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Nabu-Abstimmung - Wiedehopf ist Vogel des Jahres

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Naturschutzverbände haben den Wiedehopf zum Vogel des Jahres 2022 gekürt. Alle Interessierten konnten übers Internet für ihren Favoriten stimmen.

Wiedehopf
Prächtig und bunt: der Wiedehopf
Quelle: dpa

Der Wiedehopf löst als Vogel des Jahres 2022 das Rotkehlchen ab. Das teilten der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit. Zur Wahl standen neben dem Wiedehopf auch die Mehlschwalbe, der Steinschmätzer, der Feldsperling und der Bluthänfling.

An der öffentlichen Wahl beteiligten sich demnach rund 143.000 Menschen. Fachleute hatten fünf Arten vorsortiert: neben dem Sieger (45.523 Stimmen) die Mehlschwalbe (34.773), den Bluthänfling (28.442), den Feldsperling (23.259) und den Steinschmätzer (10.801).

Wiedehopf auf der Liste der gefährdeten Arten

Der Wiedehopf ist kaum größer als eine Amsel, aber wesentlich auffälliger. Sein Kopf, Nacken und Hals leuchten wie die Scheitelfedern orange-braun. Die Spitzen der aufstellbaren Federhaube auf dem Haupt sind schwarz, das Schwanzende ebenfalls. Der vordere Schwanzteil sowie Rücken und Flügel schillern in einem schwarz-weißen Bandmuster. Markant ist zudem der nach unten gebogene, bis zu sechs Zentimeter lange Schnabel.

Der Wiedehopf wurde bereits 1976 Vogel des Jahres. Aktuell steht er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. In Deutschland brüten laut Nabu und LBV noch 800 bis 950 Paare.

Wiedehopf brütet in Hohlräumen

Durch die intensive Landwirtschaft verschwinden Futtertiere wie Grillen, Käfer und Spinnen. Ebenso negativ wirkten sich Gifteinsatz, Monokulturen, Überdüngung und Flächenversiegelung aus. Außerdem macht dem Wiedehopf Nistplatzmangel zu schaffen. Denn er brütet nur in schon vorhandenen "Höhlen", wie sie alte, ausgefaulte Bäumen bieten - die gibt es aber immer seltener in der aufgeräumten Kulturlandschaft. Ansonsten braucht der Wiedehopf offene Landschaften mit warm-trockenem Mikroklima und kurzem Bewuchs, etwa Weinberge.

Die Artenvielfalt geht seit Jahren dramatisch zurück, besonders bei den Insekten. Dagegen können Blühwiesen helfen, sie bieten den Tieren Schutz und Nahrung. Mit Blühpatenschaften können die finanziert werden, doch auf Dauer wird das nicht reichen.

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Der Vogel kommt in der Bibel und dem Koran vor. Letzterer stellt den Wiedehopf als Boten des Propheten Salomo dar. Gegessen werden darf er im Islam daher nicht. Ein solches Verbot kennt auch die Bibel. Dort steht der Wiedehopf auf der Liste "unreiner" Flugtiere - wohl, weil er ein stinkendes Sekret ausscheiden kann, um Feinde zu verjagen. In der Schweiz kennt man auch die Redewendung "Du stinkst wie ein Wiedehopf".

Zweite öffentliche Wahl, Titel gibt es seit 1971

Es ist bereits das zweite Mal, dass Nabu und LBV öffentlich zur Wahl des Jahresvogels aufgerufen haben. Den Titel vergeben sie seit 50 Jahren. Sieger der ersten öffentlichen Wahl wurde das Rotkehlchen.

Inzwischen hat die Aktion vom Baum bis zum Tier des Jahres viele Nachahmer gefunden. Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit für bedrohte Arten und Lebensräume zu wecken.

Ein Haussperling. Symbolbild

Studie zu Vogelarten in EU - Millionen Brutvögel verschwunden 

Finken, Sperlinge, Lerchen - sie sieht man immer seltener. Laut einer Studie sind in den vergangenen Jahren Millionen Brutvögel verschwunden. Besonders betroffen: der Haussperling.

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