erreicht, hatte das französische Forschungsinstitut Inserm zuvor noch mit 33 bis 70 Prozent beziffert. Am meisten gefährdet seien Deutschland und Großbritannien, hatte es geheißen.

Entwarnung bei britischen Verdachtsfällen

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am Freitag, nach aktueller Kenntnis sei weiterhin kein deutscher Staatsbürger erkrankt.

In Großbritannien wurde zusätzliches medizinisches Personal am Londoner Flughafen Heathrow eingesetzt, wie die Gesundheitsbehörde PHE am Freitag mitteilte. Für 14 Verdachtsfälle konnte indes Entwarnung gegeben werden.

China riegelt 13 Städte ab

Unterdessen verschärften Chinas Behörden ihre Bemühungen zur Eindämmung des neuartigen Virus noch einmal: In mehr als einem Dutzend Städten wurde der öffentliche Verkehr ausgesetzt, so dass ihre mehr als 41 Millionen Einwohner de facto unter Quarantäne standen. Aus den USA wurde am Freitag ein zweiter Fall der Lungenkrankheit gemeldet. Berechnungen französischer Forscher zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus auch Europa erreicht, bei bis zu 70 Prozent.

In den Städten Xianning, Xiaogan, Enshi und Zhijiang wurde am Freitag der öffentliche Verkehr ausgesetzt. Wie die Elf-Millionen-Metropole Wuhan, von der das Virus ausging, liegen sie in der Provinz Hubei. Damit stehen mittlerweile 13 chinesische Städte wegen des Erregers 2019-nCoV de facto unter Quarantäne.

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Seit dem Ausbruch der Atemwegserkrankungen Ende vergangenen Jahres wurden in China nach Behördenangaben 830 Infektionen bestätigt, mehr als tausend weitere Verdachtsfälle werden überprüft. 26 Menschen starben an der Infektion. Dazu zählen auch zwei Todesfälle außerhalb von Hubei.

Mehrere Tausend Infizierte vermutet

Internationale Wissenschaftler gehen von mehreren Tausend Infizierten in der Volksrepublik aus. Einzelne Infektionen wurden auch aus anderen Ländern, darunter Thailand, Japan und Südkorea, gemeldet. Auch in den USA wurden nach Angaben der US-Gesundheitsbehörden bislang zwei Menschen mit dem neuartigen Virus diagnostiziert. Überdies gehen die Behörden 50 weiteren Verdachtsfällen nach.

Auch aus Nepal wurde am Freitag ein erster Fall gemeldet. Ein 32 Jahre alter Student, der nach Wuhan gereist war, werde in einem Krankenhaus in Kathmandu behandelt, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

Sehenswürdigkeiten gesperrt und Neujahrsfeiern abgesagt

Wie in Wuhan wurden auch in Peking Großveranstaltungen anlässlich des chinesischen Neujahrsfests am Samstag abgesagt. Am Freitag kamen außerdem weitere Touristenattraktionen hinzu, die wegen des Coronavirus vorsichtshalber geschlossen werden.

Die Schutzvorkehrungen treffen unter anderem ein Symbol der Stärke des Landes: Teile der Chinesischen Mauer werden geschlossen. Auch die Ming-Gräber und die Yinshan-Pagode blieben ab Samstag geschlossen, teilte die für die Verwaltung dieser historischen Stätten zuständige Behörde mit.

Das "Vogelnest"-Stadion der Olympischen Spiele 2008 in Peking ist seit Freitag nicht mehr zugänglich. Zuvor war bereits die vorübergehende Schließung der Verbotenen Stadt und anderer Sehenswürdigkeiten in Peking verkündet worden.

Impfstoff nicht vor Sommer in Testphase

Ursprünglich wurde das neue Coronavirus wahrscheinlich von Tieren übertragen, es wird aber auch von Mensch zu Mensch weitergegeben. Trotz des sprunghaften Anstiegs der Fallzahlen in China hatte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag gegen die Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstands entschieden. Dazu sei es noch zu früh, teilte die Organisation mit. Bislang gebe es keine Hinweise für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus außerhalb Chinas.

Das internationale Impfbündnis Cepi teilte beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit, ein Impfstoff gegen 2019-nCoV könne voraussichtlich im Sommer in die Testphase gehen.

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