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Sturm aufs US-Kapitol - Bericht kritisiert Polizeiführung scharf

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Am 6. Januar war es Trump-Anhängern gelungen, in das US-Kapitol vorzudringen - quasi an der Kapitolspolizei vorbei. Ein Bericht zeigt schwere Fehler bei der Polizei-Führung auf.

Protestierende durchbrechen am 6. Januar eine Absperrung der Polizei vor dem Kapitol in Washington D.C.
Interner Bericht übt scharfe Kritik an der Polizei am Kapitol
Quelle: ap

Ein interner Bericht der US-Kapitolspolizei hat schwerwiegende Mängel bei der Vorbereitung und der Reaktion der Sicherheitskräfte im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kongressgebäude im Januar festgestellt.

Interner Bericht der Kapitolspolizei

Die Parlamentspolizei habe sich trotz Hinweisen im Vorfeld der Unruhen nicht ausreichend vorbereitet und Anweisungen erhalten, auf den Einsatz drastischer Mittel zu verzichten, berichteten der Sender CNN und die "New York Times" unter Berufung auf das Ergebnis einer polizeiinternen Untersuchung am Dienstagabend.

In dem Report, der der Nachrichtenagentur AP vorliegt, wurden minderwertige Ausrüstung, eine unzureichende Ausbildung und eine lückenhafte Überwachung von Internet-Foren scharf kritisiert.

Ein vom scheidenden Präsidenten Donald Trump angestachelter Mob hat das Kapitol in Washington gestürmt. Vier Menschen kamen während der Eskalation ums Leben.

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Die für die Sicherheit am Kapitol zuständige Polizeitruppe wurde am 6. Januar von rund 800 Trump-Anhängern überrannt, die sich an den Beamten vorbei drängten und Fenster und Türen einschlugen, um ins Gebäude zu gelangen.

Minderwertige Ausrüstung der Polizei

Der Generalinspekteur Michael Bolton erläuterte in seinem 104 Seiten starke Bericht weit verbreitete Defizite. Ausrüstung sei veraltet und unangemessen gelagert worden. So seien Schutzschilde beim Aufprall zersprungen; Waffen, die Tränengas hätten versprühen können, seien so alt gewesen, dass die Beamten sie aus Sicherheitsgründen nicht einsetzen wollten. Andere Waffen wurden vor Beginn der Proteste nicht aus den Lagern geholt. Später war es den Beamten dann unmöglich, sie durch die Menge zu transportieren.

Der Bericht beschreibt auch den Streit darüber, ob die Nationalgarde zur Hilfe gerufen werden sollte oder nicht. Auf die wiederholte Bitte der Kapitolspolizei, die Nationalgarde zu aktivieren, erklärte ein Offizier: 

Uns gefällt die Optik der Nationalgarde vor dem Kapitol nicht.

Zu diesem Zeitpunkt waren Demonstranten schon in das Gebäude eingedrungen.

Sich alleine gegen einen Mob gewaltbereiter Randalierer stellen - das hat der Polizist Eugene Goodman getan und den Sicherheitskräften somit genügend Zeit verschafft, um die Parlamentskammern abzuriegeln.

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Hinweise der Geheimdienste

Außerdem habe die Kapitolspolizei nicht auf Hinweise der Geheimdienste reagiert, hieß es weiter. So habe das Heimatschutzministerium in einem Bericht vom Dezember Nachrichten in Online-Foren aufgelistet, in denen es um die Planung für den 6. Januar ging, den Tag, an dem die Wahlergebnisse aus den Einzelstaaten im Kapitol bestätigt wurden. Auch die Bundespolizei FBI schickte ein Memo, in dem Online-Aktivisten einen Krieg für den 6. Januar prophezeiten.

Der damalige Chef der Kapitolspolizei, Steven Sund, sagte im Februar während einer Anhörung im Senat, nach internen Beratungen seien gewaltsame Auseinandersetzungen für unwahrscheinlich gehalten worden. Die Polizei hat den Bericht bisher nicht veröffentlicht, obwohl der Kongress das gefordert hat. Am Donnerstag sollte im Kongress eine Anhörung zu den Vorfällen stattfinden. Es wurde erwartet, dass auch Bolton aussagt.

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