Sie sind hier:

Tierschutz in der Landwirtschaft - Vögel in Not

Datum:

Futtermangel auf den Feldern, Windräder auf Hügeln oder Glasscheiben in der Stadt - die heimischen Vögel treffen überall auf tödliche Gefahren. Ihr Lebensraum wird immer kleiner.

Auf Deutschlands Feldern gibt es immer weniger Vögel. Allein bei Kiebitzen und Rebhühnern ist der Bestand in den vergangenen 40 Jahren um mehr als 90 Prozent zurückgegangen.

Beitragslänge:
30 min
Datum:

Nach einer Untersuchung des Bundesamtes für Naturschutz sind allein in Deutschland innerhalb von 24 Jahren 14 Millionen Brutvögel verschwunden.  Besonders schlimm trifft es Feld- und Wiesenvögel wie Lerchen, Kiebitze, Rebhühner oder Fasane: Um bis zu 90 Prozent sind die Bestände zurückgegangen. Der Hauptgrund: die Nutzung der Lebensräume für die intensive Landwirtschaft.

Blühwiesen statt Ackerland

"Für einige Arten ist es fünf vor zwölf", schimpft Eckhard Gottschalk von der Uni Göttingen.

Um sie zu retten, muss sich großflächig etwas ändern.
Eckhard Gottschalk, Biologe

Gottschalk hat in einem internationalen Projekt zur Rettung des Rebhuhnes erforscht, was sich in der Landwirtschaft ändern muss, damit die Vögel in der Agrarlandschaft eine Überlebenschance haben.

Mit Landwirten hat er unterschiedliche Blühstreifen und Wiesen angelegt - auf Ackerland. Gottschalk will nicht nur in dem ausgesuchten Projektgebiet etwas für die Vögel tun, er will auch verlässliche Empfehlungen für die Politik geben, damit sie eine Landwirtschaft fördern kann, in der Platz für die Feldvögel bleibt.

Blühstreifen ist nicht gleich Blühstreifen

Einfach ein paar Flächen brach liegen zu lassen, ist keine Lösung, die den Feldvögeln hilft. Die Bodenbrüter brauchen Schutz vor Feinden wie Fuchs, Waschbär oder Habicht. Und sie brauchen das ganze Jahr über eine verlässliche Nahrung: Insekten.

Die Natur passt sich an veränderte Verhältnisse an. So haben sich viele Vögel an das Leben in der Stadt gewöhnt. Doch Glasfassaden sind für die Tiere nicht sehr leicht zu erkennen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Gottschalk hat mit seinen Studien nachgewiesen, dass etwa sieben Prozent der Ackerflächen in  Blühwiesen umgewandelt werden müssen: Flächen, auf denen es möglichst viele Monate lang im Jahr blüht - mit einer Kombination aus ein- und mehrjährigen Pflanzen.  

Es geht nur mit den Landwirten

Das erfordert eine regelmäßige Bearbeitung der Flächen durch die Landwirte. Dafür müssten sie einen finanziellen Ausgleich bekommen als Ersatz für den Ernteausfall und einen Lohn für ihre Arbeit auf den Blühwiesen. Das ist nur mit einer neuen Agrarförderung zu machen. Über die verhandeln die EU-Agrarminister bereits seit Jahren.

EU-Minister in Koblenz -
Dauerstreit um EU-Agrarreform
 

In Koblenz kommen ab heute die Agrarminister der EU zusammen. Ein Thema ist die Reform ihrer gemeinsamen Förderpolitik. Über die wird weiter heftig gestritten.

Videolänge
27 min
von Mark Hugo

Die für 2021 angedachten neuen Förderrichtlinien hat die EU auf das Jahr 2023 verschoben, weil sich die Minister nicht einigen konnten. Dabei ist die Reform dringend nötig, denn nur wenn zukünftig auch Umwelt-, Arten- und Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft  gefördert werden, sind Klimawandel und Artensterben noch in den Griff zu kriegen. Dann hätten auch die Feldvögel eine echte Chance, zu überleben.

Erste Projekte für "vogelgerechte Landwirtschaft"

Wie vogelgerechte Landwirtschaft funktioniert, sieht Landwirt Jochen Hartmann jeden Tag auf seinen Äckern bei Lüneburg. Hartmann betreibt einen von bundesweit zehn konventionell betriebenen Höfen, die für ein Projekt ausgesucht wurden, das unter anderem die Kosten für die Umwandlung von Ackerflächen in vogel- und insektenfreundliche Blühstreifen errechnet und die Bauern dafür bezahlt.

Wir brauchen Insekten, wir brauchen Regenwürmer, wir brauchen Vögel, wir brauchen alles, und wenn man viele Vögel sieht, dann weiß man, dass man was richtig macht.
Jochen Hartmann, Landwirt

"Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft", kurz F.R.A.N.Z. heißt das Projekt, das die Umweltstiftung Michael Otto mit dem Bauernverband durchführt. Noch ist es nur ein Projekt, das die Umweltschutzmaßnahmen von zehn Landwirten bezahlt, aber es könnte ein Beispiel für die Landwirtschaft der Zukunft sein. Eine Landwirtschaft, die Klima-, Umwelt- und Artenschutz fördert - und von der dann auch die Vögel und schließlich auch der Mensch profitieren würden.  

 

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.